Kriminalität

Lennestadt: Vater wegen Mordes an seinem Sohn angeklagt

Die Feuerwehr rückte am 3. Mai zu einem Wohnungsbrand nach Grevenbrück aus. Die Einsatzkräfte fanden zunächst draußen den Vater und dann das tote Kleinkind im Haus.

Die Feuerwehr rückte am 3. Mai zu einem Wohnungsbrand nach Grevenbrück aus. Die Einsatzkräfte fanden zunächst draußen den Vater und dann das tote Kleinkind im Haus.

Foto: Kai Osthoff / WP

Grevenbrück.  Kaltblütig soll ein 34-Jähriger in Grevenbrück seinen dreijährigen Sohn ermordet haben. Am 10. November beginnt der Prozess.

Die Anklage ist erschütternd. Auf unfassbare Weise soll ein 34-Jähriger am 3. Mai dieses Jahres in Grevenbrück seinen dreijährigen Sohn getötet haben. Die Staatsanwaltschaft hat ihn angeklagt wegen Mordes. Am 10. November beginnt vor dem Schwurgericht des Landgerichtes Siegen der Prozess. Das bestätigte Gerichtssprecher Dr. Sebastian Merk auf Anfrage unserer Redaktion.

Seit einem halben Jahr war die Beziehung der Eltern beendet. Sie soll zerbrochen sein, weil der 35-Jährige gewalttätig gegenüber der Frau gewesen sein soll. Das Kind lebte bei der Mutter. Es bestand aber Besuchskontakt für den Vater. Am Morgen des 3. Mai holte der 34-Jährigen seinen kleinen Sohn nach einvernehmlicher Absprache bei der Mutter ab und nahm ihn mit in seine Wohnung nach Grevenbrück.

Laut Anklage soll er den Jungen an jenem Sonntag gegen 15 Uhr gewürgt haben, bis er bewusstlos war. Dann habe er ihn im Nebenraum auf eine Matratze gelegt und die Matratze mit dem Kind mit einem flüssigen Brandbeschleuniger angezündet. Die Obduktion hat ergeben, dass die Brandverletzungen tödlich waren. Die Feuerwehr hatte damals zunächst den schwer verletzten 34-Jährigen vor dem Wohnhaus in der Dr. Paul Müller Straße 62 gefunden und nach dem Löschen des Brandes das tote Kind in dem Haus, das zu einem benachbarten Metallbetrieb gehört, entdeckt.

„Der Angeklagte soll aus dem dreieinhalb Meter hohen Küchenfenster gesprungen und so verletzt worden sein, dass er in einen Tiefschlaf versetzt wurde“, so Dr. Merk. Vor dem Sprung aus dem Fenster soll er sich noch eine oberflächliche Schnittverletzung im Brustbereich zugefügt haben.

Zettel gefunden

Nach Informationen unserer Redaktion fanden die Ermittler einen Zettel bei dem 34-Jährigen. Inhalt: „Ich wollte einfach in Deutschland sterben, am besten neben meinem Sohn.“

Drei Mordmotive sollen laut Anklage erfüllt sein, so der Gerichtssprecher. Der Angeklagte soll heimtückisch, grausam und mit gemeingefährlichen Mitteln gehandelt haben. Der 34-Jährige ist vorbestraft wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahls, Hausfriedensbruchs, Erschleichen von Leistungen und Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz.

„Es könnte ein Suizidversuch gewesen sein, dagegen sprechen aber die nur oberflächliche Schnittverletzung und das nur dreieinhalb Meter hohe Küchenfenster“, so Dr. Sebastian Merk. Ein psychiatrischer Gutachter wird in dem Prozess zur Schuldfähigkeit des in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten Stellung beziehen.

Nach dem Plan der Schwurgerichtskammer sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am 18. Dezember gesprochen werden.

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