Ballettschule

Olpe: 130 junge Ballerinnen schweben durch die Stadthalle

Dornröschen gehört zu den schönsten Ballettstücken der Welt. Jetzt war es in der Stadthalle Olpe zu sehen, aufgeführt von der Ballettschule Pitzinna-Lupberger. Fazit: jung, frisch, begeisternd.

Dornröschen gehört zu den schönsten Ballettstücken der Welt. Jetzt war es in der Stadthalle Olpe zu sehen, aufgeführt von der Ballettschule Pitzinna-Lupberger. Fazit: jung, frisch, begeisternd.

Foto: Birgit Engel

Olpe.  Die Ballettschule Pitzinna-Lupberger begeistert beim Re-Start nach dem Lockdown mit Dornröschen in der Stadthalle.

Schwanensee, Nussknacker, Dornröschen. Na, was kommt da in den Sinn? Ja klar, Tschaikowski, das Ballett und dessen Geschichte.

Auch wenn Schwanensee gemeinhin als das wohl weltweit berühmteste Ballett der Musikgeschichte gilt, rankt Dornröschen als das wohl schönere. „Es glänzt mit wunderbarer Musik, mit Leichtigkeit, Spannung, Tempo und dem Kontrast von Gut und Böse“, sagt Viviane Gutheil, Inhaberin der Ballettschule Pitzinna-Lupberger in Olpe und Attendorn, die mit ihren Elevinnen eben genau dieses Werk jetzt in der Stadthalle der Kreisstadt zur Aufführung brachte.

„Dies ist eine ganz besondere Vorstellung. Mit vielen Verzögerungen und Unterbrechungen. So manche Tänzerin ist seit Beginn der Proben aus ihrem Kostüm hinausgewachsen“, begrüßte sie die Zuschauer am Freitagnachmittag. Bevor die fortgeschrittenen Ballerinen Dornröschen am späten Nachmittag zeigten, tanzten die Debütantinnen ihre eigene Show. Corona geschuldet und auf Abstand bei vollem Haus. „Wir haben alles auseinandergezogen und auch auf Werbung verzichtet. Wichtig ist, dass wir überhaupt eine Aufführung haben und Eltern, Verwandte und Freunde dabei sein können“, erklärte Viviane Gutheil mit Blick auf die Pandemiebeschränkungen. Ein Zuschauer drückte es anders aus: „Was wären wir ohne darstellende Kunst? Sie bringt in unser Leben Unterhaltendes, sie korrigiert und sie bildet. Und was wären die Darsteller ohne Zuschauer. Unser Beifall ist ihre Anerkennung.“

Tschaikowskis schönstes Werk

Das Publikum konnte vor der Stadthalle einige aufgeregte Ballerinen erleben. In Tutu und Spitzenschuhen besprachen und übten sie ein letztes Mal verschiedene Schrittfolgen, Bewegungen und Posen. Darunter auch die zehnjährige Lara Reinartz, die den Küchenjungen spielte, jenen, der die Ohrfeige bekommt. Seit ihrem dritten Lebensjahr tanzt sie Ballett. „Dornröschen hat mir schon immer gut gefallen und die Rolle des Küchenjungen auch, weil er Torte nascht. Den wollte ich schon immer spielen. Beim Ballett gefällt mir die Teamarbeit und der Applaus, wenn man auf der Bühne steht.“ Magda Feldmann (17), die die gute Fee verkörperte, ist durch ihre große Schwester zum Ballett gekommen, tanzt ebenfalls seit vielen Jahren. Drei Mal die Woche geht sie zur Ballettstunde und tanzt inzwischen auf Spitze. „Ballett ist elegant, ich mag Theater und ich mag die Bühne. Da passt Ballett super.“

Wunderbare Musik

Rund 130 Ballerinen im Alter von vier bis 18 Jahren zeigten sich in der Stadthalle Olpe. Und das was sie darboten, war fantastisch: Wunderbare Musik und im Mittelpunkt die Ballerinen, die verschiedene Tänze und als Höhepunkt Tschaikowskis schönstes Werk fesselnd zur Aufführung brachten. Und was so scheinbar mühelos aussah, ist in der Tat harte Arbeit. Ballett lernt man nicht so nebenbei. Dahinter stecken jede Menge Training und Disziplin. Und viele positive Eigenschaften: wie die Stärkung der Muskulatur, der Motorik und der kognitiven Fähigkeiten.

Keine Jungen

Das auf das Gendersternchen verzichtet werden kann, liegt schlicht daran, dass zurzeit keine Jungen bei der Ballettschule Pitzinna-Lupberger tanzen. „Früher war das anders. Und natürlich gibt es Interesse, trotz eigentlich aufgeklärter Zeiten aber ist die Hemmschwelle groß. Vielleicht liegt das an Social Media“, überlegt Viviane Gutheil. In seiner Urfassung nämlich war das Ballett übrigens ausschließlich männlichen Darstellern vorbehalten. Frauen kamen erst viel später hinzu. Was so viel heißen mag wie: Ballett hat kein Geschlecht, Ballett hat Seele. Und genau das hat man an diesem Nachmittag in Olpes Stadthalle gesehen, gespürt, gefühlt. Bravo!

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