Trauer

Nach Tod eines 16-Jährigen: Schule in Wenden mit Gittern abgesperrt

Seit Samstag ist das Schulgelände in Wenden mit Zaun und Absperrband nach außen abgeschirmt. Der Schutz der Schüler steht im Vordergrund.

Seit Samstag ist das Schulgelände in Wenden mit Zaun und Absperrband nach außen abgeschirmt. Der Schutz der Schüler steht im Vordergrund.

Foto: Verena Hallermann

Wenden.   Erster Schultag in Wenden nach der Tötung eines 16-Jährigen. Absperrgitter schirmen die Schüler ab. Beerdigung findet am Dienstag statt.

Das Mädchen hat sich den Schal bis zur Nase gezogen. Ihr Blick ruht auf ihren Schuhen, während sie langsam den Berg zur Gesamtschule in Wenden hochgeht.

Den Pappbecher mit dem Kaffee hält sie in der Hand, die Schultasche hängt über ihrer Schulter. Ein kühler Montagmorgen. „Eigentlich hätte ich jetzt Deutsch“, erklärt das junge Mädchen ihrer Freundin. Doch sie wissen, dass heute alles anders ist. Sie passieren die Absperrung, die die Gemeinde und die Schule haben aufstellen lassen. Am Eingang zum Schulhof stehen zwei uniformierte Beamte.

Erster Schultag nach dem Tod des 16-Jährigen in Wenden

Es ist der erste Schultag nach dem schrecklichen Ereignis an der Gesamtschule in Wenden. Ein 14-jähriger Junge hat gestanden, einen zwei Jahre älteren Mitschüler erwürgt zu haben.

Am Mittwochabend hat man den Teenager nach einer langen Suchaktion in einem Waldstück in der Nähe des Schulgeländes gefunden. Tot. Schüler, Lehrer, Freunde – der ganze Ort steht seitdem unter Schock.

Sorge um den Schutz der Schüler

Schon längst kümmern sich Psychologen um die Trauernden, am Rande des Schulhofes ist eine Gedenkstätte für den getöteten 16-jährigen Jungen aus Rothemühle entstanden. Kerzen, Blumen, Worte der Fassungslosigkeit haben dort ihren Platz gefunden.

7.43 Uhr. Die Buslinie R51 fährt den Schulberg hoch, lässt die Kinder aussteigen. Das Gelände ist mit Absperrband und einem Absperrgitter gesichert. Schüler sollen geschützt werden. Geschützt vor den Fragen der Journalisten, dem großen medialen Interesse.

Schilder hängen an dem Durchgang zum Schulhof. „Zugang ausschließlich für Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ steht dort geschrieben. Beamte der Polizei zeigen Präsenz. Einige Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. „Geh lieber sofort rein“, ruft eine Mutter ihrem Kind noch hinterher.

Schilderungen über skrupellose Journalisten im Internet

Das Absperrgitter und das Absperrband wurden laut Informationen der Polizei bereits am Samstag angebracht. Dabei gehe es der Schule nicht nur darum, Reporter von den Schülern fernzuhalten, sondern auch Schaulustige, erklärt Michael Klein, Pressesprecher der Polizei Olpe.

In den sozialen Netzwerken kursieren derzeit Schilderungen über skrupellose Journalisten, die das Elternhaus des getöteten Jungen belagert und die Nachbarschaft terrorisiert haben sollen. „Das können wir nicht bestätigen“, sagt Klein. „Wir wissen derzeit von einem konkreten Fall, bei dem ein Journalist über das Ziel hinausgeschossen ist. Das wird intern überprüft. Nach bisherigem Stand war das aber kein Journalist aus dem Kreis Olpe.“

Die „große Belagerung“ seitens der Medien blieb am Montagmorgen aus. Vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn soll es zwischen Lehrern, Schülern und Psychologen Gespräche gegeben haben.

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