Wettbewerb

Kreisheimatbund Olpe zeichnet drei junge Autoren aus

Die Preisträger/innen mit Laudatoren, Lehrern und Sponsoren.

Die Preisträger/innen mit Laudatoren, Lehrern und Sponsoren.

Foto: Volker Eberts / EBE

Silberg/Kreis Olpe.  Der Kreisheimatbund Olpe hat drei Gymnasiasten für ihre bemerkenswerten Arbeiten im Wettbewerb „Heimat lebt.“ ausgezeichnet.

„Heimat lebt!“ Und wie – und das in allen Generationen. Die Siegerehrung des gleichnamigen Wettbewerbs für Schüler und Studierende, veranstaltet vom Kreisheimatbund Olpe, war der Beweis dafür. Gefordert war eine Arbeit mit heimatgeschichtlicher Relevanz, eigenen Erkenntnisse und mit Inhalten von überregionaler Bedeutung. Die Preisträger, die am Mittwochabend auf Schrabben Gut in Silberg gewürdigt wurden, wurden diesem Anspruch gerecht: Es sind Elisa Braunsdorf aus Serkenrode, Benedikt Höniger aus Oberelspe und Amelie Grote aus Attendorn.

Bindung an den Heimatkreis

Doris Kennemann, Mitglied der Jury, skizzierte zunächst den Sinn des Wettbewerbs: „Ziel des Wettbewerbs ist es, eine engere Bindung an den Heimatkreis zu schaffen. Sicher ist dabei nicht an sensationelle Entdeckungen gedacht, an den großen Wurf. Sondern es geht bei den schulischen Arbeiten gleichsam um Mosaiksteinchen, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild fügen und zeigen, was den Kreis Olpe ausmacht. Unsere Preisträger haben gezeigt, dass sie einen Blick für diese kleinen Mosaiksteinchen haben und sie in ein größeren Rahmen einordnen können“, so Kennemann.

Elisa Braunsdorf aus Serkenrode hatte sich einem Thema bzw. einer Frage gewidmet, die ihren Heimatort derzeit sehr bewegt: Soll in Serkenrode eine Windenergieanlage gebaut werden? „Elisa Braunsdorf bezieht klare Kante, denn ihre Antwort lautet „Nein!“ So beginnt die Laudatio von Josef Rave, die in Abwesenheit von Christoph Henrichs, stellvertretender Vorsitzender des Kreisheimatbunds, vorgetragen wurde.

Die Schülerin lieferte gleich die Argumente mit: Zerstörung der Natur, Verstoß gegen den Artenschutz, Schattenwurf und Schallbelästigung der geplanten 235 Meter hohen Windräder. Darüber hinaus zweifelt sie an der Effektivität der Windkraft überhaupt.

Pro und Contra Windkraft

„Was die Arbeit als einmalig hervorhebt, ist die Umfrage der Preisträgerin zur Thematik, die sie in Serkenrode durchgeführt hat. Insgesamt haben 96 Bewohner im Alter von 11 bis 85 teilgenommen. 71 Prozent der Befragten halten die Windenergie generell für sinnvoll, allerdings sehen 89 Prozent diesen Sinn nicht bei einer Windenergieanlage in Serkenrode. Hier ist es die Angst um die Gesundheit, die 94 Prozent der Befragten umtreibt. Man mag zur Windenergie stehen wie man will, die Arbeit überzeugt fachlich und auch durch die klare Stellungnahme der Preisträgerin als unmittelbar Betroffene.“

Der neue Brotbaum

Bernd Höniger aus Altenvalbert, wie Elisa Braunsdorf Schüler des Erdkunde-Grundkurses von Lehrer Peter Peil in der letztjährigen Jahrgangsstufe Q1 am Gymnasium Maria Königin, hatte ebenfalls ein Umweltthema gewählt: Welche ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen haben die seit dem Orkan Kyrill angelegten Weihnachtsbaum-Monokulturen auf Altenvalbert?

Die Laudation von Josef Rave verlas Roswitha Kirsch-Strack, Vorsitzende des Kreisheimatbundes: „Der Weihnachtsbaum als der neue Brotbaum. Das ist die Quintessenz aus der Arbeit von Benedikt Höniger, die von der Jury mit einem Preis bedacht wurde.“ Der Autor begründet, warum aus wirtschaftlichen und Existenzgründen wieder Monokulturen und kein Mischwald auf den freien Kyrillflächen angepflanzt wurden und unterschiedet dabei ökologischen und konventionellen Anbau, wobei er sich klar für den ‚Biobaum‘ ausspricht. „Die Arbeit ist fundiert und detailreich, was alles hier gar nicht zur Würdigung kommen kann“, heißt es in der Laudatio.

Spurensuche nach Thomä

Amelie Grote aus Attendorn hatte sich in ihrer Arbeit, die sie 2018 im Leistungskurs am St. Ursula-Gymnasium Attendorn verfasste, auf die Spuren des evangelischen Pfarrers Johannes Thomä begeben, der von 1921 bis 1947 in Attendorn wirkte und gegen das nationalsozialistische Regime agierte. „Ihr erkennbares Interesse an den Gesamtzusammenhängen jener Zeit und ihr risikobewusstes Vorgehen in einer Story mit unbekanntem Ausgang lassen eine interessante Mixtur entstehen, die es spannend macht den Weg von Motivation und Einleitung hin zu einem Resümee zu verfolgen. Die Art der Forschung, die Herleitung von Schlüssen, der wissenschaftliche Anspruch einer Q1 Schülerin, die neuen Erkenntnisse für die lokale Historie, die Bestätigung der Wichtigkeit einer Gedenktafel und einer Straßenbenennung nach jenem Johannes Thomä haben den Kreisheimatbund Olpe veranlasst, Amelie Grote für ihre Arbeit auszuzeichnen“, so Laudator Uli Selter.

Doris Kennemann bilanziert: „Bei näherer Betrachtung lässt sich feststellen, dass die Inhalte nicht nur von lokaler, sondern überregionaler Bedeutung sind. Unsere Preisträger sind zu Ergebnissen gekommen, die durchaus als zukunftsweisend interpretiert werden können. Damit haben sie unter Beweis gestellt: „Heimat lebt!“

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