Naturschutz

Lennestadt: Mulchaktion der Kreiswerke erzürnt Naturschützer

Die Kreiswerke ließen die Trasse auf dem Höhenzug zwischen Maumke und Grevenbrück mulchen.

Die Kreiswerke ließen die Trasse auf dem Höhenzug zwischen Maumke und Grevenbrück mulchen.

Foto: Privat

Maumke/Grevenbrück.  Ab März ist der Rückschnitt von Hecken und Sträuchern verboten. Die Kreiswerke Olpe ließen in Lennestadt trotzdem mulchen.

Eine Mulchaktion mitten im März erbost die Naturschützer in Maumke und Grevenbrück. „Das ist doch wegen des Naturschutzes ab 1. März verboten“, meldeten sich einige Leser erbost in unserer Redaktion. Der Kreis Olpe habe von einem Lohnunternehmen auf dem Höhenzug zwischen Maumke und Grevenbrück das ganze Gehölz im Bereich der Wasserleitung der Kreiswasserwerke mulchen, also beseitigen lassen. Auch Revierpächter und Imker Markus Kebben aus Maumke wurde von Leuten angesprochen, was denn da passiert sei im Revier in der Brut- und Setz-Zeit.

Ab März sind Rückschnitte verboten

Unsere Redaktion fragte nach bei Peter Schauerte als Vertreter der Kreisjägerschaft zum Natur- und Tierschutzgedanken der grünen Zunft. „Es weiß jeder Gartenbesitzer und Hobbygärtner, dass ab 1. März kein Busch mehr geschnitten werden darf, weil dort ein Vogelnest drin sein könnte. Es kann doch nicht sein, dass die Natur mit so einer umfangreichen Maßnahme kaputt gemacht wird in der Brut- und Setzzeit. Das ist ein unheimlich wertvoller Lebensraum für Hase, Reh und Vögel“, so der stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft „Kurköln“ Olpe. Auch bei ihm hätten sich Leute über die Mulchaktion beschwert. Jeder naturbewusste Mensch wisse, dass das jetzt nicht geht. Privatleute, die nach dem 1. März so etwas tun, würden vom Kreis angezeigt und müssten ein Bußgeld zahlen.

Nur noch wenige wilde Hecken im Kreis

Im Februar sei es wohl noch zu matschig gewesen, um die Trasse mit dem schweren Traktor frei zu machen, meint Peter Schauerte. Deshalb hätten die Kreiswerke das wohl jetzt gemacht. Der Naturschutz müsse aber im Vordergrund stehen: „Dann muss man das halt später machen, aber nicht Mitte März. Wir haben nur noch wenige Heckenstreifen.“ Der Bagger habe alles klein gemacht: „Brombeere, Himbeere, Ginster, alles, was frei wächst und Futterquelle fürs Wild oder ein Nest ist.“

Unsere Redaktion fragte beim Kreis Olpe nach. „Am Donnerstag der vergangenen Woche ist an der genannten Stelle für die Kreiswerke eine Trasse gemulcht worden“, bestätigt Hans-Werner Voss, Pressesprecher des Kreises Olpe. Und weiter: „Die Rückschnitte der jetzt kleingemulchten Sträucher erfolgten bereits im Januar durch Mitarbeiter des Bauhofs. Wegen der Witterung hatte man bis jetzt auf den Einsatz von schwerem Gerät verzichtet, um Flurschäden zu vermeiden.“

Kreis: Keine Brutstellen zerstört

Während der Arbeiten seien zwei Mitarbeiter vom Kreisbauhof mit vor Ort gewesen und hätten die zu mulchenden Stellen auf Tiere und Brutstellen kontrolliert, betont Kreissprecher Voß: „Ein Rückschnitt war gerade vor dem Hintergrund einer störungsfreien Wasserversorgung notwendig, um bei eventuellen Störungen oder Rohrbrüchen einen Zugang zum Leitungsnetz zu haben.“

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