Drolshagen

Mobilität auf dem Lande: Mitfahrerbänke für Drolshagen?

Der Verein Arfeld-aktiv hat das Projekt Mitfahrerbank ins Leben gerufen. Eine ähnliche Lösung ist auch für Drolshagen denkbar.

Der Verein Arfeld-aktiv hat das Projekt Mitfahrerbank ins Leben gerufen. Eine ähnliche Lösung ist auch für Drolshagen denkbar.

Foto: WP

Drolshagen.   Bürgermeister Berghof hat alle 31 Ortsvorsteher angeschrieben, ob Mitfahrerbänke gewünscht werden.

Die Stadt Drolshagen ist bekanntlich eine typische Dörferstadt. 58 Ortschaften werden auf der städtischen Homepage aufgeführt, und viele der Orte liegen sozusagen am „Rande der Erdscheibe“, weit weg vom Stadtzentrum. Wer aus dem Iseringhauser Grund, aus Germinghausen, Gelslingen oder Wegeringhausen in die Kernstadt möchte, ist auf Auto oder Bus angewiesen, wenn es denn einen solchen gibt.

Kein Wunder also, dass im Rahmen der Leader-Diskussion für den Bereich „Mobilität“ die Idee entstand, sogenannte Mitfahrerbänke zu installieren.

Bürgermeister Uli Berghof informierte den Hauptausschuss Drolshagen in der Vorwoche darüber, dass die Verwaltung sämtliche 31 Ortsvorsteher angeschrieben habe, um eine Rückmeldung zu bekommen, ob ein solches Mitfahr-Angebot gewünscht werde und wenn ja, in welcher Form?

Berghof: „Wir würden das gerne als Leader-Projekt angehen. Die Bänke werden für Menschen aufgestellt, die von Autofahrern mitgenommen werden wollen, was sie durch das Platz nehmen auf den Bänken signalisieren.“

Bauamtsleiter Christoph Lütticke ergänzte auf Anfrage, worum es im Detail geht: „Es kann natürlich nur im Einvernehmen mit den Dörfern gehen. Die Bänke sollten, wenn aus den Dörfern Grünes Licht gegeben wird, an exponierter Stelle aufgestellt werden“, mit einer entsprechenden Beschilderung, durch die der Mitfahr-Willige den Heranfahrenden sofort über sein Ziel in Kenntnis setzen könne.

Lütticke: „Wer beispielsweise aus den Randdörfern in die Stadt Drolshagen möchte, soll das sichtbar machen können.“

Bänke auch im Zentrum

Sollte das System zustandekommen, müssten dann natürlich eine oder mehrere Mitfahrerbänke auch in der Stadt selbst stehen. „Die Leute müssen ja die Möglichkeit haben, auch wieder zurückzukommen.“

Noch unklar sei der genaue Kostenrahmen, was davon abhängen werde, für welche Art Bänke man sich entscheide und wie viele tatsächlich gebraucht würden.

Klar ist, dass es eine stattliche Förderung gibt, wenn das Mitfahrerbänke-System ein Leader-Projekt werden kann. Lütticke: „Die Förderhöhe liegt bei 65 Prozent, 35 Prozent müsste die Stadt selbst aufbringen.“

Die maximale Leader-Fördersumme für ein Projekt liegt bei 250.000 Euro. In diese Größenordnung, lacht Lütticke, „werden wir aber ganz sicher nicht vorstoßen.“

Was ist Leader?

LEADER (englischsprachiges Akronym von französisch Liaison entre actions de développement de l’économie rurale, „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“) ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden.

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