Gewerkschaft

Kreis Olpe: Warum die IG Metall weniger Delegierte wählte

Wahl zur Delegiertenversammlung der IG Metall im Kreis Olpe, hier die Versammlung in Attendorn, mit Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß (links).

Wahl zur Delegiertenversammlung der IG Metall im Kreis Olpe, hier die Versammlung in Attendorn, mit Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß (links).

Foto: Privat / WP

Kreis Olpe.  Die IG Metall im Kreis Olpe hat ihre Delegiertenversammlung, das höchste Entscheidungsgremium, deutlich verkleinert. Das sind die Hintergründe.

Die IG Metall im Kreis Olpe, in der etwa 9000 Beschäftigte organisiert sind, hat ihre Delegiertenversammlung neu strukturiert. Die Zahl der Wahlkreise wurde von sieben auf drei, die Zahl der Delegierten von 82 auf 52 reduziert.

„Damit wollen wir keinesfalls weniger Mitglieder in die Arbeit einbeziehen“, betont André Arenz, 1. Bevollmächtigter der IG Metall im Kreis Olpe – ganz im Gegenteil: Ab sofort werden auch die Stellvertreter zu den vier Treffen im Jahr eingeladen. „Bisher waren die Stellvertreter nur dabei, wenn der ordentliche Delegierte nicht konnte. Das hat dazu geführt, dass sie überhaupt nicht im Geschäft waren und verständlicherweise wenig Interesse an unserer Arbeit hatten.“

Wahlkreise für Delegiertenversammlung zusammengefasst

Dass nicht mehr jede Kommune des Kreises einen eigenen Wahlkreis bildet, sondern Olpe mit Wenden und Drolshagen, Attendorn mit Finnentrop und Lennestadt mit Kirchhundem zu drei größeren Wahlkreisen zusammengelegt wurde, habe praktische Gründe. Das Problem an der Struktur war, dass die Stellvertreter nur die Mitglieder aus ihrer Kommune vertreten durften. „Mit der Vergrößerung auf die drei Wahlkreise ist die Vorgehensweise deutlich vereinfacht worden. Ab sofort kann jemand aus Olpe einen Kollegen aus Drolshagen vertreten oder aus Kirchhundem für Lennestadt“, erklärt André Arenz.

An drei Abenden wurden die Delegierten für Olpe/Wenden/Drolshagen (20), Attendorn/Finnentrop (18) und Lennestadt/Kirchhundem (14) für die Dauer von vier Jahren in das höchste Beschlussgremium auf örtlicher Ebene gewählt.

Frauenquote von 20 Prozent erfüllt

Im Vorfeld hatten André Arenz und sein Team die Wahlen vorbereitet. „Dabei haben wir zum einen darauf geachtet, dass die Betriebe entsprechend ihrer Größe vertreten sind“, erläutert André Arenz. Zum anderen muss die Frauenquote von 20 Prozent erfüllt werden, da auch 20 Prozent der Mitglieder der IG Metall Olpe Frauen sind. Außerdem wurde jeweils ein Jugend- und ein Seniorenmandat pro Wahlkreis eingeplant.

Wie sich jeweils am Ende der Veranstaltung zeigte, hatte die Geschäftsstelle gute Vorarbeit geleistet: Alle 52 ordentlichen Delegierten und Stellvertreter wurden gewählt. Auch der Vorschlag des Ortsvorstands, die Delegiertenversammlung zu verkleinern und dafür alle gewählten Vertreter einzuladen, wurde positiv aufgenommen.

Neuwahl des Ortsvorstands am 26. März

Der Ortsvorstand inklusive der Geschäftsleitung wird im Rahmen der konstituierenden Delegiertenversammlung am Donnerstag, 26. März, ab 17 Uhr im Haus Schnepper in Mecklinghausen neu gewählt. Außerdem entscheidet die Versammlung über die Mitglieder der Tarifkommissionen, die Delegierten der Bezirkskonferenz für den Tarifbezirk NRW, der die Tarifverträge innerhalb der IG Metall verhandelt und abschließt und die Delegierten für den Gewerkschaftstag, die wiederum die Satzung mitdiskutieren und verändern können und in vier Jahren erneut den Bundesvorstand der IG Metall wählen werden.

„Die Delegierten haben daher viele Beteiligungsmöglichkeiten und treffen alle wichtigen Entscheidungen innerhalb der IG Metall“, betont André Arenz abschließend.

Debatte mit den Bürgermeistern

Während die Wahlkommission die Stimmzettel auszählte, begrüßte André Arenz in jeder Wahlversammlung Bürgermeister der jeweiligen Kommunen, die auf Themen wie die wirtschaftliche Lage, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder bezahlbaren Wohnraum eingingen.

Mit Hilfe des elektronischen Beteiligungssystems, bei dem die Teilnehmer mit ihren eigenen Smartphones über ein internes Netzwerk Fragen beantworten und stellen können, entstand darüber hinaus bei jedem Treffen eine angeregte Diskussion mit den Rathauschefs. Straßenausbaubeiträge und Transformation in der Arbeitswelt, demografischer Wandel und Ärzte- bzw. Gesundheitsversorgung oder öffentlicher Personennahverkehr und Breitbandausbau kamen dabei zur Sprache.

Gewählte Delegierte der IG Metall Olpe

Wahlkreis Olpe, Wenden und Drolshagen: Ali Atasoy, Claudia Avanzato, Annette Benfer, Sebastian Engels, Nina Gipperich, Michael Jung, Sarah Heinz, Bernd Köster, Kathrin Kranauge, Manuela Krause, Fabrizio Mariano, Andreas Ohm, Marc Pingel, Edgar Rawe, Susanne Schneider, Sebastian Scholemann, Rita Siepe, Jürgen Stahl, Peter Thesing, Stephan Wurm

Wahlkreis Attendorn und Finnentrop: Horst Dietrich, Jörg Böhmer, Volker Funke, Thorsten Wottrich, Björn Drexelius, Ute Horn, Bernhard Schröder, Yvonne Friederici, Raffael Richard, Alexander Klement, Hubertus Rath, Yvonne Pick, Franz Epe, Ramazan Olmaz, Annette Stahlhacke, Winfried Bödefeld, Guido Busenius, Martina Ziemen

Wahlkreis Lennestadt und Kirchhundem: Dirk Baues, Michelangelo Bruno, Ingo Hamers, Matthias Hardenbicker, Ayhan Kalembasi, Anne Knour, Gerhard Matzke, Sarah Picker-Graetz, Alex Pieper, Werner Rameil, Gisela Richter, Maria Sellmann, Joachim Stange, Alina Weber

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