Schießanlage

Licht am Ende des Lenhauser Tunnelstreits

Der ehemalige Lenhauser Eisenbahntunnel, auf diesem Archivbild hinter den Sträuchern etwas versteckt, beherbergt zurzeit einen Schießstand.

Der ehemalige Lenhauser Eisenbahntunnel, auf diesem Archivbild hinter den Sträuchern etwas versteckt, beherbergt zurzeit einen Schießstand.

Foto: WP

Finnentrop.   Gemeinde Finnentrop und Jagd- und Sportschützenverein Frettertal streiten seit Jahren um die Nutzung des Lenhauser Tunnels. Lösung nun in Sicht.

Im etliche Jahre andauernden Streit zwischen der Gemeinde Finnentrop und dem Jagd- und Sportschützenverein Frettertal um die Nutzung des Lenhauser Tunnels (wir haben mehrfach berichtet) scheint sich eine Lösung anzubahnen. Bürgermeister Dietmar Heß erklärte am Rande einer Informationsveranstaltung in der Schützenhalle Lenhausen, dass die Gemeinde als Eigentümer des Tunnels dem Verein ein alternatives Grundstück im Industriegebiet Frielentrop angeboten habe.

Dabei handelt es sich laut Ludwig Rasche, 1. Beigeordneter der Gemeinde, um eine bislang noch ungenutzte Industriefläche oberhalb der Firma Kauth, die sich im Eigentum der Gemeinde befindet. „Wir sind auf einem guten Weg, allerdings noch nicht am Ende mit den Verhandlungen“, betonte Rasche im Gespräch mit dieser Zeitung. Er sei aber optimistisch, dass sich Gemeinde und Verein auf ein neues Domizil für die Sportschützen einigen würden.

Anbindung an Sauerland Radring

Hintergrund des Zwistes ist, dass die Gemeinde den Tunnel gerne als Fahrradweg in Betrieb nehmen möchte, um eine vernünftige Radverbindung von Lenne- und Frettertal mit dem Sauerland Radring zu gewährleisten. Derzeit müssen Radfahrer nämlich durch Lenhausen fahren, um etwa vom Lenne- ins Frettertal zu gelangen. Doch eine Anbindung durch den Tunnel, den der Verein per Vertrag bis 2027 unentgeltlich benutzen darf, bedingt, dass die Sportschützen diesen auch verlassen.

Diesen Bestrebungen der Gemeinde stehe der Verein auch gar nicht im Wege und man sei natürlich an einer einvernehmlichen Lösung interessiert, betonte Harald Kröning im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Anwalt aus Attendorn vertritt den Verein. Mehr wolle er zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht sagen. Nur soviel: „Ich kann bestätigen, dass wir seit geraumer Zeit in Verhandlungen stehen, aber zum jetzigen Zeitpunkt werden wir keine Erklärung abgeben, wir wollen die Gespräche mit der Gemeinde nicht gefährden“, sagte Kröning.

Vor Gericht gestritten

Laut Aussage von Ludwig Rasche sei das Grundstück im Industriegebiet, das der Sportschützenverein Frettertal kaufen würde, ideal gelegen. Sowohl von der Größe als auch vor dem Hintergrund der verschärften Rahmenbedingungen (vor allem bei der Frage um die Sicherheit) sei der Standort geeignet, um dort eine geschlossene Anlage mit einer 100 Meter langen Schießbahn, einem kleinen Sozialgebäude und Parkplätzen zu schaffen, so Rasche, der abschließend betonte: „Unser Ziel ist es, bis Mitte des Jahres eine Regelung zu finden.“

Um die Nutzung des Lenhauser Tunnels hatten die Gemeinde und der Jagd- und Sportschützenverein Frettertal in der Vergangenheit auch vor Gericht gestritten. Die Gemeinde hatte auf vorzeitige Räumung des Tunnels geklagt, damit aber weder vor dem Landgericht Siegen noch vor dem Oberverwaltungsgericht Hamm bestehen können. Nun scheint nach all den Jahren eine außergerichtliche Einigung bevorzustehen.

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