Sicherer Schulweg

„Mama-Taxis“ sollen in Grevenbrück in der Garage bleiben

Martin Witzel (Polizei) mit Grundschülern, Schulleiterin Elisabeth Blume, Elternvertreterinnen sowie Ingo Wirth, Bereichsleiter Ordnungsamt und Beigeordneter Karsten Schürheck an der ersten "Laufbus-Sammelstelle"  in Grevenbrück. 

Martin Witzel (Polizei) mit Grundschülern, Schulleiterin Elisabeth Blume, Elternvertreterinnen sowie Ingo Wirth, Bereichsleiter Ordnungsamt und Beigeordneter Karsten Schürheck an der ersten "Laufbus-Sammelstelle"  in Grevenbrück. 

Foto: Volker Eberts / WP

Grevenbrück.  Kinder sollen zur Schule laufen, die Mama-Taxis in der Garage bleiben, das ist eine Botschaft des neuen Schulweg-Konzeptes in Grevenbrück.

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Der Ort Grevenbrück hat seit Dienstag seine erste offizielle „Laufbus-Haltstelle“. Der ein oder andere Erwachsene wird sich über das dreieckige Schild in der Kölner Straße, bei Elektro Kappe gegenüber der Aral-Tankstelle, und auch über den Begriff wundern. Die Kinder der Nikolaus-Grundschule wissen dagegen bereits, worum es geht. Die Laufbus-Haltestellen sind Sammelstellen, wo sich an jedem Unterrichtstags um ca. 7.30 Uhr die Grundschüler aus den umliegenden Straßen des Ortes treffen, um gemeinsam über einen festgelegten, sicheren Schulweg zur Schule zu gehen. Dabei achten die älteren Schüler auf die jüngeren. Der Schulweg geht von der Kölner Straße aber nicht über die kürzere, aber viel befahrene und steile Lehmbergstraße, sondern über die Hangstraße zur Grundschule, „denn die ist sicherer, weil es dort einen Bürgersteig gibt“, erklärt Pauline Schneider, Schülerin der 2a an der Grundschule.

Fünf Sammelstellen

Insgesamt sind fünf Sammelstellen in Grevenbrück geplant, neben der ersten in der Kölner Straße an den beiden Kindergärten St. Nikolaus in der Lomke und Ratz und Rübe in der Lehmbergstraße, außerdem am Aufgang zum Gerichtsweg neben der Schützenhalle und im Bereich Twiene/Remmelweg. Alle relevanten Mitentscheider, die Schule, die Elternschaft, die Stadt und die Polizei stehen hinter dem Projekt unter dem Motto „Laufen statt Kutschieren“. Es gab zahlreiche Treffen, Begehungen und eine Abfrage aller Schülerinnen und Schüler. Die Vorteile sind vielfältig.

„Der Laufbus stärkt die sozialen Kompetenzen der Schüler und fördert die Bewegung“, erklärt Schulleiterin Elisabeth Blume.

Mehr noch: Schule und Stadt hoffen, dass der „Laufbus“, also der gemeinsame geordnete Gang zur Schule im wahrsten Sinne des Wortes Schule macht, damit bald möglichst alle Kinder zu Fuß zur Schule gegen und das sogenannte „Mama- oder Eltern-Taxi“ stehen bleibt.

Denn das Verkehrschaos, das sich jeden Morgen ab 7.30 Uhr auf dem Lehmberg in Grevenbrück abspielt, wo drei Schulen zuhause sind, (Grundschule, Lessing-Realschule und Janusz-Korczak-Schule), wenn zig Eltern ihre Kinder per Auto zur Schule bringen, sei „eine Katastrophe“, sagt auch Martin Witzel, Verkehrssicherheitsberater der Polizei in Lennestadt: „Wir unterstützen das Projekt Laufbus und üben den Schulweg mit den Kindern.“

Eltern-Taxis sollen zuhause bleiben

Stadt und auch Polizei machen kein Hehl daraus, dass sie am liebsten einen autofreien Lehmberg hätten, dass nicht nur die Eltern-Taxis, sondern auch der Linienbus-Verkehr das Grevenbrücker Schulzentrum erst gar nicht mehr anfahren und auch Realschüler zu Fuß zum Unterricht gehen. Die Anwohner hätten sicher auch nichts dagegen.

„Unser Ziel ist, den Linienverkehr mittelfristig rauszunehmen, aber die Realschule muss das wollen“, so Ingo Wirth vom Ordnungsbereich im Rathaus nach einem weiteren Gespräch mit allen Beteiligten vor wenigen Tagen. Die Schule pocht als Voraussetzung dafür auf einen sicheren Schulweg für die Schüler und dieser würde über die Lehmbergstraße gehen. Und das ist ein Problem. Die Straße ist im unteren Bereich recht schmal, steil und hat keinen Bürgersteig. Ingo Wirth: „Wir müssen prüfen, was da überhaupt machbar wäre und was es kosten würde.“

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