Jubiläum

Meggen: Kirchweih jährt sich am Wochenende zum 125. Mal

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Die Pfarrkirche St. Bartholomäus Meggen

Die Pfarrkirche St. Bartholomäus Meggen

Foto: Volker Eberts / WP

Meggen.  Mit zwei Festgottesdiensten auf dem Kirchplatz will die St. Bartholomäus-Gemeinde das Jubiläum begehen - ein Schritt in normalere Zeiten.

Feste feiern können sie, die Meggener - wenn sie dürfen. Anlässe gibt es genug, auch in der Kirchengemeinde. 2019 wurde diese 150 Jahre alt, in diesem Jahr steht mit 125 Jahre St. Bartholomäus-Kirche das nächste große Jubiläum vor der Tür. Die ganz große Festlichkeit lässt die Pandemie nicht zu, dennoch soll das Jubiläums-Kirchweihfest am kommenden Wochenende gebührend gefeiert werden.

Meggen war ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein prosperierender Ort. Der Bergbau lieferte Jobs und benötigte Arbeiter, auch kamen viele Flüchtlinge in den Ort, die Einwohnerzahl stieg ständig. Die Kapelle unweit der heutigen Kirche, 1800 erbaut und 1867 erweitert, platzte aus allen Nähten. Am 20. Dezember 1893 beschloss der Kirchenvorstand den Bau einer neuen Kirche. Am 23. Mai 1895 wurde der Grundstein für das monumentale Gebäude gelegt. Schon am 15. September 1896, gerade mal 16 Monate später, fand die Kirchenweihe statt.

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Der Kirchenvorstand von damals wusste, was er wollte, und wurde in seinen Plänen nicht durch ein ansteckendes Virus gebremst wie heute. Maria Arns, Vorsitzende des Kirchenvorstands: „Unsere Gremien haben sich immer wieder beraten, wie man 125 Jahre Kirchweihe feiern könnte, wurden aber immer wieder ausgebremst.“ Nun soll das große Jubiläum coronabedingt und wenn das Wetter mitspielt nicht in der Kirche, sondern um das Gotteshaus herum gefeiert werden.

Zwei Gottesdienste

Im Mittelpunkt stehen zwei Festgottesdienste. Dass es festlich wird, dazu wird der Katholische Kirchenchor seinen Beitrag leisten. Im ersten Festgottesdienst am Samstag, 18. September, ab 17 Uhr wird der Chor zusammen mit einem Bläserensemble die Turmbläsermesse von Fridolin Limbacher intonieren, anschließend gesellige Begegnung an vielen Stehtischen, u.a. mit der Vorstellung des Projekts „Neue Orgel“. (Wir berichteten mehrfach.) Bei schlechtem Wetter würde das Konzert in der Kirche stattfinden.

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Der zweite Gottesdienst am Sonntag, 19. September, 11 Uhr, ist als Familiengottesdienst geplant, musikalisch mitgestaltet durch die Messdienerband und Dirk Budde am E-Piano und ebenfalls auf dem Kirchplatz, zwar ohne Grill, Cafeteria und unterhaltsamen Ständen, aber immerhin mit leckeren Snacks und gekühlten Getränken und Eis für die Kommunionkinder. In der Kirche ist eine Ausstellung über die Kirche sowie Kelche, Bücher und Gewänder geplant, der Altarraum soll farblich illuminiert werden, es werden Führungen mit Turmbesteigungen angeboten.

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Keine Frage, es wird sich eine Festtagsstimmung rund um das Gotteshaus breit machen und Kirchenvorstand und Pastor Ludger Wollweber hoffen, dass sich die Gemeinde und Gäste davon anstecken lassen. „Ich kenne keinen Meggener, der sich nicht mit unserer Kirche identifiziert“, so Wollweber, der hofft, dass viele an den Jubiläumsfeierlichkeiten teilnehmen. „Es ist oft so, dass die Leute hinterher, wenn sie dabei gewesen sind, sagen, das war toll.“

Die Gemeinde wieder aufbauen

Ging es damals, vor 125 Jahren darum, in kargen Zeiten eine neue Kirche aufzubauen, geht es nun darum, die Gemeinde wieder aufzubauen, was in der heutigen Zeit noch schwerer scheint. Die Zahl der Gottesdienstbesuche hat durch die Coronakrise stark gelitten, das gesamte Gemeindeleben kam fast zum Erliegen. „Für die Kinder im dritten Schuljahr ist Gottesdienst ein Fremdwort, es gab zwei Jahre keine Schulgottesdienste, wir fangen jetzt ganz von vorn an“, so der Geistliche.

Auf in bessere Zeiten

Was für den Kirchenchor gilt (Maria Arns: „Wir müssen jetzt wieder durchstarten.“), das soll auch für die Gemeinde gelten. „Mit der Liturgie allein wird das aber nicht gelingen, wir müssen offener werden“, sagt Ludger Wollweber. Aber vielleicht werden die Festgottesdienste zum Kirchweihjubiläum am kommenden Wochenende ein erster Schritt in normale und bessere Zeiten sein.

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