Eröffnung

Neue Moschee in Lennestadt-Meggen steht allen Kulturen offen

Moschee-Eröffnung in Meggen: Landrat Frank Beckehoff (Mitte) und Bürgermeister Stefan Hundt (links) mit den vielen beteiligten Helfern, die am Bau des Kultur- und Gebetszentrum mitgewirkt haben.

Moschee-Eröffnung in Meggen: Landrat Frank Beckehoff (Mitte) und Bürgermeister Stefan Hundt (links) mit den vielen beteiligten Helfern, die am Bau des Kultur- und Gebetszentrum mitgewirkt haben.

Foto: Nicole Voss

Meggen.   Leuchtturmprojekt in Meggen am Freitag feierlich eröffnet. Landrat Frank Beckehoff betont: „Muslime sind hier angekommen“

Vor allem die architektonisch ansprechende, offene Bauweise des Moschee- und Kulturzentrums in Meggen wurde am Freitag bei der Eröffnung allgemein gelobt. Alle Redner hoffen, dass es ein Zentrum für Begegnungen von Menschen aller Nationalitäten und unterschiedlichem Glaubens wird.

Landrat Frank Beckehoff ging einen Schritt weiter und sprach von einem Signal, das zeige, dass die muslimischen Mitbürger in Lennestadt angekommen sind: „Wir sind hier zuhause und wollen uns mit allem, was uns ausmacht, in diese Gesellschaft einbringen. Heimat kann man nur dort finden und gründen, wo man seine Religion ausüben kann.“ Mit der Moschee wird ein Ort geboten, an dem Traditionen gepflegt werden können, aber auch einen Ort, an dem Identität neugestaltet, neue Wege erprobt und Kontakte innerhalb der Gemeinde gepflegt werden können.

Sonderlob für Projektleiter

Ebenso soll sie ein Ausdruck der wichtigen Tatsache sein: Wir leben in Deutschland, in einem Rechtsstaat und in einem Land, in dem Religionsfreiheit gilt. Diese ist nicht möglich ohne das Bemühen um eine Kultur des Respekts und der Toleranz. Die hiesige Gemeinde ist auf einem guten Weg. Zahlreiche Mitglieder beteiligen sich an der Integrationsarbeit im Kreis Olpe. Zur Förderung der Integration und der Teilhabe sind die Kenntnis voneinander und der Austausch miteinander zentrale Bestandteile, wie Landrat Frank Beckehoff mahnte.

Architekt Philipp Fleper blickte auf drei ereignisreiche Jahre, geprägt von intensiver Zusammenarbeit, zurück. „Dank an die Stadt Lennestadt und alle Helfer, dass dieses Leuchtturmprojekt so umgesetzt werden konnte“, so Philipp Fleper, der dabei auch insbesondere den Projektleiter Adem Bolatli hervor hob. Bürgermeister Stefan Hundt:„In meiner Ansprache zur Grundsteinlegung habe ich gesagt: Wer bauen will, muss fröhlich sein. Sie blieben es.“

Gebetsraum ist das Herzstück

Süleyman Ceylan, Vorsitzender des Moschee- und Kulturvereins, räumte ein: „Natürlich wird dieses Moschee- und Kulturzentrum in erster Linie als Platz der Glaubensverrichtung sein. Doch in Wahrheit eröffnet dieses Zentrum eine neue Vision: In in dem Staat und dem Gebiet, in dem wir leben, der gesamten Bevölkerung zu dienen und einen Beitrag zur Förderung aller hier lebenden Kulturen zu erbringen. Unser Kulturzentrum öffnet für Jedermann aus allen Kulturen und Glauben und steht immer offen.“

Die Gäste konnten sich vom gelungenen Neubau überzeugen. Das Herzstück ist der Gebetsraum im ersten Obergeschoss. Der türkis-blaue Teppich strahlt förmlich und die Schriften an den Wänden fallen direkt ins Auge.

Im Gebetsraum stehen in einer Goldimitat-Schrift die 99 Namen „Allahs“ an den Wänden. „Der Gebetsraum verleiht der Moschee ihren Charakter. Hier haben wir viel selber gemacht. Wir möchten unsere Kultur präsentieren“, so Süleyman Ceylan.

Ein Rundgang durch das Moschee- und Kulturzentrum beweist schnell, dass alles durchdacht ist. Das Gebäude ist mit Kameras und Rauchmeldern ausgestattet und ist barrierefrei mit einem Aufzug und einer Behindertentoilette ausgestattet.

Gebaut und investiert wurde immer wenn ausreichend Spenden auf dem Konto eingegangen waren. Die Gewerke wurden an heimische Firmen vergeben, um die kurzen Dienstwege zu nutzen und das Geld in der Region zu lassen, wie Adem Bolatli, Projektleiter mehrfach betonte.

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