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Muggelkirmes: „Für uns ist es fast eine Ganzjahresaufgabe“

Martin Immekus, Sprecher des Leiter-Teams der Muggelkirmes, erklärt die Organisation des Festes.

Martin Immekus, Sprecher des Leiter-Teams der Muggelkirmes, erklärt die Organisation des Festes.

Foto: Jana Wehmann

Olpe.   Martin Immekus, Sprecher des Leitungsteams, redet über die Organisation der Muggelkirmes. Rund 500 Ehrenamtler engagieren sich jährlich.

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Am Sonntag, 16. September 2018, ist es soweit: Die Muggelkirmes findet statt. Bereits zum 45. Mal können sich Besucher auf viele Attraktionen rund um den Marktplatz in Olpe freuen. Doch mit wie viel Aufwand ist die jährliche Kirmes verbunden? Martin Immekus, Sprecher des Leitungsteams der Muggelkirmes, gibt Einblicke in die Organisation.

Woher stammt die Idee zur Muggelkirmes?

Martin Immekus: Man wollte das Kirchweihfest der St. Martinus Kirche feiern und suchte nach einem Namen für ein Kinder- und Familienfest. Dabei ist man in einem Katalog für Kinderspiele über einen ähnlichen Begriff wie Muggel gestolpert. Dieser wurde dann etwas umgedichtet und so entstand vor 45 Jahren der Name Muggelkirmes. Ein Kunstwort also, welches bei uns schon deutlich vor Harry Potter existierte.

Damit die Veranstaltung stattfinden kann, was muss im Vorfeld erledigt werden?

Das Wichtigste ist natürlich die Findung des Leitungsteams, die anschließend Leute anrufen, motivieren und erinnern, dass die Kirmes stattfindet. Ohne die Ehrenamtler wäre die Kirmes nicht möglich. Jedes Jahr helfen und rund 500 Leute.

Wie groß ist das Kernteam und wie gehen Sie vor?

Wir sind 15 Leute. Wir teilen uns in die Bereiche Muggelbüro, Werkstatt, Essen und Trinken, Programm und Künstler und Kirche auf. Wir haben über die Jahre einen Organisationsplan mit 86 Seiten entwickelt. Dort findet man Ansprechpartner und viele Aufgaben, die aufgeteilt und abgearbeitet werden müssen. Für uns ist das schon fast eine Ganzjahresaufgabe geworden. Wir treffen uns grob alle zwei Monate.

Und ab wann beginnt die Mitarbeitersuche?

Also die ganz konkrete Suche beginnt immer mit der Eröffnung des Muggelbüros, das heißt zwei Wochen vor der Veranstaltung.

Sind zwei Wochen vor der Veranstaltung nicht knapp?

Ja, ist es. Das Problem ist, dass der Kirchweihtag immer am dritten Sonntag im September ist und dass das Datum sehr nah an den Sommerferien liegt. Wenn man diesen Zeitraum jetzt weiter nach vorne schiebt, sind die meisten Leute noch im Urlaub und man findet kaum einen Ansprechpartner. Oft ist es zwar nur ein kurzer Anruf zur Erinnerung, aber der muss eben auch getätigt werden.

Was passiert nachdem die Helfer gefunden sind?

Dann geht es ganz konkret an die Planung. Das bedeutet, wer macht was und ist für welchen Bereich verantwortlich. Die kleinen Kinder sind oft an den Kinderständen, die Jugendlichen betreuen die Hüpfburgen oder sind Standpaten. Und die Omas und Opas stehen an der Weinlaube und schauen, ob alles reibungslos läuft.

Und wie sieht dann die Organisation am eigentlichen Veranstaltungstag aus?

Zum einen muss es einen zentralen Punkt geben, wo jeder Helfer seine Fragen stellen kann und auch Lösungsvorschläge bekommt. Unser Servicepoint steht immer links neben der Bühne. Zum anderen ist es generell wichtig, dass der Tag reibungslos abläuft. Manuel Cordes, der für die Programmgestaltung zuständig ist, muss zum Beispiel sehen, dass die Künstler zum verhandelten Zeitpunkt auch wirklich auf der Bühne stehen. Da es ja auch noch andere Aktionen gibt, muss der Ablauf ziemlich genau eingehalten werden.

Wie sieht der Tag danach aus?

Das Aufräumen beginnt für uns schon sonntags ab 19 Uhr. Da versuchen wir, das meiste an die richtigen Stellen zu bringen, denn am nächsten Tag müssen die Ehrenamtler auch wieder arbeiten oder in die Schule. Das heißt, am Abend muss es so gut wie aufgeräumt sein. Natürlich gibt es dann noch jede Menge im Lorenz-Jaeger-Haus zu tun. Und an dem Montag werten wir im Kernteam die Kirmes noch mit einem kritischen Blick aus. Wir diskutieren, was man besser machen kann.

Also gehen die Vorbereitungen für das kommende Jahr direkt mit der Auswertung los?

Ja, ganz genau. Wir schauen, was super lief, was man noch verändern könnte oder besser sein lässt.

Was geht einem durch den Kopf, wenn der Kirmestag geschafft ist?

Da sind wir alle immer unwahrscheinlich platt. Man muss ja überlegen, wir treffen uns Sonntagmorgen um 7 Uhr und Montagmorgen um 1 Uhr gehen wir dann nach Hause. Da wir alle einen festen Job haben, ist das Wochenende eigentlich zur Erholung gedacht. Da denkt man oft: „Gott sei dank, ist das erstmal vorbei“ und geht platt ins Bett. Aber wenn das Ganze dann noch ein Erfolg war, geht man mit einem Lächeln schlafen.

Was war Ihr persönliches Highlight aus den vergangenen Jahren?

Eines der schönsten Jahre war mit Sicherheit, wo wir 100-jähriges Kirchenjubiläum der St. Martinus-Kirche gefeiert haben. Das war im Jahr 2009. Da organisierten wir mit der Gemeinde ein großes Programm, wo es auch Veranstaltungen in der Kirche gab. Das hat richtig Spaß gemacht und der Zulauf war auch sehr groß.

Was sollten die Ehrenamtler mitbringen?

Ganz klar, Spaß an der Sache und an der Gemeinschaft. Egal welche Fähigkeit jemand hat, es gibt etliche Möglichkeiten, wie man sich bei uns einbringen kann. Deswegen sind neue Ehrenamtler zu jeder Zeit bei uns herzlich willkommen.

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