Entscheidung

Meggener Bahnhof wird in nächsten Wochen abgerissen

Das Bahnhofsgebäude soll in den nächsten Wochen abgerissen werden. 

Das Bahnhofsgebäude soll in den nächsten Wochen abgerissen werden. 

Foto: Volker Eberts

Meggen.   Sanierung der Fußgängerunterführung wird teuer und hängt von der Deutschen Bahn ab. Bürgermeister bittet Bürger bei privaten Baustellen um Hilfe.

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In Meggen brodelt es. Der Vorwurf an die Stadt: Es wird geplant und diskutiert, aber nichts passiert. Das wird sich bald ändern. „Das marode Bahnhofsgebäude soll in den nächsten Wochen abgerissen werden. Und wenn wir keinen privaten Investor (für einen Neubau, die Red.) finden, müssen wir überlegen, ob die Stadt selbst Geld in die Hand nimmt“, erklärte Bürgermeister Stefan Hundt am Dienstagabend im Meggener Pfarrheim.

Informationsveranstaltung

Die Unruhe im Ort hatte sich auch bis ins Rathaus rumgesprochen, die Stadt ging deshalb in die Offensive und konnte in der gut besuchten Informationsversammlung einiges klarstellen. Größtes Ärgernis seit Jahren ist und bleibt der Bahnhofsbereich. Hier hat die Stadt ihre Strategie geändert (wir berichteten). Das Gebäude im Stadtbesitz und die marode Unterführung im Besitz der Bahn werden nun separat behandelt und betrachtet. „Wir wollten bisher nicht in fremdes Eigentum investieren, aber wenn es nicht anders geht müssen wir in den sauren Apfel beißen“, so Bürgermeister Hundt.

Denn die Bahn AG hat ihre Pläne geändert. Nach der Entscheidung, die Ruhr-Sieg-Strecke auszubauen, will die Bahn keine weiteren Flächen veräußern und auch keine Gleise zurückbauen. Das bedeutet, auch in Meggen werden die beiden Gleise 105 und 106 direkt hinter dem Bahnhofsgebäude als Überhol- oder Abstellgleise liegen bleiben, obwohl dort wahrscheinlich nie ein Zug darüber fahren wird. „Aber es geht nicht nur um die Gleise, sondern dort liegen jede Menge Steuer- und Datenkabel und für jedes Kabel ist bei der Bahn jemand anderes zuständig“, so Stadtwerkeleiter Peter Quinke.

Die ersehnte Trockenlegung und Sanierung der Unterführung geht aber nur durch den Einbau einer Einhausung aus Betonfertigteilen. Und dazu muss die Bahnstrecke gesperrt werden. Fazit: Die Sanierung wird teuer, eine Kostenbeteiligung der Bahn AG und auch der Zeitpunkt ist weiterhin unklar. Nächste Woche steht das nächste Gespräch mit der Bahn AG an.

Mehrere Baustellen

Der Bahnhofsbereich ist nicht die einzige „Baustelle“ in Meggen-City. Für die frühere Moschee in der Von-Stephan-Straße, die die Stadt gekauft hat, prüft die Stadt alternative Nutzungsmöglichkeiten. Es gibt wohl zwei Interessenten. Ein Abriss ist vom Tisch. Stefan Crummenerl, Fachbereichsleiter Bauplanungsbereichs: „Wir wollen nicht, dass dort eine Zahnlücke entsteht.“ Auch die frühere Volksschule gehört der Stadt. „Wir suchen Investoren, aber die Nutzung des Erdgeschosses ist hier schwierig“, so Crummenerl.

Weitere Baustellen sind die alte, zum Teil denkmalgeschützte Kraftzentrale der Firma Sachtleben (früher ABZ), die zum größten Teil leer steht und das frühere Hotel Vogelheim an der Meggener Straße (B 236), ebenfalls ein Leerstand seit Jahren. Das Dilemma: Beide Immobilien in bester Lage sind im Privatbesitz, die Stadt hat hier keinen Zugriff. Deshalb bat der Bürgermeister die Meggener Bürger um Unterstützung: „Ich habe die Bitte, dass wir hier zusammen anpacken und daran arbeiten.“ Es würde dem Ort gut tun, auch hier werden Wohnungen dringend gesucht.

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