Unfallfolgen

Nach B 55-Unfall: Kommt jetzt Tempolimit oder Überholverbot?

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Die Aufräumarbeiten nach dem schweren Unfall zwischen Bilstein und Bonzelerhammer dauerten viele Stunden.

Die Aufräumarbeiten nach dem schweren Unfall zwischen Bilstein und Bonzelerhammer dauerten viele Stunden.

Foto: Kai Osthoff

Bilstein/Bonzelerhammer.  Wieder hat es auf der B 55 im Veischedetal gekracht. Ein 24-jähriger Pkw-Fahrer wurde schwer verletzt. Wie schätzt die Polizei die Gefahr ein?

Die vielen Striche und Zahlen auf der B 55 zwischen Bilstein und Bonzelerhammer allein sollten allen Autofahrern auf der B 55 Warnung genug sein. Sie entstanden bei der Unfallaufnahme nach dem schweren Verkehrsunfall am Dienstag gegen 11.30 Uhr. Ein Pkw war bei einem missglückten Überholvorgang auf der Bundesstraße frontal mit einem Milchtransporter zusammengestoßen. Dabei wurde der 24-jährige Pkw-Fahrer lebensgefährlich verletzt. Sein Zustand sei unverändert, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

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Erst Mittwochmittag, fast genau 24 Stunden nach dem Unfall, beseitigte der Landesbetrieb Straßen NRW unter halbseitiger Sperrung der Bundesstraße die letzten Spuren des Unfalls. „Bei dem Unfall sind mehrere Risse in der Fahrbahn entstanden“, so ein Straßenwärter. Diese wurden geflickt, ebenso die Fahrbahn gereinigt und die Bankette wieder hergestellt.

Gut 12 Stunden, bis etwa 23 Uhr am Dienstagabend, war die B 55 zwischen Bilstein und Bonzelerhammer in beide Richtungen komplett gesperrt worden. „Die Bergung des Fahrers war schon schwierig genug, außerdem waren zwei Lkw mit Anhänger mit entsprechenden Dimensionen beteiligt“, so Thorsten Scheen, Sprecher der Kreispolizeibehörde Olpe.

Der Pkw-Fahrer hatte versucht mit seinem Opel einen Lastwagen mit Anhänger zu überholen, als ihm auf der Gegenfahrbahn der Milchtransporter mit Anhänger entgegenkam. „Dann musste aus dem Milchtransporter die Milch abgepumpt werden, das alles nimmt Zeit und Raum in Anspruch“, erklärt Polizeisprecher Thorsten Scheen.

Ebenso das Sammeln und Sichern der vielen Einzelteile, die bei dem massiven Aufprall bis in die Wiese neben der Fahrbahn flogen. Es war nicht das erste Mal, dass Feuerwehr und Rettungskräfte zu Unfällen auf diesem Streckenabschnitt ausrücken mussten. Wer die Strecke durch das Veischedetal kennt, der wird öfter Zeuge von teilweise waghalsigen Überholmanövern.

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„Der Abschnitt verleitet zum Überholen, weil er eine der wenigen Stellen in diesem Bereich ist, auf den man überholen darf“, sagt auch Michael Klein vom Verkehrsdienst der Polizei in Olpe. Denn hier gibt es weder eine Geschwindigkeitsbegrenzung noch eine durchgezogene Mittellinie oder ein Überholverbot. Und dabei wird es wohl bleiben. Die Statistik der Olper Polizei weist hier seit 2017 lediglich sechs Unfälle aus. Somit gibt es hier keine Unfallhäufungsstelle und damit auch keinen akuten Handlungsbedarf.

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