Nach Brandstiftung

Nazi-Schmiererei ruft Staatsschutz auf den Plan

Farbschmierereien an dem betroffenen Haus in Meggen.

Farbschmierereien an dem betroffenen Haus in Meggen.

Meggen/Kreis Olpe.   Farbschmierereien, die etwa ein Hakenkreuz zeigen, haben im Falle der Brandstiftung in Meggen den Staatsschutz auf den Plan gerufen.

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Farbschmierereien, die unter anderem ein Hakenkreuz zeigen, haben im Falle der Brandstiftung in der Meggener Straße den Staatsschutz auf den Plan gerufen. In der Nacht zu Sonntag hatte ein Holztor an dem beschmierten Haus gebrannt.

Ein aufmerksamer 51-jähriger Nachbar hatte das Feuer bemerkt und zunächst mit einem Eimer Wasser bekämpft. Danach meldete er sich bei der Polizei, die ebenfalls alarmierte Feuerwehr löschte den Brand. Am nächsten Tag wies die Spurensuche daraufhin, dass ein Brandbeschleuniger eingesetzt worden war. Zudem waren eine Woche zuvor an die Fassade ein Hakenkreuz und weitere Nazisymbole geschmiert worden.

Sebastian Hirschberg, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Hagen, dem der Staatsschutz angegliedert ist, bestätigte, dass Ermittlungen wegen versuchter schwerer Brandstiftung aufgenommen worden seien: „Eine Ermittlungskommission ist eingesetzt worden. Zurzeit fehlen Hinweise auf eine Tötungsabsicht, deshalb wird nur wegen Brandstiftung ermittelt.“

Das Hakenkreuz und die Zahl 88, die in rechtsradikalen Kreisen als Kürzel für Heil Hitler gebraucht werde, so Hirschberg, sei Anlass für die Ermittlung in Richtung eines fremdenfeindlichen Hintergrundes: „Komplett ausschließen können wir es nicht.“

Ausländische Bewohner

Weiteres Indiz in diese Richtung sei die Tatsache, dass das Haus von einer fünfköpfigen syrischen Familie und einem türkischstämmigen Mann bewohnt werde. Die Syrer wohnten im Obergeschoss, der Türke im Dachgeschoss. Von dem Feuer, so Hirschberg, habe keiner der Bewohner etwas mitbekommen: „Die haben alle geschlafen.“

Für die Ermittlung sei ein Brand-Sachverständiger eingeschaltet worden, dessen Gutachten unter anderem Aufschluss darüber liefern solle, wie gefährlich die Brandstiftung einzuschätzen sei. Hirschberg: „Es muss geklärt werden, was schlimmstenfalls hätte passieren können.“ Die Frage, um welche Substanz es sich bei dem Brandbeschleuniger gehandelt habe, wollte der Pressesprecher nicht beantworten: „Dazu sagen wir nichts, das ist Täterwissen.“

Der Staatsschutz wird immer dann eingeschaltet, wenn ein verfassungsfeindliches Motiv nicht ausgeschlossen werden könne.

Staatsschutz schon 2015/2016 in Rinsecke aktiv

Mit mehreren fremdenfeindlichen Anschlägen in Rinsecke (Gemeinde Kirchhundem) hatte es der Staatsschutz im Kreis Olpe bereits 2015 und 2016 zu tun. Dort war ein Mehrfamilienhaus renoviert worden, das die Gemeindeverwaltung für die Unterbringung von Flüchtlingen anvisiert hatte.

Danach folgte eine massive Anschlagsserie auf das Haus. Im April 2015 hatten unbekannte Täter einen erheblichen Wasserschaden verursacht, zwischen Mitte Dezember 2015 und Anfang März 2016 folgten drei Brandstiftungen, die teilweise hohen Sachschaden anrichteten.

Das Haus wurde später vom Eigentümer anderweitig verkauft, die Gemeinde musste den Plan der Flüchtlings-Unterbringung aufgeben.

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