Kirche

Maria 2.0 in Olpe: „Glaubens-Weg“ durch die Innenstadt

Das Team Maria 2.0 beim ersten Infostand auf dem Olper Weihnachtsmarkt am 30.11.2019 zur Unterschriftensammlung.

Das Team Maria 2.0 beim ersten Infostand auf dem Olper Weihnachtsmarkt am 30.11.2019 zur Unterschriftensammlung.

Foto: Privat

Olpe.  Unterstützer der Bewegung Maria 2.0 laden zu einem Glaubens-Weg durch die Innenstadt von Olpe ein. Aktion für die Gemeinschaft der Christen.

Eine ganze Woche lang, vom 19. bis 26. September, werden die Unterstützer und Unterstützerinnen vom Kirchenstreik Maria 2.0 mit verschiedenen Veranstaltungen bundesweit die vollständige Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche fordern. Ebenso gehören die Aufhebung des Pflichtzölibats und die vollumfängliche Aufklärung der kirchlichen Missbrauchsfälle ohne Vertuschung und mit Überstellung der Täter an weltliche Gerichte zu den Zielen der Initiative. Auch die Frauen in Olpe, die Maria 2.0 unterstützen, wollen ein Zeichen setzen. Sie laden zum „Glaubens-Weg“ durch die Innenstadt von Olpe für Dienstag, den 22. September 2020, ein.

Eine der etlichen Unterstützerinnen ist Jutta Ohm. Sie wohnt in Olpe, ist 49 Jahre alt und gläubige Katholikin. „Für mich ist es wichtig, dass die Forderungen umgesetzt werden“, erklärt sie im Gespräch mit unserer Zeitung stellvertretend für die ganze Gruppe. „Es geht mir auch darum, dass die Begleitung der Menschen durch die Kirche im alltäglichen Leben überlebt.“ Die Gemeinschaft der Christen – das liegt den Unterstützern von Maria 2.0 am Herzen. Etwas, das auch durch die Missbrauchsskandale gelitten hat. „Das gemeinsame Gebet ist die eine Sache“, sagt Jutta Ohm. „Uns ist es aber auch wichtig, draußen öffentlichkeitswirksam präsent zu sein.“

Auch während der Corona-Zeit waren die Olper Frauen bundesweit unter anderem durch Whats-App-Gruppen im Kontakt zu anderen Unterstützern. Insgesamt seien die Reaktionen durchweg positiv. Bei der letzten Aktion, ein Infostand auf dem Olper Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr, habe man viele gute Gespräche geführt und etliche Unterschriften gesammelt, die an einen Botschafter des Vatikans in Berlin übergeben wurden. „Die Kirche soll auf mittlerer Sicht besser aufgestellt sein“, betont Jutta Ohm. „Mehr Frauen in Leitungsfunktionen würde die Kirche beleben.“

Start- und Zielpunkt des „Glaubens-Weges“ sind die Hauptportale beider großen Stadtkirchen, mit Zwischenziel Krankenhauskapelle im Stadtzentrum. Beginn ist um 16.30 Uhr an der Mariä Himmelfahrtskiche, Günsestraße. Gemeinsam mit der Keimzelle der Aktion in Münster betonen auch die Olper Frauen, dass sie sich trotz aller Missstände in der katholischen Kirche hierbeheimatet fühlen. Ein stillschweigender Austritt ist für sie keine Option. Sie möchten aktiv werden, um auf die notwendige Erneuerung der Kirche hinzuwirken.

Der Weg in den Gottesdienst

Mit dabei ist auch Ulrike Heuel. Sie ist 64 Jahre alt und ebenfalls gläubige Katholikin. Sie erlebt die Unterstützung und die Rückmeldung auf die Bewegung durchweg positiv. „Uns haben ganz spontan viele Menschen angesprochen bei der letzten Aktion. Auch viele ältere Personen und Männer waren dabei“, erzählt Ulrike Heuel. „Im Bekanntenkreis und bei Freunden ist die Resonanz ebenfalls sehr groß. Den Menschen ist bewusst, dass sich etwas ändern muss.“

Sich in der christlichen Gemeinschaft aufgehoben fühlen – das ist ihre persönliche Motivation, sich an dem Kirchenstreik zu beteiligen. „Für mich gehört der Gottesdienst zum Leben dazu“, erklärt sie. „Aber ich merke, dass mir der Weg dorthin immer schwerer fällt, weil ich Probleme mit den Machtstrukturen habe. Das kann ich immer schlechter aushalten.“ Sie habe sich sogar die Frage gestellt, ob die aufgrund der Missstände aus der Kirche austreten soll – doch letztlich hat sie sich entschieden, zu bleiben. Eben um etwas bewegen zu können. „Die Kirche soll ihre Glaubwürdigkeit erhalten und lebendig sein.“

An den Stationen des „Glaubens-Weges“ in Olpe werden die Forderungen des Synodalen Weges mit Texten und im gemeinsamen Gebet aufgegriffen. Insbesondere auf dem Weg durch die Innenstadt möchten die Frauen durch Plakate und Banner Passanten aufmerksam machen. Für Gespräche und Fragen zu den Forderungen von Maria 2.0 oder des Synodalen Weges besteht sowohl an den Stationen als auch auf dem Weg Gelegenheit und Bereitschaft. Denn aus den bundesweiten Nachrichten ist die Thematik mittlerweile vielen bekannt.

Dieser „Glaubens-Weg“ durch die Olper Innenstadt soll in Zukunft öfter wiederholt werden und steht jeweils unter einem anderen Schwerpunkt. Die erste Veranstaltung befasst sich mit der „Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche“.Alle, die sie unterstützen wollen, sind herzlich eingeladen, den Glaubens-Weg mit zu gehen.

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