Jedermannlauf

Marathon im Finnentroper Fledermaustunnel am Samstag

Kerstin Greb und Frank Pachura vor dem Eingang des Fledermaustunnels. Sie veranstalten den ungewöhnlichen Jedermannlauf in Finnentrop.

Kerstin Greb und Frank Pachura vor dem Eingang des Fledermaustunnels. Sie veranstalten den ungewöhnlichen Jedermannlauf in Finnentrop.

Foto: Privat

Finnentrop.  Ungewöhnliches Laufevent am Samstag in Finnentrop. Organisator Frank Pachura aus Welver hat ein Händchen für die ganz besonderen Austragungsorte.

Radfahrer und Spaziergänger durchqueren regelmäßig den knapp 700 Meter langen Kückelheimer Tunnel in Finnentrop, der vielen wohl eher als Fledermaustunnel ein Begriff ist. Am Samstag ist er jedoch gesperrt – zumindest für den normalen Durchgangsverkehr. Es ist kein verspäteter Aprilscherz: Frank Pachura (55) aus Welver veranstaltet auf diesem ungewöhnlichen Terrain tatsächlich einen Marathon. Um die 80 Läufer werden ab 13 Uhr in dem Fledermaustunnel etwa 30 Mal hin- und herlaufen, bis sie die gut 42 Kilometer geschafft haben.

Der 55-jährige Organisator des Laufes, der als Bautechniker sein Geld verdient, betreibt den Marathonsport seit mittlerweile ziemlich genau 20 Jahren. In den Anfangszeiten absolvierte er pro Jahr „nur“ zwei bis drei Marathons, allerdings unter der Prämisse, immer schneller zu werden. „Doch irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem habe ich gemerkt: Wenn ich nicht immer komplett am Limit laufe, dann schaffe ich viel mehr von diesen Läufen im Jahr“, berichtet der Mann aus dem Kreis Soest. So habe er den Eventcharakter für sich entdeckt und der Spaß steht seitdem im Vordergrund.

1300 Runden auf dem Fernsehturm

Deshalb lautet sein Credo längst: Je ausgefallener die Marathonstrecke, desto besser. So drehte er beispielsweise in der Vergangenheit 1300 Mini-Runden auf dem Dortmunder Fernsehturm und auch eine Motorcross-Strecke in Werl eignete sich als Marathonort hervorragend. „Für mich ist das mittlerweile wie ein großes Familientreffen. Über die Jahre hat sich eine große Laufgemeinschaft etabliert.“

Wie er auf diesen Ort gekommen ist? Das weiß Pachura gar nicht mehr so genau. „Ich habe davon irgendwann mal gelesen und ein Bekannter hat mich tatsächlich angesprochen und gefragt, ob ich den Fledermaustunnel in Finnentrop kennen würde. So war die Idee geboren“, berichtet er. Mit von der Partie sind einige Mitstreiter seiner Laufgemeinde, genauso aber stellen sich auch einige heimische Läufer dieser Herausforderung.

Einer dieser Teilnehmer ist Christoph Klein aus Attendorn, der seit Anfang der 2000er Jahre Marathonläufer ist und Pachura über „Lidoma“ kennenlernte. Dabei handelt es sich um einen von Pachura initiierten Jedermannlauf. „Lidoma“ steht für „Laufen in Dortmund Marathon“ und ist gleichzeitig ein Laufsportportal, das der gebürtige Ruhrpottler betreibt. „In einem Tunnel zu laufen, das habe ich noch nicht erlebt. Das ist wirklich eine einmalige Sache“, freut sich der 47 Jahre alte Klein auf die bevorstehenden Veranstaltung.

Mit Stirnlampe unterwegs

Damit am Abend die Fledermäuse nicht gestört werden, laufen die Teilnehmer mit Stirnlampen, denn das Wohl der kleinen Bewohner stehe an erster Stelle. Frank Pachura und seine Lebensgefährtin Kerstin Greb werden gemeinsam mit der Familie für den reibungslosen Ablauf sorgen.

Ein passionierter Marathon-Läufer ist sicherlich auch Andreas Ufer. Der Attendorner, der erstmals im Oktober 1997 die gut 42 Kilometer beim Köln-Marathon absolvierte und mittlerweile knapp 30 dieser Läufe hinter sich hat, erklärt auf Nachfrage dieser Redaktion: „Bei diesem Lauf im Fledermaustunnel geht es für die Teilnehmer weniger darum, eine neue Bestzeit aufzustellen, sondern vielmehr dieses besondere, skurrile, einmalige Erlebnis zu genießen. Das ist schon ein ganz anderes Lauferlebnis als in der freien Natur.“ Allerdings sei der Fledermaustunnel, der sich im Besitz der Gemeinde befindet, durch seinen asphaltierten Boden in einem sehr guten Zustand, so Ufer.

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