Demonstration

Kreis Olpe bleibt bunt

Demo in Olpe gegen rechtsextreme Strömungen 

Demo in Olpe gegen rechtsextreme Strömungen 

Foto: Nicole Voss

Olpe.   Teilnehmer einer Demonstration in Olpe fühlen sich durch Schalke-Fans mit „Wir werden siegen“-T-Shirts provoziert

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am Weltfriedenstag zogen Samstag rund 200 Demonstranten mit der Absicht durch Olpe, Flagge gegen Rechts zu zeigen. Organisiert worden war die Veranstaltung unter dem Motto „Unser Kreis bleibt bunt“ von den Jusos im Kreis. Die Demonstration verlief friedlich, auch wenn sich die Teilnehmer bei der Abschlusskundgebung von Beobachtern provoziert fühlten, die ein T-Shirt mit der Aufschrift „Wir werden siegen“ trugen. Der stellv. SPD-Kreisvorsitzende Wolfgang Langenohl hielt den in seiner Wahrnehmung rechten Störern entgegen: „Nicht ihr, wir werden siegen.“

Gegen Stadionverbot

Die Botschaft der T-Shirts war allerdings nicht politisch. Bei den Trägern handelte es sich um Schalke-Fans mit einem Shirt der „Ultras Gelsenkirchen“, die mit dem Schriftzug gegen Stadionverbote demonstrieren. „Wir werden siegen“ ist groß und deutlich lesbar, der Zusatz „gegen Stadionverbot“ nur aus der Nähe zu entziffern. Wolfgang Langenohl blieb auf Nachfrage bei seiner Überzeugung, dass die Schalke-Fans einen rechten Hintergrund hatten: „Sie haben sich die ganze Zeit sehr despektierlich verhalten und sind verbal aggressiv gegen die Redner vorgegangen.“ Als sich die Schalke-Fans verabschiedeten und sich ihren Weg durch die Demonstration bahnten, wurden sie mit „Nazis-raus-Rufen“ bedacht. Neutrale Beobachter haben von den verbalen Störungen wenig mitbekommen, andere Teilnehmer an der Demonstration sprachen von eher „gemurmelten Provokationen.“ Aber auch sie empfanden das Auftreten als aggressiv.

Zuvor hatte Willi Brase (Ex-MdB) die Unantastbarkeit der Würde des Menschen in den Fokus seiner Rede gestellt: „Die Feinde der Demokratie sitzen bereits im Bundestag.“ Peter Mußler (SPD Attendorn) sagte: „Ich möchte nicht wie ich es in meiner Kindheit gehört habe, erleben, dass gesagt wird, das haben wir nicht gewusst. Wir sind dafür verantwortlich, dass sich das nicht wiederholt.“

Lisa Haas (Olpe) war der Meinung: „Wenn die sagen, wir sind das Volk, meinen sie, wir sind Nationalsozialisten. Nicht mit uns. Leute, steht auf, geht auf die Straße, damit auch Nazis wissen, nicht mit uns.“

Edith Rasche (Olpe) hielt ein ergreifendes Plädoyer für Flucht und Fluchtursachen und mahnte: „Es sollte keine Mauern und Grenzen, insbesondere nicht in unseren Köpfen geben. Da fängt Intoleranz an. Du bist Olper, wenn Du dagegen bist.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben