Schwalbenohl

Möbelbörse für die Hansestadt Attendorn

Begegnungs- und Sozialzentrum "lebensfroh.Kirche im Laden" in Attendorn

Begegnungs- und Sozialzentrum "lebensfroh.Kirche im Laden" in Attendorn

Foto: Flemming Krause

Attendorn.   Im Begegnungs- und Sozialzentrum können Bedürftige ab dem 1. Oktober gebrauchte Stühle, Tische, Betten oder kleine Schränke erwerben.

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Seit etlichen Jahren kämpft Christiane Plugge für eine Möbelbörse in Attendorn. Lange Zeit ohne durchschlagenden Erfolg. Doch nun geht der große Wunsch der Sozialamtsleiterin in Erfüllung: Ab dem 1. Oktober betreiben die Stadt in Kooperation mit der evangelischen Kirche und dem katholischen Jugendwerk Förderband Olpe eine Abgabe- und Aufnahmestelle für gebrauchte Einzelbetten, Stühle, Tische oder auch kleinere Kleiderschränke.

Die Notwendigkeit

Einziehen wird die Börse in das Begegnungs- und Sozialzentrum „lebensfroh. Kirche im Laden“ im Ortsteil Schwalbenohl an der Danziger Straße. In jenem Zentrum der evangelischen Kirche, in dem schon die Tafel und die Kleiderkammer untergebracht sind.

Im hinteren Teil der Gebäudes ist noch ein wenig Platz, prädestiniert für die im Herbst startende Ausgabe von gebrauchten Möbeln. Auch, weil sich dort noch ein Nebenausgang befindet und die gesamte Abwicklung nicht durch den Haupteingang erfolgen muss.

„Sicherlich sind wir eine reiche Kommune, aber wir haben auch hier die anderen Bevölkerungsschichten“, sieht Plugge eine dringende Notwendigkeit in einer eigenen Möbelbörse. Sie ergänzt: „Die Altersarmut spielt leider eine immer größere Rolle, die Mieten steigen an und einige Leute haben kaum noch Geld in der Tasche.“ Für diese Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, ist diese Börse natürlich in erster Linie gedacht. Entsprechend seien Gegenstände wie die große Schrankwand aus Massivholz für die Abgabe nicht so geeignet, ergänzt Plugge und betont: „Wir wollen dort schon bedarfsgerechte Möbel annehmen, die wir weitervermitteln können an Bedürftige, die häufig kaum Platz haben.“

Die Zusammenarbeit

Das Jugendwerk, das die Hansestadt als Partner gut kennt, etwa durch die gemeinsame Flüchtlingsarbeit, betreibt bereits eine Möbelbörse seit etwa zwei Jahren in Elspe, und macht dort sehr gute Erfahrungen. „Dort hatten wir, gerade zu Beginn, einen richtigen Boom. Viele Leute haben uns damals angerufen und wollten ihre Möbel abgeben“, erinnert sich Helmut Brocke D’Ortona, Vorstand des Förderwerkes.

Das Konzept aus dem Lennestädter Ort wolle man nun auf Attendorn übertragen. Sprich: Die Börse soll mit Unterstützung von Flüchtlingen geleitet werden. Und noch ein Vorteil bietet die künftige Kooperation der drei Institutionen: Förderwerk betreibt in der Hansestadt bereits eine Übungswerkstatt für Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge, die neben Sprachkursen eben auch handwerkliches Rüstzeug an die Hand bekommen. Und somit ab dem Herbst jene Antiquitäten, die kleinere Mängel vorweisen, vor Ort reparieren können.

Die finanziellen Mittel für dieses Projekt hat Brocke D’Ortona beim Erzbistum Paderborn, dem Träger des Förderbands, beantragt und mittlerweile bewilligt bekommen, zudem sollen die geringen Erlöse laut Christiane Plugge dafür genutzt werden, aufkommende Kosten, etwa für neue Werkzeuge, zu begleichen. „Gewinne werden wir damit sicherlich nicht abrufen“, betont die Amtsleiterin für Soziales, Jugend und Familie.

Offen sei damit, neben der organisatischen Feinjustierung, nur noch eine Frage: Welchen Namen diese Möbelbörse tragen wird. Noch völlig unklar, betonen die Beteiligten.

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