Neues Konzept

Musikschulen im Kreis planen Zusammenarbeit

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Foto: Michael Kleinrensing

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Attendorn/Lennestadt/Kirchhundem.   Die Musikschulen Attendorn und Lennestadt-Kirchhundem wollen künftig zusammenarbeiten, spätere Fusion nicht ausgeschlossen.

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„In Harmonie vereint“ heißt ein Marsch von Komponist Siegfried Runkel. In Harmonie vereint wollen künftig auch die Musikschule der Hansestadt Attendorn und die Musikschule Lennestadt-Kirchhundem zusammenarbeiten. Bereits in der nächsten Woche sollen die ersten Fachausschüsse der drei Kommunen den Weg frei machen.

Wie die Politik mit der Kooperation, die zunächst unter „interkommunaler Zusammenarbeit“ laufen soll, umgehen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist: ein wesentlicher Diskussionspunkt, der zu Dissonanzen führen könnte, wird die Kostenfrage sein.

In allen drei Rathäusern ist die „Optimierung des Musikschulangebotes“ schon länger ein Thema. In Attendorn wurde bereits im März letzten Jahres eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den Fraktionen sowie der Verwaltung gebildet. Um die Musikschule Attendorn, die bis 2013 noch mit der Musikschule Finnentrop zusammenarbeitete, zukunftsfähig aufzustellen, Qualität und Niveau zu halten, aber auch die Kostenseite zu optimieren, kam schon bald die Option einer interkommunalen Zusammenarbeit auf den Tisch.

Im Herbst letzten Jahres legte auch Lennestadt das Thema auf. Tenor im fortissimo durch alle Fraktionen: Die Musikschule ist gut und wichtig, aber das Ganze muss bezahlbar bleiben. „Wir haben ein jährliches Defizit von etwa 250 000 Euro und 95 Prozent der Kosten sind Personalkosten“, mahnte damals CDU-Fraktionschef Gregor Schnütgen im Rat.

Ins gleiche Horn

In Kirchhundem stößt die Politik ins gleiche Horn. Erst vor drei Wochen hatte Lennestadt der Partnergemeinde Kirchhundem eine Nachzahlungsforderung von fast 26 000 Euro allein für das letzte Jahr 2017 ins Rathaus geschickt, das ist eine Steigerung von 27,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für CDU-Fraktionschef Michael Färber sind auch deshalb noch viele Fragen offen. Auf jeden Fall müsse die Zusammenarbeit zu einer „deutlichen Reduzierung des von der Gemeinde zu tragenden Aufwands führen.“

Von Oktober 2017 bis April 2018 gab es mehrere Erörterungen der drei Kommunen. Das Ergebnis der Sondierung klingt gut: Beide Musikschulen haben mir rund 900 Schülerinnen und Schülern eine vergleichbare Größe und arbeiten nach ähnlichen pädagogischen Konzepten. „Beide Schulleiter schätzen die Möglichkeiten einer engeren, zukunftsfesten Zusammenarbeit als sehr hoch ein. Die Gespräche waren sehr konstruktiv und werden von allen Seiten als solide Grundlage für eine interkommunale Zusammenarbeit in einer Musikschule Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem bewertet“, heißt es in der identischen Vorlage der drei Kommunen an ihre politischen Gremien. Geplant ist zunächst keine Fusion, zum Beispiel durch einen Zweckverband, sondern eine „lose“ Kooperation ohne Änderung der Organisationsformen. „Über eine „feste“ Zusammenarbeit in einer eigenen Organisationsstruktur soll in Abhängigkeit von den künftigen Erfahrungen zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden“, heißt es in der Vorlage.

Leitbild entworfen

Intern sind die Pläne für eine mögliche Fusion offenbar schon weiter arrangiert worden. So wurde bereits ein „Leitbild für eine mögliche gemeinsame Musikschule Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem“ entworfen.

Wie die konkrete Zusammenarbeit der beiden Musikschulen, zum Beispiel der Austausch der Lehrkräfte, aussehen könnte, ist noch unklar.

Die beiden Musikschulleiter Franz Schutzeichel (Attendorn) und Peter Stolz (Lennestadt-Kirchhundem) blieben gestern im pianissimo, wollen der politischen Beratung in den nächsten Wochen in den drei Kommunen nicht vorgreifen.

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