Gericht

Noch immer kein Urteil im Attendorner Raub-Prozess

Am Landgericht wird weiter wegen des Attendorner Spielhallen-Überfalls verhandelt.

Am Landgericht wird weiter wegen des Attendorner Spielhallen-Überfalls verhandelt.

Foto: Hendrik Schulz

Attendorn/Siegen.   Der Überfall auf die Spielhalle in Attendorn vom 29. November 2011 beschäftigt das Landgericht weiter. Jetzt soll es einen neuen Zeugen geben.

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Der Raub-Prozess von Attendorn wird zur unendlichen Geschichte. Eigentlich sollte es am Montag auf die Zielgerade gehen. Plädoyers und Urteil standen auf dem Verhandlungsplan. Doch im allerletzten Moment gab es erneut eine Wende. „Das Verfahren ist für jede Überraschung gut. Damit hat keiner gerechnet. Alle haben gedacht, dass das heute hier beendet wird“, sagte Verteidiger Marcel ­Tomczak im Gespräch mit unserer Zeitung.

Überraschende Aussage

Es geht um einen brutalen Überfall auf die Spielhalle „Matrix“ in der Nacht zum 29. November 2011 in Attendorn. Der Räuber war damals mit einer Horrormaske erschienen und hatte mit einer Pistole die Mitarbeiterin und zwei Kunden bedroht. Er hatte gesagt, dass er keinen Spaß verstehe und es sofort knallen würde, falls er nicht alles Geld erhalte. Seine Beute: 984 Euro. Erst im sechsten Anlauf war es der 1. Großen Strafkammer des Siegener Landgerichtes gelungen, einen Zeugen zu hören, der bei der Olper Polizei gesagt hatte, dass der Angeklagte (28) ihm die Tat gestanden habe. Wie berichtet, hatte der Zeuge diese Aussage jetzt jedoch widerrufen.

Abschließend hörte das Gericht am Montag die überfallene Spielhallen-Mitarbeiterin. Und diese sagte gestern völlig überraschend aus, dass ihr etwa eineinhalb Jahre nach dem Raub in der Reha in Bad Berleburg ein Mann gesagt habe, sie solle sich mal mit seinem Sohn in Attendorn unterhalten. Dieser würde gerne mit ihr sprechen und wüsste, wer damals die Spielhalle überfallen hätte.

Sie habe zwar kein Gespräch mit dem Sohn geführt, aber die Polizei informiert, so die Zeugin. Bei ihrer Aussage in der ersten Verhandlung am Landgericht Ende November 2017 hatte sie hiervon noch nichts gesagt. Dies sei ihr jetzt auf einmal wieder eingefallen.

Fortsetzung am 26. Juli

Die überfallene Frau leidet noch immer an den Folgen des Überfalls. „Ich habe Angst. Ich war fünf Monate in der Klinik und habe eine traumatisierte Belastungsstörung“, hatte sie bereits vor einem halben Jahr vor Gericht ausgesagt. Und: „Es kann noch 15 Jahre dauern. Das ist erst abgeschlossen, wenn der Täter gefasst ist.“

Der Angeklagte, der vor Jahren von Attendorn nach Hildesheim gezogen ist, hatte den Raub vehement bestritten. Bleibt abzuwarten, ob jetzt mit dem vermeintlichen neuen Zeugen mehr Licht ins Dunkel kommt.

Wie unsere Zeitung erfuhr, ist bisher nur der Nachname des ominösen Zeugen bekannt. Die Staatsanwaltschaft stellte den Beweisantrag, ihn zu hören. Dies soll nun an einem weiteren Verhandlungstag (26.Juli) passieren. Dann geht die unendliche Geschichte vom Überfall auf die Attendorner Spielhalle weiter ...

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