Gericht

Lennestadt: Patient schlägt Arzt wegen Rezept ins Gesicht

Ständig gerät ein 44-Jähriger mit dem Gesetz in Konflikt. Jetzt gab es im Olper Schöffengericht eine weitere Verurteilung.

Ständig gerät ein 44-Jähriger mit dem Gesetz in Konflikt. Jetzt gab es im Olper Schöffengericht eine weitere Verurteilung.

Foto: Roland Vossel / WP

Olpe.  Wegen einer ganzen Reihe von Straftaten war ein 44-Jähriger in Olpe angeklagt. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren und drei Monaten.

Der Angeklagte war eine tickende Zeitbombe. Es fehlte nicht viel, dass der drogenabhängige 44-Jährige ausrastete. Das bekam am 2. Juli 2019 auch ein Arzt in Lennestadt zu spüren. Weil er nicht sofort ein Rezept ausstellte, beschimpfte er ihn und schlug ihn ins Gesicht.

Zwei Justizbeamte führten den in der JVA Werl inhaftierten und zuletzt in Lennestadt wohnenden Mann in den Olper Gerichtssaal. Es ging um Körperverletzungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Nötigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. „Er hat mir im Sprechzimmer Schläge angedroht, falls er das Rezept nicht bekommt. Ich hatte ihm gesagt, dass die Bestätigung der Krankenkasse fehle und dies ein paar Minuten dauern könne. Ich wurde beschimpft und bedroht. Da habe ich ihm Hausverbot erteilt und er hat mir die Brille von der Nase geschlagen“, sagte der Lennestädter Arzt. Es sei ihm damals sehr dreckig gegangen, meinte der geständige Angeklagte: „Ich habe morgens Amphetamine genommen und abends Hasch. Ich brauchte das Medikament unbedingt.“ Am 2. Juli 2019 versetzte er zudem einem an der Bushaltestelle in Altenhundem stehenden Jungen eine Backpfeife.

Ins Gesicht gespuckt

Nach einem Diebstahl im Hit-Markt in Altenhundem am 26. November 2019 leistete er Polizisten erheblichen Widerstand. Am gleichen Tag wurde ein Lennestädter (46) im Zug zum willkürlichen Opfer des Angeklagten. „Er hat mich zutiefst beleidigt, dreimal angespuckt und den Rauch seiner E-Zigarette ins Gesicht geblasen. Dann sagte er: Wenn wir in Altenhundem aussteigen, bringe ich dich um“, berichtete der Zeuge. In der JVA Attendorn hatte er am 17. April dieses Jahres einem Arzt gedroht ihn umzubringen, weil er von ihm ein Medikament und eine Krankenmatratze nicht bekommen hatte.

20 Jahre Drogenkonsum jeglicher Art, 24 Vorstrafen und 15 Jahre in Haftanstalten sind die Bilanz des Angeklagten. „Er ist sehr aggressiv, impulsiv und sehr beleidigend. Ich kann nur zu einer negativen Prognose kommen“, meinte die Bewährungshelferin. Der 44-Jährige berichtete, dass er eine Langzeit-Sozialtherapie mit betreutem Wohnen in Essen anstrebe: „Da habe ich ein neues Umfeld, dass ich mein Leben wieder auf die Kette kriege. Mir ist das auch peinlich.“

Staatsanwältin Beck forderte zwei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe. Es müssten die Folgen bei den Geschädigten berücksichtigt werden. „Sein Grundproblem sind die Drogen und das kann nur mit Therapie, nicht mit Strafe gelöst werden“, betonte Verteidiger Torsten Zöller. Im Urteil folgte das Schöffengericht dem Antrag der Staatsanwältin. Ganz stark strafverschärfend sei, dass er den Lennestädter im Zug ins Gesicht gespuckt und massiv bedroht habe, so Richter Richard Sondermann.

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