Ärger um Verkehr

Lennestadt: Zebrastreifen werden immer öfter ignoriert

Carsten Brendel-Schulte (47) beobachtet zusammen mit Tochter Lea (4) die Straße vor seinem Haus, wenige Meter entfernt der "unsichere" Fußgängerüberweg. 

Carsten Brendel-Schulte (47) beobachtet zusammen mit Tochter Lea (4) die Straße vor seinem Haus, wenige Meter entfernt der "unsichere" Fußgängerüberweg. 

Foto: Volker Eberts / WP

Grevenbrück.  Täglich erlebt Carsten Brendel-Schulte aus Grevenbrück, dass Autos den Zebrastreifen auf der Siegener Straße ignorieren. Er fordert Konsequenzen.

„An Fußgängerüberwegen haben Fahrzeuge, mit Ausnahme von Schienenfahrzeugen, den zu Fuß Gehenden sowie Fahrenden von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen, die den Überweg erkennbar benutzen wollen, das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Fahrzeuge dürfen nur mit mäßiger Geschwindigkeit heranfahren und wenn es nötig ist, müssen sie warten“, heißt es in § 26 der Straßenverkehrsordnung. Jeder Führerscheinbewerber lernt dies in der Fahrschule. Doch leider halten sich viele nicht daran.

Keine Einzelfälle

Carsten Brendel-Schulte aus Grevenbrück kann ein Buch darüber schreiben. Er wohnt in der Siegener Straße 10 (B 236), nur wenige Meter entfernt vom Zebrastreifen direkt an der Evangelischen Kirche. „Hier wird viel zu schnell gefahren und auch nicht angehalten, wenn jemand über die Straße will“, sagt der Grevenbrücker. Und das seien keine Einzelfälle. In dem Moment, als er das sagt, brettert ein eiliges Taxi über den Zebrastreifen, obwohl am Straßenrand ein Junge wartet. „Mein Junge hat deshalb Angst allein über den Zebrastreifen zu gehen, wenn er aus der Schule kommt“, so der Familienvater. Als 2016 ein Kind hier angefahren wurde, habe die Polizei auf der B 236 ein paar Mal geblitzt, auf Dauer ohne Erfolg. Die Raserei ging weiter, Fußgänger werden ignoriert.

Beim Ordnungsamt der Stadt ist das Problem bekannt. Es beziehe sich aber nicht nur auf die Siegener Straße, „sondern es besteht im gesamten Stadtgebiet“, so Beigeordneter Karsten Schürheck. Er betont, dass dies nicht am Zustand, der Lage oder Ausstattung der Zebrastreifen liege. Der Fußgängerüberweg entspreche der gültigen DIN-Norm, verfüge also über die richtige, vorgesehene Beschilderung und Beleuchtung. Die Straße wurde erst vor wenigen Monaten saniert, die Markierungen sind also noch frisch und gut sichtbar.

Blinklichter könnten helfen

„Als die gelben Baustellenstreifen auf der Straße waren, haben die Leute eher drauf geachtet“, sagt Carsten Brendel-Schulte. Seit kurzer Zeit wirbt ein Imbiss auf der anderen Straßenseite kurz vor dem Zebrastreifen mit einem großen, bunten Werbedisplay. Der 47-Jährige vermutet, dass die Autofahrer dadurch zusätzlich abgelenkt werden.

Seiner Meinung nach könnten optische Verbesserungen an dem Zebrastreifen leicht nachgerüstet werden, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen, zum Beispiel Reflektoren oder Blinklichter, die über Solarzellen mit Strom versorgt werden, eine auffälligere Farbgestaltung der Poller oder der Einbau einer Mittelinsel. Diese würde möglicherweise auch die Autos bremsen, „wenn am Wochenende auf der B 236 wieder Rennen gefahren werden“, so der Grevenbrücker. „Mit kleinen Maßnahmen könnte man den Zebrastreifen sicherer machen.“ Denn einen Unfall wie vor vier Jahren möchte er nicht noch einmal miterleben. Er hofft nun, dass sich die Behörden bei ihm melden werden.

Übrigens: Wer einen Zebrastreifen überfährt und einen Bevorrechtigten am Überqueren der Straße hindert, wird mit einem Punkt in und 80 Euro Bußgeld bestraft.

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