Kunst

Olpe: Ausstellung zeigt „Zwischenräume“ in der Coronazeit

"Zwischenräume" titelt die Werkschau 2020 des Künstlerbundes Südsauerland, die am Sonntag im Olper Kreishaus eröffnet wird. Ursel Decker und Uwe Wintersohl haben während der Vorbereitungen darüber erzählt. 

"Zwischenräume" titelt die Werkschau 2020 des Künstlerbundes Südsauerland, die am Sonntag im Olper Kreishaus eröffnet wird. Ursel Decker und Uwe Wintersohl haben während der Vorbereitungen darüber erzählt. 

Foto: Birgit Engel

Olpe.  Künstlerbund Südsauerland präsentiert Ausstellung im Kreishaus mit Malereien, Grafiken, Zeichnungen, Skulpturen, Objekten und Fotografien.

Der Künstlerbund Südsauerland eröffnet am Sonntag um 11 Uhr im Olper Kreishaus seine Ausstellung „Zwischenräume“ und zeigt im Großen Saal Malereien, Grafiken, Zeichnungen, Skulpturen, Objekte und Fotografien. „Der Titel, der viele inhaltliche Ausdrucksformen zulässt und Spielraum bietet, entstand vor Corona, bekommt mit der Pandemie jedoch zusätzliche Relevanz“, erklärt Margret Berghoff aus Lennestadt. Eines ihrer Bilder zeigt zwei Menschen in einer an sich schon ambivalenten Beziehungskonstellation, die durch die coronabedingte Isolation noch einmal eine Steigerung erfährt. Das Virus spielt auch in den Werken von Uwe Wintersohl eine prägende Rolle: So durchziehen monochrome Distanzen und Strecken eine lebendige Farbgestaltung. „Distanzen sind in Pandemiezeiten notwendig“, sagt der 66-Jährige aus Bergneustadt. Von Beruf ist er Arzt und die Kunst sei schon immer ein Ausgleich zu seiner anstrengenden Tätigkeit gewesen. Vor zwei Jahren ist er dem Künstlerbund beigetreten. „Es ist eine schöne Möglichkeit, in einer Gruppe zu arbeiten, sich auszutauschen und intensive Kontakte zu pflegen. So profitieren wir auch voneinander.“

Dass man mit der „Kunst nie zu Ende kommt“, betont indes Ursel Decker aus Netphen. Die 75-jährige malt seit ihrer Kindheit. „Mein Vater hat mich dahingeführt. Ich war sozusagen ein Vorzeigekind und durfte sogar mal einen Wandbehang im Lehrerzimmer gestalten“, erzählt sie mit feinem Lächeln. Kunst ermögliche es dem Menschen, sich seelisch auszudrücken, Dinge zu bewältigen und das eigene Gleichgewicht herzustellen. Gleichwohl sei ihr das Wort „Kunst“ viel zu hoch. „Man sollte sparsam mit diesem Wort umgehen. Ich sage immer, ich beschäftige mich mit Malerei und Grafik.“ Auf ihrem Bild, das sie beisteuert, steht „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ geschrieben. Zu sehen ist ein Herr, der sich gehoben fühlt, zusammen mit einem Hund. Zu sehen ist auch eine Gruppe, vorgeblich ohne Obdach, ebenfalls mit Hund. Während zwischen den Menschen eine große Lücke, ein Zwischenraum, klafft, scheinen sich die Tiere zu verstehen.

60 Exponate

„Kontakt zu Menschen aufnehmen über ihre Bilder“, das möchten Margret Berghoff, Ursel Decker, Uwe Wintersohl und all die anderen Künstler, die gemeinsam rund 60 Exponate und damit ein Spiegelbild der künstlerischen Vielfalt der hiesigen Region zeigen. Neben 17 Mitgliedern des Künstlerbundes präsentieren sich auch vier Gastaussteller. Damit möchte man einen Beitrag dazu leisten, junge Künstler*innen zu fördern bzw. etablierten Künstlern ein Forum geben.

„In eine Ausstellung zu gehen heißt, sich zu öffnen, zu schauen, was anspricht. Vielleicht sind es die Farben eines Bildes. Oder die Strukturen. Ein Werk darf für den Betrachter nicht langweilig sein. Dann spürt er die Resonanz in sich“, sagt Uwe Wintersohl, wohl wissend, dass der Zugang zur Kunst nicht immer ganz so einfach ist. Manchmal, so sagt er, sei der Besuch einer Ausstellung wie der Besuch einer neuen Stadt, von der man sich begeistern lassen wolle. Auf eigene Faust gehe man durch die Straßen, schlendere durch die Gassen, ohne das Schöne letztendlich zu entdecken. Mit Menschen, die sich auskennen, oder mit einer Stadtführung sehe man dann vieles in einem anderen Licht. Uwe Wintersohl und ebenso seine Mitstreiter werden abwechselnd während der offiziellen Öffnungszeiten der Ausstellung vor Ort sein. Für jene, die vielleicht einen Austausch wünschen, um Zwischenräume zu entdecken.

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