Tiergesundheit

Mobile Salzkammer im Kreis Olpe: Hilfe für kranke Vierbeiner

Caroline Schulte aus Elspe hat eine mobile Salzkammer für Pferde und Kleintiere. 

Caroline Schulte aus Elspe hat eine mobile Salzkammer für Pferde und Kleintiere. 

Foto: Verena Hallermann / WP

Elspe.  Caroline Schulte aus Elspe hat eine mobile Salzkammer. Diese wird an Haustier-Besitzer vermietet. Die Salzluft kann bei Krankheiten helfen.

Angefangen hat es mit Bernis Erkältung. Der Isländer-Wallach hat vor zwei Jahren plötzlich angefangen zu husten. Besitzerin Caroline Schulte vermutet einen Infekt, ruft den Tierarzt zu ihrem Stall in Elspe. Doch die chemischen Mittel helfen nur bedingt. Die 30-Jährige macht sich Sorgen und wird auf eine stationäre Salzkammer im Westerwald aufmerksam. Sie fährt Berni dorthin, lässt ihn für eine Woche Salzluft inhalieren. Und siehe da. Es wirkt. „Ich war von dem Ergebnis super begeistert“, sagt Schulte. „Das Problem war nur die weite Strecke. Also hatte ich eine Idee.“ Seit einem Jahr bringt sie nun das Nordseeklima in die heimischen Ställe.

Umgebauter Anhänger

Die mobile Salzkammer von Caroline Schulte und ihrem Partner Christian Mertens ist ein umgebauter Pferdeanhänger. In der ehemaligen Sattelkammer befindet sich ein Ultraschallvernebler. Der macht aus dem Salzwasser, das unter staatlicher Aufsicht in Bad Salzelmen (Sachsen Anhalt) hergestellt wird, eine Natursole. Das Produkt ist ein ganz feiner, absolut trockener Salznebel, der über einen Schlauch in den Anhänger geleitet wird. Dort können Pferde aber auch Kleintiere die Natursole inhalieren. Ein integriertes Farblicht soll dabei beruhigend auf die Tiere wirken. Auch Wallach Berni darf heute wieder in die „Kammer“. Er kennt das schon, hält die Pferdenase geduldig in den Nebel. „Im Prinzip ist das einem Kurzurlaub am Meer nachempfunden“, erklärt die gelernte Industriekauffrau und fünffache Pferdebesitzerin. „Die Pferde lieben das und der Effekt ist absolut natürlich und dopingfrei und daher auch für Sportpferde geeignet.“

Hoher Salzgehalt

Der Salzgehalt liegt bei sechs bis acht Prozent, ist wesentlich intensiver als am Meer (zwei bis drei Prozent). Caroline Schulte empfiehlt ein „Salznebel-Bad“ bei Atemwegserkrankungen. Insbesondere bei Pferden können diese schnell chronisch werden, erklärt die junge Frau, die sich vor ihrer Selbstständigkeit mit ihrer mobilen Salzkammer mit Hilfe von Tierärzten und Tierheilpraktikern weitergebildet hat. „Mindestens jedes dritte Pferd ist betroffen“, sagt sie. „Ich empfehle, mein Angebot auch präventiv zu nutzen. Der Erfolg hängt aber von vielen Faktoren ab. Auch die Haltung und das Futter müssen passen. Alles muss möglichst staubfrei sein.“

Die Salztherapie, auch „Halotherapie“ genannt, stammt aus der Humanmedizin. Daher können auch Menschen (mit) in die Salzkammer. Der Salznebel dringt bis in die unteren Atemwege, da die Salzpartikelgröße lediglich fünf Mikrometer beträgt. Der Nebel ist antibakteriell und schmerzlindernd. „Die Schleimhäute schwellen ab“, erklärt Schulte. „Schon nach den ersten 20 Minuten fangen die Pferde an zu husten. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich der Schleim löst.“

Caroline Schulte und ihr Partner vermieten den Anhänger im Sauerland, Siegerland, Hochsauerland und im angrenzenden Bergischen Land. Sie fahren die mobile Salzkammer zum Kunden, weisen ihn ein und holen den Anhänger nach der vereinbarten Mietdauer wieder ab. Auf Wunsch ist das Team auch während der Behandlung anwesend. Die Inhalation erfolgt ohne Maske. Vor erneuter Vermietung wird das Fahrzeug desinfiziert und gereinigt. Wie häufig das Tier inhalieren sollte, hängt vom Beschwerdebild ab. Als präventive Maßnahme empfiehlt Schulte eine Mietdauer von drei Tagen mit jeweils drei Inhaliersitzungen á 30 Minuten.

Isländer-Wallach Berni hustet mittlerweile gar nicht mehr, freut sich Caroline Schulte. „Ich würde das nicht mehr missen wollen“, sagt sie. „Auch von Kunden haben wir schon viel positives Feedback bekommen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben