Wirtschaft

Mennekes investiert 40 Millionen Euro

Die Bauarbeiten für die neue Spritzgusshalle und das Hochregallager in Welschen Ennest laufen auf Hochtouren.  

Foto: Volker Eberts

Die Bauarbeiten für die neue Spritzgusshalle und das Hochregallager in Welschen Ennest laufen auf Hochtouren.  

Kirchhundem/Welschen Ennest.   Das Kirchhundemer Elektrotechnik-Unternehmen setzt auf Wachstum und baut den Standort Welschen Ennest weiter aus. Auch die Umwelt profitiert.

Viel ist nicht mehr übrig geblieben vom früheren, riesigen Obst- und Gemüselager der Firma K & K in Welschen Ennest. Nach dem Abriss der alten Gemäuer lassen nun mächtige Pfeiler aus Stahl und Beton ahnen, was auf dem etwa 12 000 Quadratmeter großen Grundstück passiert. In den nächsten Monaten entsteht hier eine neue Produktionshalle der Mennekes Gruppe, mit der internen Bezeichnung M7. Ein Großprojekt und dennoch nur eins von vielen des Unternehmens, das an den beiden Standorten Kirchhundem und Kirchhundem-Welschen Ennest laut Firmenchef Christopher Mennekes insgesamt 40 Millionen Euro investiert.

Nur wenige Meter weiter entsteht mit dem Gebäude M10.2 das zweite, dreistöckige Bürogebäude, der Rohbau soll Ende dieses Jahres fertig werden. Keine Frage: Mennekes gibt ziemlich Gas bzw. muss auch Gas geben, denn: „Wir haben große Platzprobleme“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter. Erst Anfang April 2017 fiel der Startschuss für das erste der neuen Bürogebäude (M10.1) an der Kölner Straße, mit 2 000 Quadratmetern Nutzfläche. Heute arbeiten dort bereits 70 Mitarbeiter. Im nächsten Jahr wird das zweite Gebäude ans Netz gehen. Dann, im Herbst, wird auch die Produktionshalle (M7) fertig sein. In die neue Halle wird die Spritzerei für sämtliche Kunststoffkomponenten einziehen, u.a. auch für die neue, erweiterte Industriesteckerfamilie „PowerTOP Xtra“ und die Kunststoffkomponenten für den E-Mobilitätsbereich. Der Automotivebereich, das heißt, die Produktion von Ladekabeln und Teilen für Elektrofahrzeuge, also „der Stecker hinter dem Tankdeckel“, so Christopher Mennekes, verbleibt vorerst im Gebäude M5 in Welschen Ennest. Ladesysteme, u.a. Ladesäulen, werden weiterhin am Standort Kirchhundem produziert.

Rahrbach wird renaturiert

Die 25 000 Quadratmeter am Firmensitz in Kirchhundem sind mittlerweile komplett verbaut und genutzt, dagegen birgt das Gelände in Welschen Ennest noch Möglichkeiten und Optionen, die auch der Umwelt zugutekommen sollen. Die Außenanlagen zwischen Straße und Bahntrasse, früher weitgehend eine verwilderte Brache, sollen modern, aber vor allem umweltfreundlich gestaltet werden.

„Wir haben den Anspruch Industrie und Natur in Einklang zu bringen“, so Mennekes. Davon soll auch der Rahrbach profitieren. Zusammen mit der Gemeinde und den überörtlichen Umweltbehörden soll das Gewässer, das über das Mennekes-Gelände fließt, renaturiert werden. Der Gemeinderat hat das Projekt in der letzten Sitzung einvernehmlich verabschiedet. Bürgermeister Andreas Reinéry: „Wir sind dabei auf einem gutem Weg und hoffen, dass wir in diesem Jahr noch die Genehmigung bekommen. Wir haben natürlich großes Interesse, dass das funktioniert.“ Das gilt auch für die Fördermittel, die in Aussicht stehen.

Aber nicht nur außen, sondern auch in den Gebäuden greift der Nachhaltigkeitsgedanke. So sind alle Gebäude am Standort Welschen Ennest über ein zentrales Energiesystem verbunden. Kälte- und Wärmespeicher sorgen dafür, dass nächtliche Umgebungstemperaturen oder Abwärme von Maschinen und Anlagen eingefangen und zum Heizen oder Kühlen verwendet werden. Somit muss Mennekes nahezu keine zusätzliche Energie für die Klimatisierung beziehen. „Wir haben außerdem 100 Prozent grünen Strom an allen Standorten“, so Mennekes. Erst in der letzten Woche hat der TÜV Rheinland das Unternehmen bis 2020 für die Umsetzung der Umweltnorm ISO 14001:2015 zertifiziert. Mennekes: „Wir sparen mit unserem Energiekonzept allein in Welschen Ennest 400 Tonnen CO2 pro Jahr ein.“

Die Investitionsoffensive schlägt sich auch auf die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse nieder. Allein im letzten Jahr wuchs die Zahl um 70 neue Mitarbeiter auf 650 in der Gemeinde Kirchhundem. Ende dieses Jahres sollen es 750 sein. Mennekes: „Wir stellen nach wie vor Mitarbeiter ein, die Beschäftigungslage ist gut.“

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