Gesangvereine

Mitgliederzahlen klingen in Moll

Inmitten der langjährigen Sänger strahlten insbesondere die geehrten Nachwuchssängerinnen des Kinderchores Helden.

Inmitten der langjährigen Sänger strahlten insbesondere die geehrten Nachwuchssängerinnen des Kinderchores Helden.

Foto: Voss

Attendorn.   Attendorner Chöre plagt die Überalterung: Eine Sängerin wird für 15-jährige Mitgliedschaft geehrt, aber 13 Sänger für 50 Jahre und mehr

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„Musik wäscht den Staub des Alltags von der Seele“: Von diesem Zitat Berthold Auerbachs, das Bürgermeister Christian Pospischil am Sonntag bei den zentralen Sängerehrungen des Stadtgebiets Attendorn in der Aula des Rivius-Gymnasiums zum Besten gab, können die Geehrten im wahrsten Sinne des Wortes ein Lied singen.

Das Stadtoberhaupt lobte, dass die Chormitglieder ihren Mitmenschen mit ihrem Gesang viel Freude bereiteten.

„Musik ist ein Lebenselixier, macht froh und glücklich. Am besten in Gesellschaft. Wer einmal in der Gemeinschaft eines Chores ist, kommt nicht mehr davon los. Singen steigert die geistige Beweglichkeit und ist ein gutes Mittel gegen die Hast des Alltags. Singen ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Es ist eine Bereicherung. Die Chöre geben der Stadt und der Region wichtige Impulse. Ich wünsche Ihnen, dass Sie neue Mitstreiter in den Chören finden, die Sie für den Gesang begeistern können“, lobte und hoffte Bürgermeister Christian Pospischil gleichermaßen.

Auch Karlheinz Kiese, Vorsitzender des MGV Neu-Listernohl, der die Ehrungen organisierte, griff die sinkenden Sängerzahlen auf und erinnerte daran, dass die Neu-Listernohler vor neun Jahren die Sängerehrungen im Rathaus ausrichteten – seinerzeit standen 45 Geehrte auf der Liste. Diese Zahl stagniere seither. „Über das Warum kann man sich Gedanken machen, aber die Gründe sind bekannt. In unserem MGV werden fünf Sänger für insgesamt 330-jährige Zugehörigkeit geehrt. 33 Sänger für jeweils zehnjährige Treue zu Ehren wäre mir lieber. Aber das ist Utopia“, betonte Kiese.

Hier ticken die Uhren anders

Ludwig Bentz, stellvertretender Vorsitzender des Sängerkeises Bigge-Lenne, der die Auszeichnungen vornahm, sagte, dass der Gesang in der heimischen Region noch einen hohen Stellenwert habe: Der Kreis Olpe als flächenmäßig kleinster Kreis sei der mitgliederstärkste im Chorverband NRW.

„Auf dem Land ticken die Uhren noch anders, als in den Städten. Da ist die Verbundenheit zu den Dörfern noch groß“, so Bentz, der versicherte, die Zahl der Sänger stagniere seit 2012. Einen Zuwachs von 49 neuen Sängerinnen und Sängern habe es im gleichen Zeitraum bei den Kinder- und Jugendchören gegeben. Steigende Tendenz hätten auch die Pop-, Gospel- und Projektchöre.

Mit drei Liedvorträgen umrandete der Männer-Gesang-Verein Neu-Listernohl unter Leitung von Michael Rinscheid die Ehrungsveranstaltung.

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