Spektakulärer Transport

Lennestadt: 50 Jahre alte Eiche schwebt am Baggerarm

Die 50 Jahre alte Korbeiche am Baggerarm, in Richtung gehalten mit zwei Seilen.  

Die 50 Jahre alte Korbeiche am Baggerarm, in Richtung gehalten mit zwei Seilen.  

Foto: Tobias Hermes / WP

Altenhundem.  Spektakuläre Aktion bei Blumen Kremer in Lennestadt: Per Kettenbagger wurde eine 50 Jahre alte Eiche versetzt.

Bei Blumen Kremer an der Lennestraße in Altenhundem wurden schon viele Pflanzen in die Erde gebracht. Aber die Pflanzaktion vor wenigen Tagen war auch für die „grünen Profis“ ein Novum. Auf der Baustelle des neuen Naturgartencenters wurden im wahrsten Sinne die Ärmel hoch gekrempelt und in einer gemeinsamen Aktion von Bauarbeitern und Gartenfachleuten eine acht Meter hohe und ca. sechs Tonnen schwere Korkeiche in den neuen Eingangsbereich gepflanzt.

Aus Belgien nach Lennestadt

Der knapp 50 Jahre alte Baum war zuvor in einer Baumschule in Belgien ausgesucht, anschließend ausgegraben, verladen und per Sattelzug ins Sauerland verbracht worden. Dann galt es für Baggerfahrer Robin Pokolm besonderes Fingerspitzengefühl an den Steuerungshebeln seines schweren Gefährts zu beweisen. Schließlich galt es den Baum so zu befördern, wie man Bäume eigentlich nur nach dem Fällen mit der Motorsäge sieht, also quer.

Obwohl der 20-jährige Auszubildende des Lennestädter Bauunternehmens Hubert Mees GmbH noch nicht allzu viele Erfahrung als Steuermann eines Kettenbaggers hat, meisterte er die knifflige Aufgabe mit Bravour. Mit Seilen wurde die tonnenschwere Eiche von Mitarbeitern des Gartencenters auf Kurs gehalten. Im Januar wird sich das Spektakel wiederholen, dann wird ein zweiter Baum dieser Größenordnung im neuen Café platziert.

Mit dem Spatenstich hatten Ende August offiziell die Arbeiten für das neue Naturgartencenter begonnen. Kein einfaches Unterfangen, denn das Baufeld war wegen vieler Versorgungsleitungen im Untergrund kompliziert.

Rohbau abgeschlossen

Mittlerweile sind die Rohbau- und Gründungsarbeiten weitestgehend abgeschlossen. Der Holzbau des ca. neun Meter hohen Eingangsbereichs ist ebenfalls fertig gestellt und zwei von drei Bauabschnitten der Gewächshauskonstruktionen, die von einer Fachfirma aus Brixen/Südtirol errichtet werden, stehen bereits und lassen die Dimension des neuen Naturgartencenters erahnen.

Im neuen Verwaltungsbereich oberhalb des neuen „Museums der Gartenkunst“ laufen bereits die Ausbauarbeiten. Die Verwaltung soll hier bereits Ende Januar ihre Arbeit aufnehmen, weil dann das alte Verwaltungsgebäude an der Lennestraße abgerissen wird.

Januar ist der Abbruchmonat

„Das Bauvorhaben befindet sich aktuell voll im avisierten Zeitplan und ab 6. Januar beginnen planmäßig die Abbrucharbeiten am bestehenden Gartencenter, so dass ab Februar der neue Parkplatz hergestellt werden kann“, erklärt Tobias Hermes von der Archifaktur Lennestadt GmbH, die mit der Gesamtprojektleitung beauftragt ist.

Planer und Bauunternehmen hoffen nun auf milde Wintermonate während der Abbruch- und Tiefbauarbeiten. Die Gesamtinvestition beträgt rund sechs Millionen Euro.

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