Kindergarten

Natur pur und viel Bewegung im Ottfinger Dorfnest

Elternverein-Vorsitzender Andreas Arns (rechts) und sein Stellvertreter Dennis Stracke mit der neuen Kindergarten-Leiterin Sandra Arens.

Elternverein-Vorsitzender Andreas Arns (rechts) und sein Stellvertreter Dennis Stracke mit der neuen Kindergarten-Leiterin Sandra Arens.

Foto: Roland Vossel

Ottfingen.   Der neue Kindergarten in der alten Schule in Ottfingen geht am 1. August mit 34 Kindern an den Start. Leiterin ist Sandra Arens.

Vor zwei Jahren wurde die Schule in Ottfingen geschlossen. Jetzt kommt neues Leben in den Altbau. Am 1. August dieses Jahres startet der neue Kindergarten „Ottfinger Dorfnest“ mit 34 Kindern in zwei Stammgruppen: 20 in der U-3-Betreuung und 14 in der Ü-3-Betreuung. Die Kinder zwischen ein und vier Jahren werden dann in einen Kindergarten mit einem ganz besonderen pädagogischen Konzept gehen. Es dreht sich alles um Natur und Bewegung. „Wir starten als Natur- und Bewegungskindergarten ohne Zertifizierung. Diese Idee hat sich im Elternverein entwickelt. Dann haben wir uns dazu passend die Leitung ausgesucht“, sagte ­Andreas Arns, 1. Vorsitzender des Elternvereins, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bei der Auswahl der Kindergarten-Chefin hat der Elternverein-Vorstand offenbar alles richtig gemacht. Sandra Arens ist Feuer und Flamme und gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie über das Konzept und ihre neue Aufgabe spricht: „Bewegung ist mein Steckenpferd. Ich bin Übungsleiterin. Ganz wichtig ist auch der Naturschwerpunkt. Man muss den Kindern die Augen für die Natur öffnen, dass man sorgsam damit umgehen muss. Das ist heutzutage leider nicht mehr so und deshalb besonders wichtig in einem Kindergarten.“ Die 41-Jährige, die derzeit noch im Kindergarten Hünsborn tätig ist, hat viel Berufserfahrung und ist Fachkraft für U-3-Kinder.

Bauwagen für Waldexkursionen

„Die Gemeinde Wenden baut den Kindergarten für uns nach unseren Vorstellungen um, die wir zusammen mit dem Erzieherteam entwickelt haben“, so Andreas Arns. Der Elternverein fungiert als Träger des „Ottfinger Dorfnestes“. Mitte Januar dieses Jahres haben die Arbeiten begonnen, am 16. Juli sollen Umbau und Renovierung des alten Schulgebäudes fertig sein. Der neue Aufzug wird gerade ­installiert. Der Außenbereich wird fast komplett für Rollstühle erreichbar sein.

Auch die dritte Gruppe existiert ab 1. August bereits, soll aber erst im nächsten Jahr voll besetzt sein. „Die dritte Gruppe ist für ältere Kinder. Wir haben einen Werkraum, einen Experimentierbereich, wo die Kinder forschen können, ein Atelier zum Malen, einen Rollenspielraum, einen Snoozelraum und einen Mehrzweckraum im oberen Bereich, in dem Bewegungslandschaften aufgebaut werden. „Größere Kinder können auch die Turnhalle nutzen“, so Andreas Arns. „Das ist Luxus. Ich kenne keinen Kindergarten, der eine Turnhalle dabei hat. Das passt zur Bewegung“, meinte Sandra Arens.

Herzstück des neuen „Ottfinger Dorfnestes“ wird aber das Außengelände sein, das nach und nach fertiggestellt wird. „Im ganzen Außenbereich wird es nur ein herkömmliches Spielgerät geben, eine Schaukel. Es geht um die Natur statt vorgegebener Geräte“, erläuterte Sandra Arens. Auf dem Gelände soll es dann alles Mögliche geben, unter anderem eine zwei Meter hohe Kletterwand, große Steine, auf die die Kinder klettern können, und verschiedene Aufgänge. „Es soll Wasser, Sand und Matsch geben. Die Kinder werden alle Jahreszeiten kennenlernen. Es wird regelmäßige Aktionen in der Natur geben“, so Arens, die am 1. August mit sechs weiteren Erzieherinnen das Kindergartenteam bilden wird.

Auch eine Matschschleuse ist geplant zum Umziehen von Matschhosen und Gummistiefeln. Zudem ist ein Waldbereich vorgesehen, so die 41-Jährige: „Dort soll es bewusst Tiere wie Kellerasseln, Spinnen oder Mäuse geben.“

Sogar Hühner werden kommen

Es gibt bereits einen Bauwagen, der bei Exkursionen im Wald platziert werden kann. „Es ist toll, dass man den an verschiedene Orte ziehen kann“, so ­die Kindergarten-Leiterin. Der Wagen soll auch als Unterschlupf und Experimentierraum am Kindergarten zur Verfügung stehen.

„Das Konzept für den Außenbereich ist einzigartig“, betonte Dennis Stracke, 2. Vorsitzender des Elternvereins. Deshalb wolle man auch einen Leader-Antrag stellen: „Ob der bewilligt wird, wissen wir nicht.“

Wie der 2. Elternverein-Vorsitzende dieser Zeitung verriet, soll es demnächst auch Hühner geben im „Ottfinger Dorfnest“: „Ebenfalls ist ein Atrium im zentralen Bereich geplant. Wenn das alles so klappt, wird das schon klasse.“

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