Zirkus

Manege frei für die Schüler der Düringerschule

Die Seiltänzerinnen proben fleißig für die große Show am Freitag. Hilfestellung bekommen sie während der Probe von den Artisten und ihren Lehrern.

Die Seiltänzerinnen proben fleißig für die große Show am Freitag. Hilfestellung bekommen sie während der Probe von den Artisten und ihren Lehrern.

Foto: Riem Karsoua

Olpe.   Jongleure, Akrobaten und Seiltänzer: In der Projektwoche werden die Kinder zu echten Artisten. Ihr großes Debüt feiern sie in einem Zirkuszelt.

Das Erdgeschoss der Düringerschule ist wie leer gefegt. Es ist mucksmäuschenstill und der Duft von Popcorn liegt in der Luft – vom normalen Schulalltag fehlt jede Spur.

Hinter einer Glastür stehen Schüler mit bunten Tüchern in der Hand. Mit großen Augen schauen sie zu einem Mann und lauschen konzentriert seinen Worten. Auf sein Zeichen hin laufen sie im Kreis und wedeln mit ihren farbenfrohen Tüchern. Im gleichen Raum wird die Kontrolle über das Gleichgewicht auf einem Gymnastikball geübt. Doch Sport aus dem Lehrplan wird hier nicht unterrichtet.

Teamfähigkeit wird gestärkt

Die Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen konnten in dieser besonderen Woche Schule mal ganz anders erleben. Fernab von jedem Noten- und Leistungsdruck, wurde die Schule in einen Übungsplatz für eine unterhaltsame und bunte Zirkus-Show verwandelt. Gemeinsam mit dem Team rund um die Zirkusschule Dobbelino, wurde den Kindern in der Projektwoche nicht Mathe, Deutsch oder Englisch, sondern Seiltanzen, Jonglieren und Trampolinspringen beigebracht.

Der Zirkus Dobbelino ist zum ersten Mal Gast an der Düringerschule, sein pädagogisches Zirkusprojekt jedoch eine willkommene Abwechslung und eine Herausforderung zugleich für Schüler und Lehrer. „Die Kinder lernen, sich gegenseitig zu vertrauen. Sie geben sich Hilfestellungen und arbeiten an ihrer Teamfähigkeit. Viele, die Schwierigkeiten in der Schule haben, strahlen in dieser Woche, weil sie ein Erfolgserlebnis haben“, freut sich Schulleiterin Kathrin Renker-Schlörb.

Am heutigen Freitag werden die Schüler das einstudierte Stück in der Manege eines richtigen Zirkuszelts zum Besten geben. „Die Show erzählt eine ganze Geschichte – wie ein Theaterstück“, erzählt die Schulleiterin.

Und auch den Kindern ist die Begeisterung anzusehen. Sie durften sich eine von zehn Gruppen aussuchen, die von fünf Artisten betreut werden. Teamarbeit wird im Zirkus ganz groß geschrieben. Das gilt nicht nur für Schüler und Artisten, sondern auch für die Lehrer. Diese sind in der Projektwoche voll involviert. „Ein Artist ist für zwei Gruppen zuständig. Wenn er bei der einen Gruppe ist, übt eine Lehrkraft mit den Kindern das einstudierte Stück“, so Renker-Schlörb.

Vorfreude bei den Kindern steigt

Dass die Projektwoche bereits nach wenigen Tagen bei den Kindern ganz besonders gut ankommt, zeigt sich auch an der Vorfreude auf die baldige Aufführung: „Ich bin ein wenig aufgeregt, obwohl ich schon einmal bei einem Zirkus mitgemacht habe. Damals war ich auch nervös, aber sobald wir mit unserem Stück angefangen haben, war die Aufregung weg“, erzählt die 9-jährige Luisa, die sich für das Kugellaufen entschieden hat. Dass sie ihrem Publikum etwas ganz Besonderes vorführen, ist den Schülern bewusst, die Freude auf die Spezial-Effekte daher ganz besonders groß. „Ich finde es cool, dass wir bei unserer Show leuchten werden“, fiebert Johanna (10) ihrem Auftritt als Poi-Schwingerin entgegen.

Popcorn wie im Zirkus

Besonders beliebt und nicht zu unterschätzen ist auch das Trampolinspringen. „Die Rollen (Salto) finde ich schwierig, der Rest ist aber einfach und macht mir sehr viel Spaß“, strahlt Tom (7). Damit die Gruppen nicht zu groß sind und sich die Schüler für ihr großes Debüt vorbereiten können, wurden zwei Gruppen gebildet. Während die eine in der Turnhalle und im Aufenthaltsraum ihr Stück einstudiert, geht es für die anderen in die Klassen. „Dort wird mit den Schülern gebastelt oder gemalt. Popcorn wird auch gemacht, wie in einem richtigen Zirkus“, lacht die Schulleiterin.

Weitere Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Kreis Olpe finden Sie hier.

Folgen Sie der Westfalenpost Kreis Olpe auch auf Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben