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Sparkassen im Kreis Olpe nehmen neuen Fusionsanlauf

Die drei Sparkassen im Kreis Olpe denken wieder verstärkt über eine Fusion nach.

Die drei Sparkassen im Kreis Olpe denken wieder verstärkt über eine Fusion nach.

Foto: dpa

Kreis Olpe.   Bürgermeister, Vorstände und Sparkassenverband sondieren in Olpe die Möglichkeiten eines Zusammenschlusses. Es wurde Stillschweigen vereinbart.

Die drei Sparkassen im Kreis Olpe nehmen einen neuen Anlauf, sich zu einer Kreissparkasse zusammenzuschließen. Am Montagmittag hatten sich alle Bürgermeister, die Vorstände und eine Delegation des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe unter Führung des Vizepräsidenten Jürgen Wannhoff im Hotel Albus (Olpe) getroffen, um sich über das Für und Wider einer Fusion auszutauschen.

Vereinbart wurde Stillschweigen, denn die große Mehrheit der Bürgermeister und Vorstände vertritt die Auffassung, dass das Thema zunächst nichtöffentlich zu behandeln sei, um Kunden und Mitarbeiter nicht zu beunruhigen. Unter diesem Gesichtspunkt ein Treffen der Bürgermeister und Vorstände im frequentierten Hotel Albus zu veranstalten, verwundert.

Besuch im Nebenzimmer

Denn irgendwer sitzt immer im Hotel Albus, in diesem Fall war „irgendwer“ sogar prominent: Als das Treffen fast zu Ende war, entdeckten Teilnehmer, dass sich in dem Zimmer unmittelbar neben dem Tagungsraum Landrat Frank Beckehoff sein Mittagessen schmecken ließ, der, auch wenn es um eine künftige Kreissparkasse ging, nicht eingeladen war.

Dass eine Fusion sinnvoll wäre, wird auf Verbandsebene nicht bezweifelt. Schon 2016 hatte der damalige Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Georg Fahrenschon verkündet: „Der Trend zu Fusionen wird wegen der steigenden regulatorischen Belastungen zunehmen.“ Hinzu kommt die seit Jahren andauernde Niedrigzinsphase, die alle Banken auf der Einnahmeseite unter Druck setzt. Eine fusionierte Kreissparkasse stünde diesen Herausforderungen breitbeiniger gegenüber. In der Sparkassenrangliste (Zahlen von 2016) rangieren die drei Geldhäuser aus dem Kreis Olpe zwischen Platz 303 und 387 (von 403 Sparkassen). Eine fusionierte Kreissparkasse hätte eine Bilanzsumme von etwa 2,4 Milliarden Euro, würde sich ins fordere Mittelfeld katapultieren und in einer Liga spielen mit Sparkassen wie Mainz oder Magdeburg.

Einer, der die betriebswirtschaftlichen Vorteile und volkswirtschaftlichen Verknüpfungen sieht, und der der Auffassung ist, dass man das Thema transparent diskutieren müsse, ist Lennestadts Bürgermeister Stefan Hundt: „Bis jetzt sind das nur Möglichkeiten. Wir stehen aber noch ganz am Anfang der Sondierungen. Es ist doch ganz normal, dass in einer solchen Situation die Institute fragen: Was ist gut für uns?“

Die Frage steht also im Raum, Antworten gibt es aber mindestens zwei.

Dicke Nummer oder Katzentisch

Wer nachfragt, findet in Finnentrop sehr schnell Zustimmung für die Idee, dass doch erst die Sparkasse Finnentrop mit Olpe fusionieren sollte. Diese Fusionssparkasse wäre größer als die Sparkasse ALK und stünde bei späteren Gesprächen über eine Kreissparkasse deutlich besser da. Vor allem Finnentroper Interessen ließen sich so besser wahrnehmen. In einer Dreierfusion bliebe für Finnentrop vermutlich nur der Katzentisch.

Aber macht das betriebswirtschaftlich Sinn? Erst eine kleine Fusion, dann eine große?

Stefan Hundt bezweifelt das stark: „Wir haben im Sauerland ein Sprichwort, das sagt: Halb gedroschen gilt nicht.“ Seine Devise in Sachen Sparkassen-Fusion: „Kein Stress!“ Eine Notwendigkeit für sofortiges Handeln gebe es nicht: „Im Moment geht es allen drei Häusern gut.“

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