Dr. Christian Hesse

Mathe macht ihn glücklich

Prof. Dr. Christian Hesse erklärte den Zuhörern in der ausverkauften Aula des Rivius Gymnasiums die Schönheit und Allgegenwärtigkeit der Mathematik.

Prof. Dr. Christian Hesse erklärte den Zuhörern in der ausverkauften Aula des Rivius Gymnasiums die Schönheit und Allgegenwärtigkeit der Mathematik.

Foto: WP

Attendorn.   „Die Mathematik ist wie Dieter Bohlen. Entweder man mag sie oder nicht. Einen Zwischenbereich gibt es nicht“, so Prof. Dr. Christian Hesse. Er gehört eindeutig zur ersten Fraktion. Die Mathematik ist sein Leben.

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„Die Mathematik ist wie Dieter Bohlen. Entweder man mag sie oder nicht. Einen Zwischenbereich gibt es nicht“, so Prof. Dr. Christian Hesse. Er gehört eindeutig zur ersten Fraktion. Die Mathematik ist sein Leben.

Prof. Dr. Christian Hesse, Jahrgang 1960, arbeitet zurzeit an der Uni Stuttgart. Auf Einladung der Buchhandlung Frey war er am Dienstagabend in der Aula des Rivius Gymnasiums zu Gast und erklärte dem Publikum: „Warum Mathematik glücklich macht.“ Für ihn war die Aula schon ein besonderer Ort, denn „hier habe ich mein Abitur gemacht.“ Die Mathematik sei in allen Bereichen des Lebens vorhanden. „So wurde der Planet Neptun nicht durch ein Teleskop entdeckt, sondern durch Berechnungen von Mathematikern.“

Gern erzähle er auch auf Partys, wie schön Mathematik sein kann. „Nehmen sie das Turnierproblem. Bei einem Tennisturnier spielen 128 Spieler im K.O. System. Um zu ermitteln, wie viele Spiele gespielt werden müssen, kann man das ganz mathematisch nach Buchhalterart ausrechnen oder Hilfe von Zweier Potenzen. Aber es geht auch viel schöner und genialer ohne Formeln und Zahlen. Dafür muss man sich drei Fragen stellen:

Gewinner und Verlierer

Erstens gibt es bei jedem Match einen Gewinner und Verlierer. Zweitens spielt jeder so lange, bis er verliert. Drittens gibt es genauso viele Verlierer wie Spieler bis auf einen, der das Finale gewinnt. Also gibt es 127 Verlierer und einen Gewinner. So müssen 127 Spiele ausgetragen werden.“

Mathematik kann man auch anwenden um die Geschichte zu hinterfragen. Hat Homer die Odyssee geschrieben? Nach mathematischen Erkenntnissen nicht. „Dafür hat man das Versmaß der Dichter in nummerische Reihen umgewandelt. Jeder Dichter hat somit seinen eigenen mathematischen Fingerabdruck.

Danach hat nicht Homer, sondern der römische Dichter Lukrez die Odyssee geschrieben.“ Und Hesse ging noch weiter. Selbst in der Natur gelten mathematische Gesetzte. „Eine Pflanze bekommt ihre Blätter nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern so, dass die Pflanze die beste Balance hat und möglichst viel Sonnenlicht bekommt.“

Auch die Fellzeichnung von Tieren ist vor der Mathematik nicht sicher. Ihre Ausprägung kann genau berechnet werden. Immer wieder ein spannendes Feld ist die Wahrscheinlichkeitsrechnung. „Es ist wahrscheinlicher, dass sie, wenn sie einen Tag vor der Lottoziehung ihren Tippschein abgeben bei der Ziehung schon tot sind, als dass sie den Jackpot gewinnen.“

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