Die Villa

Neue Pächter in der Traditionsgaststätte „Die Villa“ in Olpe

Die Villa, Kultkneipe in Olpe, ist seit dem Jahreswechsel "herrenlos" gewesen. Nun hat die Krombacher einen neuen Pächter gefunden.

Foto: Josef Schmidt

Die Villa, Kultkneipe in Olpe, ist seit dem Jahreswechsel "herrenlos" gewesen. Nun hat die Krombacher einen neuen Pächter gefunden. Foto: Josef Schmidt

Olpe.   „Die Villa“ in Olpe wird ziemlich genau ein Jahr nach ihrer Schließung Anfang November wieder eröffnen. Die Krombacher hat neue Pächter gefunden.

Ziemlich genau ein Jahr nach ihrer Schließung wird „Die Villa“ in Olpe Anfang November wieder eröffnen – mit neuen Pächtern, einem leicht veränderten Namen und einem „für Olpe einzigartigen Konzept“, wie Thomas Rullich, Vertreter der Krombacher, auf Nachfrage dieser Zeitung verlauten ließ. Die Brauerei ist ihrerseits Pächter des Objektes und war daher vehement auf der Suche nach einem neuen Gastronom.

Die Wahl fiel nun auf Dirk Stroessel (51) und seine Partnerin Jacqueline Tebiro (30). Sie treten die Nachfolge von Florian Hörath an, der im vergangenen Jahr nur wenige Monate Inhaber war und aus privaten Gründen Ende 2016 hinwarf. Die neue Gaststätte läuft künftig unter dem Namen „DeeJay’s Die Villa“.

Sie gab den Ausschlag

„Von alleine wäre ich nicht auf diese Idee gekommen“, gibt Dirk Stroessel zu. Verständlich, denn bislang verfügt der gebürtige Siegener über keinerlei Erfahrung in der Gastronomie. Der gelernte Bundeswehr-Offizier und studierte Medienwirtschafter arbeitete etwa als Geschäftsführer in einem Bonner Familienunternehmen und danach in gleicher Position bei einer Großbäckerei mit knapp 50 Filialen. Dort lernte er auch seine Partnerin Jacqueline Tebiro kennen.

Die 30-Jährige mit afrikanischen Wurzeln war etwa sechs Jahre lang Filialleiterin im sogenannten Kaffeehaus in Bonn-Poppelsdorf. Das Konzept für diese Bäckerei tüftelten die Beiden gemeinsam aus. „Das ist super gelaufen und die Umsätze sind explodiert“, erinnert sich Tebiro, „irgendwann haben wir uns gedacht: Warum für ein Unternehmen arbeiten, wenn wir auch alleine etwas auf die Beine stellen können.“ Dass es eine eigenen Gaststätte werden könnte, hing damit zusammen, dass die Bonnerin während ihrer Ausbildung zur Einrichtungsfachberaterin in der Gastronomie tätig war.

Sofort begeistert

Fehlte also „nur“ noch eine passende Location. „Für uns gab es zwei Standorte – entweder in Bonn oder im Raum Olpe“, erklärt Dirk Stroessel – dafür habe man sich in etlichen Objekten umgeschaut. Bei einem Spaziergang um die Bigge schließlich, erzählt er, habe er zu seiner Freundin gesagt, dass er noch einen Laden hier kenne, den sie lieben würde. Er sollte Recht behalten. Jacqueline Tebiro war begeistert, als sie zum ersten Mal im Frühjahr dieses Jahres vor der Villa stand. „Das alte Gebäude hat einen besonderen Charme“, sagt sie – und Stroessel ergänzt: „Hier können wir ein Gefühl transportieren, dass so in einem modernen Gebäude nicht möglich gewesen wäre.“

Seitdem sind einige Wochen ins Land gezogen. Zeit, in der sie an einem überzeugenden Konzept werkelten, das schließlich auch die Krombacher überzeugte – und konkret aus drei Teilen besteht.

1. Die ehemalige Villa verwandelt sich in ein Handelsbistro. Sprich: Die Gäste können nicht nur Speis und Trank bestellen, sondern auch das Mobiliar, auf dem sie sitzen, oder die Deko, die an der Wand hängt, kaufen. „Wir haben Möbel, die genauso in ein gemütliches Zuhause passen würden“, sagt Stroessel, „nichts Abgedrehtes oder sündhaft Teures, aber dafür sehr schick.“ Im Sortiment habe das Pärchen etwa Massivholzmöbel aus Bali.

2. Unter der Woche setzen sie auf „ein Bistro mit Snacks für diejenigen, die in den umliegenden Büros arbeiten.“ Salate, Burger, Pommes und Fingerfood seien genauso erhältlich wie am Nachmittag Kuchen und Patisserie und am morgen ein spezielles Frühstück.

3. „Am Wochenende mutiert unsere Villa zur Tapas-Cocktailbar“, erklärt der gebürtige Siegener, „das hört sich wild an, aber wir werden deshalb nichts umbauen. So etwas fehlt einfach in Olpe und im Umkreis.“ Und: Sie wollen ständig vor Ort sein und das Gefühl vermitteln, „dass das unser Laden ist. Er braucht ein Gesicht.“

Nach Personal suchen sie noch. Klar ist: Es sollen zwei Teams, bestehend aus Koch und Küchenhilfen, im Schichtsystem arbeiten.

Info: Während der Sommersaison, wenn auch der Biergarten geöffnet hat, ist dienstags bis donnerstags von 9.30 Uhr bis 22 Uhr geöffnet – freitags und samstags sogar bis Mitternacht. Sonntags soll bis 20 Uhr offen sein. In der Winterzeit hat „Dee Jay’s Die Villa“ von 9.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet - freitags und samstags dafür aber ebenfalls bis Mitternacht. Am Montag ist Ruhetag.

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