Auftragsrückgang

Kündigung für 45 Mitarbeiter bei Balcke-Dürr in Rothemühle

Das Balcke Dürr-Werk in Rothemühle, wo zu den besten Zeiten bei "Apparatebau Rothemühle" über 600 Mitarbeiter tätig waren, soll verkauft werden.

Foto: Peter Plugge

Das Balcke Dürr-Werk in Rothemühle, wo zu den besten Zeiten bei "Apparatebau Rothemühle" über 600 Mitarbeiter tätig waren, soll verkauft werden. Foto: Peter Plugge

Rothemühle.   45 Mitarbeiter bei Balcke-Dürr in Rothemühle haben die Kündigung erhalten. Eine Abfindung und Ausgleichszahlungen sind vorgesehen.

Das Unternehmen Balcke-Dürr mit Sitz in Düsseldorf, das Industriefiltersysteme und Wärmetauscher für klassische Kernkraftwerke herstellt, hat diese Woche mehr als 100 Kündigungen ausgesprochen. Betroffen sind auch 45 Mitarbeiter vom Standort Rothemühle, wo die Produktion von Luftvorwärmern, Filtern und Ventilatoren ganz eingestellt werden soll.

Die Stimmungslage in der Belegschaft ist unterschiedlich. Während ein gekündigter Mitarbeiter erklärte, er habe schon seit dem Einstieg der Mutares AG mit Entlassungen gerechnet und sei froh, endlich Gewissheit zu haben, war sich eine nicht gekündigte Mitarbeiterin nicht sicher, ob das besser sei.

Als Grund für die Entlassungen, die ab dem 1. Juli greifen, nannte Uwe Esser, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Balcke-Dürr, unter anderem den Ausstieg aus der Kernkraft und den damit verbundenen Rückgang von Aufträgen.

Zudem habe die Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern SPX-Corporation aus den USA keine Früchte getragen. Das Unternehmen, das bereits Ende letzten Jahres mit der Mutares AG einen Investor aus München gewonnen hat, der den Fortbestand der Balcke-Dürr garantieren will, möchte künftig vermehrt auf andere Geschäftsfelder wie den Bau und die Konstruktion von Chemieapparaten und Müllverbrennungsanlagen setzen.

Die entlassenen Mitarbeiter kommen laut Esser nun in eine Transfergesellschaft, bekommen eine Abfindung sowie Ausgleichszahlungen und sollen an andere Unternehmen vermittelt werden.

Etwa 70 Mitarbeiter bleiben

Das Unternehmen sucht nach einem neuen Standort für ein Bürogebäude, in dem künftig nur noch etwa 70 Mitarbeiter beschäftigt werden sollen. Das Fabrikgelände wird zeitnah geschlossen und soll vermarktet, die Produktion nach Neubeckum verlegt werden, erklärte Esser auf Nachfrage.

„Wir bedauern die Entscheidung sehr, können sie aber leider nicht mehr abwenden“, betonte André Arenz, Bevollmächtigter der IG Metall Olpe, auf Nachfrage. „In Rothemühle wurden leider Produkte gefertigt, die nicht mehr nachgefragt und gebaut werden.“ Ein Trost sei, dass die entlassenen Mitarbeiter über die Transfergesellschaft „sozial abgefedert“ (Arenz) würden und eine Abfindung erhielten.

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