Probebohrungen

Krombacher Brauerei bohrt in Schönau nach Wasser

Ein riesiges Unternehmen: Die Krombacher Brauerei wächst kontinuierlich. Wer Bier braut, braucht natürlich Wasser.

Ein riesiges Unternehmen: Die Krombacher Brauerei wächst kontinuierlich. Wer Bier braut, braucht natürlich Wasser.

Foto: Hans Blossey

Schönau/Kreuztal.   In der Bürgerversammlung in Schönau wurde über Bohrung angeregt diskutiert. Eine kleine Panne sorgte für eingetrübtes Wasser in einem Teich.

Dass das Wasser der Karnevalshochburg Köln gut ist, haben bereits die Bläck Föös legendär besungen. Dass aber auch das fließende Nass der närrischen Hochburg aus dem Wendschen, bekanntlich Schönau, eine gute Qualität verspricht, wurde während der Bürgerversammlung in Schönau deutlich. Denn kein geringeres Unternehmen als die überregional bekannte Krombacher Brauerei bohrt genau in Schönau nach Wasser, um unter anderem weitere Quellen für seinen Gerstensaft zu erschließen.

Das bestätigte auch Peter Lemm, Leiter der Krombacher Unternehmenskommunikation: „Ja, wir sind eigentlich immer wieder mal auf der Suche nach Wasser-Quellen.“ Er könne bestätigen, dass die Untere Wasserbehörde des Kreises Olpe über mehrere geplante Probebohrungen in Schönau informiert worden sei.

Teichbesitzer sofort informiert

Dass das Thema bei der Bürgerversammlung diskutiert wurde, hatte vermutlich den Grund, dass bei der ersten Bohrung in der vergangenen Woche etwas schief ging. Lemm: „Bei einer Sondierungs-Bohrung hat sich austretendes Wasser mit dem hiesigen Gestein, sogenannter Bohrabrieb, vermischt und ist in den Vorfluter gelangt.“ In dem Fall sind Teiche gemeint, deren Wasser sich plötzlich eingetrübt hat. Die Krombacher, so Lemm, habe die Teichbesitzer direkt informiert: „Aktuell stehen wir mit ihnen weiter in Kontakt. Uns sind keine Beschwerden von den Besitzern angezeigt worden.“

Dass die Brauerei in Schönau nach Wasser bohrt, wusste bis kurz vor den Bauarbeiten kaum jemand. Auch im Rathaus nicht. Bürgermeister Bernd Clemens: „Wenn dort Wasser entnommen wird, dann werden wir als Verwaltung natürlich Anwalt der Bürger sein.“

Die Probebohrungen seien aber noch nicht genehmigungspflichtig. Erst, wenn Quellen tatsächlich erschlossen würden, müsse ein Antrag bei der Unteren Wasserbehörde gestellt werden. Clemens: „Ich habe umgehend Kontakt zur Krombacher aufgenommen und vereinbart, dass wir künftig informiert werden.“ Grundsätzlich sei man bemüht, „den Ball flach zu halten.“

Hans Werner Voß, Pressesprecher des Kreises, bestätigte Clemens: „Probebohrungen müssen uns nur angezeigt, aber nicht genehmigt werden. Bisher sei von einer Handvoll Probebohrungen die Rede: „Die werden von uns begleitet.“

Genauso wichtig wie Windenergie

Spätestens seit dem extrem trockenen Sommer wissen viele Wasserbeschaffungsverbände, wie schnell das kühle Nass versiegen kann. Die Krombacher Brauerei war vor einigen Wochen von einem Leck in einer Wasserleitung überrascht und teilweise mit Tanks beliefert worden (wir berichteten).

In der Schönauer Bürgerversammlung im Gasthof Wurm wurde deutlich, dass das Thema Wasser grundsätzlich sensibel beobachtet wird. Ein Schönauer Bürger zeigte Skepsis mit Blick auf den Griff ins Schönauer Wasser-Reservoir. Die Gemeinderatsmitglieder sollten wachsam sein. Denn das Thema „Wasser“ sei ebenso wichtig wie das der Windenergie.

Henrichs hat Bedenken

Zumindest das Schönauer Kreistagsmitglied Hildegund Henrichs (SPD) hatte im Vorfeld Wind von den Plänen der Brauerei bekommen: „Ich habe der Gemeindeverwaltung mitgeteilt, dass ich Bedenken habe.“ Befürchtungen der Schönauer Bürger gingen auch dahin, dass bei einer sprudelnden Wasserquelle mit großen Sattelzügen aus Krombach zu rechnen sei.

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