Aufregung im Luftkurort

Neue Baustraße erhitzt die Gemüter in Saalhausen

Die geschotterte Baustraße wird später restlos zurückgebaut. Projektleiter Wolfgang Hilleke zeigt das Fließ unter dem Schotter. Damit wird sichergestellt, dass beim Rückbau keine Steine auf der Wiese bleiben.  

Die geschotterte Baustraße wird später restlos zurückgebaut. Projektleiter Wolfgang Hilleke zeigt das Fließ unter dem Schotter. Damit wird sichergestellt, dass beim Rückbau keine Steine auf der Wiese bleiben.  

Foto: Volker Eberts / WP

Saalhausen.  Eine neue Baustraße ist Dorfgespräch im TalVital. Aber es geht alles mit rechten Din- gen zu. Die Stadt weiß Bescheid.

Am Wochenende feiert Saalhausen Schützenfest. „Bis dahin haben sich alle hoffentlich wieder beruhigt“, hofft Wolfgang Hilleke, Projektleiter der Volksbank Bigge-Lenne für die neue Seniorenresidenz in Saalhausen. Denn schon wenige Tage nach dem symbolischen Spatenstich (wir berichteten) auf dem Baugrundstück begann die Saalhauser Volksseele zu kochen. An Stammtischen und Tresen im Ort war von Wortbruch, Falschinformationen etc. die Rede. Sogar das beauftragte Tiefbauunternehmen bekam erboste Anrufe.

100 Meter lang

Anlass ist eine neue, geschotterte, rund 100 Meter lange und vier Meter breite Baustraße, die das Baugrundstück über den Zubringerweg zum Rothaarsteig mit der Straße „Auf der Jenseite“ verbindet. Anlieger befürchten nun während der gesamten, zweijährigen Bauzeit starken Baustellenverkehr im Wohngebiet und vor allem, dass die Straße später als Zuwegung zur Seniorenresidenz genutzt wird und und es mit der Ruhe im Wohnviertel „Auf der Jenseite“ ein für allemal vorbei sein könnte.

Wolfgang Hilleke verspricht, dass beides nicht eintreten werde. Die Baustraße soll nur während der Sanierung der Lennebrücke am Fasanenweg genutzt werden und wird nach Fertigstellung der Seniorenresidenz wieder entfernt. Anlieger monieren, dass von dieser Baustraße über die Jenseite nie die Rede gewesen sei. Das stimmt. „Die Straße war ja auch nie geplant“, so Hilleke.

Baustelle abgeschnitten

Hintergrund sind die Pläne der Stadt, die Lennebrücke am Fasanenweg, die einzige Zuwegung zur Baustelle, schon in diesem Sommer und nicht erst nach Fertigstellung der Seniorenresidenz zu sanieren. Dafür muss die Brücke ca. fünf Wochen gesperrt werden. Weil auch die Grundschule verkehrlich abgeschnitten wird, kommen nur die Sommerferien für die Sanierungsarbeiten an den Brückenkappen in Frage.

Die Arbeiten, die laut Bürgermeister Hundt die Brücke für Fußgänger sicherer machen sollen, beginnen direkt nach dem Schützenfest und sollen bzw. müssen bis zum Schulbeginn am 28. August abgeschlossen sein. Während der Sanierung ist auch die Baustelle Seniorenresidenz über die Fasanenbrücke nicht zu erreichen. „Ein Baustopp hätte unseren Zeitplan völlig durcheinander gebracht“, so Hilleke.

Nutzung während der Brückensperrung

Deshalb habe man mit der Stadt nach einer alternativen Zuwegung während der Brückensperrung gesucht und habe diese mit der neuen Zuwegung nun gefunden. „Der Weg wird benötigt, um die benötigten Gerätschaften in das Baufeld zu bekommen, das ist alles“, so Hilleke.

Die Anlieger müssten keine Angst haben, dass nun täglich hunderte Lkw über die Jenseite verkehrten. Hilleke: „Es ist nicht geplant, den aufgenommenen Boden auszufahren.“ Das Bodenmaterial soll auf dem Gelände gelagert und später wieder eingebaut werden.

Schotter wird restlos entfernt

Auf dem Baufeld wurde in den letzten Tagen die Grasnarbe entfernt, nun beginnt unter Leitung des Ingenieurbüros Schmidt der Tiefbau. Derzeit wird noch eine Drainage auf einer Wiese an der Vogelstange entfernt, die als Ausgleichsfläche für den Flächenverbrauch durch die Seniorenwohnanlage dient. Dann müssen ein Gewässer und eine Gasleitung umgelegt werden. Anschließend werden das Gelände terrassiert und die Baugruben ausgehoben. Ab Mitte September beginnt dann der Rohbau. Zur Grundsteinlegung will die Volksbank als Bauherr alle Nachbarn einladen.

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