Orkantief

Nach Friederike: Kreis Olpe kommt mit dem Schrecken davon

Sturm Friederike in Olpe

Sturm Friederike in Olpe

Foto: Feuerwehr

Kreis Olpe.   Sturmtief Friederike war harmloser als erwartet. Doch die Höhe der Sachschäden im Kreis Olpe ist immens.

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Es gibt Frauen, denen man keine Träne hinterher weint, wenn sie weg sind. Friederike gehört dazu. Gestern war Großreinemachen und Schadensbilanz nach dem Sturm. „Gut, dass es so glimpflich ausgegangen ist“, fasst Polizeisprecher Michael Klein den Eindruck aller Beteiligten zusammen. Der Sachschaden dürfte immens sein, aber bis auf einen leichtverletzten 56-jährigen Autofahrer in Lennestadt, dem eine Fichte während der Fahrt auf die Motorhaube gekracht war (wir berichteten), waren die Einsatzkräfte vorwiegend mit der Motorsäge wegen umgestürzter Bäume unterwegs. Die meisten fielen in den freien Raum, aber nicht alle. So wurden im Attendorner Ortsteil Schwalbenohl einige parkende Autos beschädigt, teilte die Attendorner Feuerwehr mit.

Alle Straßen wieder befahrbar

Gestern um 11.23 Uhr meldete Straßen NRW, dass alle gesperrten Straßen im Kreis wieder befahrbar sind. Die Narben, die Friederike hinterlassen hat, werden die Bürger im Kreis in Form von umgestürzten Bäumen noch länger sehen.

Insgesamt absolvierten die Einsatzkräfte ab Donnerstag Mittag in den sieben Städten und Gemeinden 119 Einsätze. 638 freiwillige Helfer in Uniform rückten aus, die meisten in Lennestadt (163), die wenigsten im Bereich der Stadt Drolshagen (39). Echte Stresssituationen gab es keine, die Einsatzkräfte hatten sich bereits am Mittwoch Abend auf die zu erwartende Lage gut vorbereitet.

Am Donnerstag morgen wurde die Leitstelle in Olpe mit doppeltem Personal besetzt und die operativ-technischen Funktionsträger unter Leitung des Kreisbrandmeisters zum Krisenstab im Kreishaus zusammen gezogen. Als Friederike aufschlug, rief der Krisenstab um 13.48 Uhr eine Großeinsatzlage aus. „Damit geht die Einsatzleitung automatisch von der Leitstelle auf den Kreis über“, erklärt Franz Japes, Fachdienstleiter Brand- und Bevölkerungsschutz in der Kreisverwaltung. Alle Einsätze liefen nun im Krisenstab zusammen und wurden von dort per Fax an die kommunalen Einsatzleitungen weiter delegiert. Um 16.15 Uhr wurde die Großeinsatzlage wieder aufgehoben. Dennoch hatten Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Mitarbeiter von Bauhöfen und Straßenmeisterei weiterhin alle Hände voll zu tun.

Aus früheren Lagen gelernt

„Es war alles in guten Händen und ist glatt über die Bühne gegangen“, bilanziert Landrat Frank Beckehoff. So sieht es auch Thomas Beckmann von der Feuerwehr in Kirchhundem, wo der Sturm am stärksten wütete. „Zwischen 12 und 14 Uhr kam ein Einsatz nach den anderen, da muss man einen kühlen Kopf bewahren. Die Organisation war prima, wir waren immer vor der Lage. Gut war, dass Straßen NRW die Landstraße über den Rhein-Weser-Turm frühzeitig gesperrt hat“, so Beckmann. Man habe sicherlich aus früheren Sturmlagen gelernt.

Im Einsatz wurde die Feuerwehr auch von Privatleuten unterstützt. In Selbecke half ein Traktorfahrer der Wehr, einen Baum wegzuziehen. Glücklicherweise gab es bis gestern keine weiteren Meldungen über Verletzte. Viele haben einfach Glück gehabt -- wie ein Kollege von Polizeisprecher Michael Klein, dem auf dem Weg vom Rewe-Markt zur Polizeiwache Olpe mitten in der Stadt fast ein Baum auf den Kopf gekracht wäre.

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