Umweltstreit

Lennestadt: Bürgerinitiative gegen Steinbruchausbau

Der Steinbruch der Firma Rheinkalk Grevenbrück soll erweitert werden.

Der Steinbruch der Firma Rheinkalk Grevenbrück soll erweitert werden.

Foto: Volker Eberts

Sporke/Hespecke.  Der Steinbruch bei Grevenbrück soll erweitert werden. Die Gegner wollen am Freitag einen Bürgerverein gründen.

Angekündigt war sie schon länger, eine Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Steinbruchs der Grevenbrücker Kalkwerke. Jetzt wollen die Gegner und Kritiker des Vorhabens Nägel mit Köpfen machen. Am kommenden Freitag, 25. September, soll eine Bürgerinitiative in Form des Vereins „Aktive Bürger gegen Erweiterung Grevenbrücker Steinbruch“ aus der Taufe gehoben werden. Zur Gründungsversammlung um 18 Uhr in der Hütte am Rott in Sporke (Vogelstange) sind alle Interessierten herzlich willkommen.

Seit drei Jahren

Mittlerweile ist es drei Jahre her, dass die Pläne der Firma Rheinkalk, ihren Steinbruch großzügig zu erweitern, öffentlich wurden. Einige Bürger sind seitdem aktiv, um das Vorhaben zu verhindern. Denn die Fakten, die das Unternehmen Rheinkalk Grevenbrück GmbH in ihrem Genehmigungsantrag nennt, haben die Bürger, die zum Teil nur einen Steinwurf entfernt zum Steinbruch leben, aufgeschreckt. Das Unternehmen will den Steinbruch zur Zukunftssicherung langfristig um 20 Hektar erweitern, die Kalksteinförderung von 500.000 auf 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr ausweiten. Die Bürger in den Orten Sporke und Hespecke sind überzeugt, dass dies nicht ohne Folgen für Ort und Natur bleiben kann. Sie befürchten mehr Lärm und Staub, mehr Verkehr, dadurch weniger Wohnqualität und durch das Abpumpen des Grundwassers das Versiegen der Quellen des Wasserverbandes Sporke/Hespecke. Denn die Wasserentnahme soll von 250.000 Kubikmeter pro Jahr auf fast 5,7 Millionen Kubikmeter ausgeweitet werden.

Prognosen statt Fakten

Beim Erörterungsverfahren im September 2018 im Kreishaus hatten die Fachleute von Rheinkalk alle Befürchtungen für unbegründet erklärt, doch auf diese Prognosen wollen sich die Sporker und Hespecker nicht verlassen. Der Einsatz der Bürger hat sich bisher gelohnt, die Genehmigung für das Vorhaben der Firma steht immer noch aus. Die Bürger merkten aber auch, wie komplex die gesamte Materie ist und wie wichtig es ist, mit einer Stimme zu sprechen. „Um unsere Interessen aktiv bei der Genehmigungsbehörde zu vertreten brauchen wir einen eingetragenen Verein“, so Josef Quinke, einer der Organisatoren der Bürgerversammlung am kommenden Freitag, zu der interessierte Bürger aus allen anliegenden Orten, also auch aus Theten, Trockenbrück und Grevenbrück, herzlich eingeladen sind. Steinbruch-Genehmigung- Kiebitz bleibt den Sporkern treuDie Gründung des neuen Vereins wurde in den letzten Wochen mit externem Sachverstand detailliert vorbereitet.

Entscheidung im Oktober

Laut Kreisverwaltung Olpe ist das Genehmigungsverfahren über die Erweiterung des Steinbruchs mittlerweile so gut wie abgeschlossen. „Wir haben noch eine ornithologische Betrachtung der Lerchenpopulation erbeten, wir rechnen damit in den nächsten Tagen. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidung im nächsten Monat getroffen werden kann“, so Kreisdirektor Theo Melcher.

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