Festakt

Martin Nyqvist mit viel Lob in Attendorn verabschiedet

Unser Bild zeigt "Leuchtturm"-Kirchenmusiker Martin Nyqvist am Sonntagnachmittag an der Klaisorgel im Sauerländer Dom. Erstmals nach dem Lockdown gab es im Kreisgebiet ein Live-Konzert.

Unser Bild zeigt "Leuchtturm"-Kirchenmusiker Martin Nyqvist am Sonntagnachmittag an der Klaisorgel im Sauerländer Dom. Erstmals nach dem Lockdown gab es im Kreisgebiet ein Live-Konzert.

Foto: Meinolf Lüttecke

Attendorn.  Organist Martin Nyqvist wechselt von Attendorn ins oberbayerische Waldkraiburg. Bei einem Festakt zum Abschied gab es viele große Komplimente.

Im Sauerländer Dom gab es am Wochenende das volle Programm. Zwischen der Erstkommunionfeier am Samstagnachmittag und den Firmfeiern am Sonntag fand in Attendorns Pfarrkirche am Samstagabend die Verabschiedung von Kirchenmusiker Martin Nyqvist statt. Selbstverständlich unter Einhaltung der momentanen strengen Corona-Vorgaben.

Der eineinviertel Stunde dauernde Festakt bestand aus Musik und Wortbeiträgen im Wechsel. Die Orgelimprovisation „Befiehl du deine Wege“ war der Auftakt. Das Kirchenlied basiert auf einer Melodie von Georg Philipp Telemann und drückt das Gottvertrauen auf allen Wegen des Lebens bis zum Tod hinaus aus. Dies sei, wie Martin Nyqvist offen zugab, sein Lieblingslied, gerade in der Corona-Zeit geworden.

Musikalischer Vortrag von der Ehefrau

Pfarrer Andreas Neuser fand lobende Worte für den ins oberbayerische Waldkraiburg wechselnden Kirchenmusiker und machte deutlich, dass das Wort „Danke“ für die Arbeit von Martin Nyqvist eigentlich zu wenig sei. Neuser passte sich dem bayerischen Sprachschatz an und sagte: „Vergelt es Ihnen Gott! Ja, ich lege es in Gottes Hand, Ihnen zu vergelten, was Sie für unsere Gemeinden hier in Attendorn, was Sie aber auch für mich persönlich getan haben. Sie haben sich um die Chöre gekümmert, Sie haben Konzerte gegeben, Sie sind in die Kindergärten und Schulen gegangen, Sie haben Initiativen aufgegriffen und mitgestaltet. Dabei habe ich Sie immer offen und flexibel erlebt. Irgendwie hat es sich ergeben, dass ich bei der Liedauswahl zu den Gottesdiensten immer einen Wunsch mit einbringen durfte. So habe ich besonders geschätzt, dass Sie ein unkomplizierter Mensch sind – vielleicht sieht das Ihre Frau anders – aber ich habe neben Ihrer Fachlichkeit, Ihren musikalischen Qualitäten, immer Ihre Offenheit geschätzt. Vergelt es Ihnen Gott!“, so der Pastoralverbundsleiter, der auf Wunsch des scheidenden Organisten anschließend die Familie Nyqvist segnete.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elisabeth Lüttecke hob den Arbeitseifer des Kirchenmusikers ebenfalls hervor und gab ein Beispiel: „Martin Nyqvist spielte an Heilig Abend zwischen den Gottesdiensten auch noch die Christmetten in den Altenheimen.“ Auch für die Frau des Organisten, Cecilia Roh-Nyqvist, gab es anerkennende Worte von Elisabeth Lüttecke: „Ihr begleitender Gesang war in den letzten Jahren ein fester Bestandteil in unseren Gottesdiensten. Dafür sind wir ihnen von ganzem Herzen dankbar.“

Zwischen den Ansprachen gab es musikalische Vorträge von Cecilia Roh-Nyqvist, Stefanie Geueke, Ingo Samp und Martin Nyqvist. Bei Nina Kring, Vorsitzendes des Domchores, kam Bedauern zum Ausdruck: „Das, was der bisherige Chorleiter gemacht hat, kann sich sehen lassen“. Unter seiner Ägide hat der Kirchenchor – gegen den Trend – einige Sängerinnen und Sänger hinzu bekommen. Zum einen kam dies daher, dass Martin Nyqvist immer wieder Leute angesprochen hat und zum anderen durch die von ihm geleistete gute Arbeit, war Nina Kring überzeugt.

Chorfahrt nach Oberbayern geplant

Froh ist die Domchor-Vorsitzende, dass es mit Stefanie Geueke eine Interimschorleiterin gibt. Und mit einem „Alles Gute in privater und beruflicher Hinsicht“, kündigte Nina Kring gleichzeitig an, dass man sich in Oberbayern wiedersehen werde. Der Domchor hat fest geplant, seinen jetzt ehemaligen Chorleiter anlässlich einer Chorfahrt zu besuchen.

Erster Redner beim Festakt war Dekanatskirchenmusiker Dr. Jürgen Seufert aus Olpe, der sich für die gute und fruchtbare dreijährige Zusammenarbeit bedankte und mit einem Präsent für Körper, Geist und Seele seine Dankbarkeit ausdrückte.

Die letzte Rede war Martin Nyqvist vorbehalten, der von der Orgelbühne zum Ambo eilte und dann seine vierjährige Attendorner Zeit Revue passieren ließ. Er hatte mit vielen Berührungspunkte und damit er bei seinem Schlusswort keinen vergaß, half ihm sein Manuskript. Darin kam dann auch Pfarrer Andreas Neuser vor, der ihn „auch schon mal positiv auf die Füße getreten hat“ sowie Küster Mathias Goebel, der „den Krach auf der Orgel immer wieder ausgehalten hat“ und seine Orgelschüler, denen er „hoffentlich ein nicht zu schlimmer Lehrer war.“

Mit Attendorn wird Martin Nyqvist immer verbinden, dass dies die Stadt ist, in der sein Kind geboren wurde. Sprachs und eilte wieder zur Klais-Orgel, um das Finale aus der ersten Orgelsonate von Alexandre Guilmant zu intonieren.

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