Kunst

Olpe: Das offene Atelier Regitt ist umgezogen

Das offene Atelier Regitt ist von der Martinstraße in neue Räumlichkeiten in Wenden und Olpe gezogen. Wie es dazu kam, erzählen Birgitt Kühn und Renate Stoll (v.l.). 

Das offene Atelier Regitt ist von der Martinstraße in neue Räumlichkeiten in Wenden und Olpe gezogen. Wie es dazu kam, erzählen Birgitt Kühn und Renate Stoll (v.l.). 

Foto: Birgit Engel

Olpe/Wenden.  Das Atelier Regitt musste sich ein neues Zuhause suchen. Genauer gesagt, zwei Standorte. Birgitt Kühn und Renate Stoll erzählen, wie es dazu kam.

Im Mai 2013 eröffneten Renate Stoll und Birgitt Kühn ihr Atelier Regitt in der Martinstraße mitten in Olpe. Mit großem Werkraum und insgesamt neun Plätzen, Ausstellungsfläche und großzügigem Schaufenster. Nun, nach mehr als sieben Jahren, haben sie es geschlossen. Bedingt durch Corona. „Nicht ohne Wehmut. Aber da unter den derzeitigen Umständen nur noch zwei, maximal drei Personen in den Atelierräumen gleichzeitig arbeiten konnten, war die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben“, sagen die beiden Frauen und schauen dabei zugleich nach vorne. Sie begreifen die Veränderung, die die Pandemie mit sich bringt, gleichsam als neue Chance: In Olpe in der Grimmestraße 48 und in Wenden Am Buchhagen 33 entstanden jetzt zwei neue Standorte, um den Atelierbetrieb weiterzuführen. Mit jetzt jeweils zwei Arbeitsplätzen bzw. vier Arbeitsplätzen, wenn Corona irgendwann vorbei sein sollte.

Das Konzept ist geblieben

Auch wenn sich die Räumlichkeiten geändert haben, ist das Konzept von Regitt geblieben: ein offener Ort, an dem große und kleine Menschen sich kreativ ausprobieren können. Mit Muße für freies Arbeiten und einer großen Auswahl an Werkzeugen und Materialien, um die Welt der Kunst zu entdecken. Hier gibt es keine festen Kurse in einem festgelegten Rhythmus. Das Atelier, die Arbeitsplätze sind flexibel, einmal oder mehrmals, sporadisch oder regelmäßig buchbar. Ohne Kursstress und Zeitdruck. Malen, Plastisches Arbeiten, Druck – fast alles ist dabei möglich. „Wenn gewünscht, leiten wir an, zeigen Techniken und Wege“, erklärt Renate Stoll. „Wir möchten Kreativität fördern, nicht beeinflussen. Und die Entscheidung, was gemacht wird, liegt bei jedem selbst.“

Seit 25 Jahren arbeiten Renate Stoll und Birgitt Kühn, beide Kunst- und Theaterpädagoginnen und in verschiedenen Bereichen der Bildenden Kunst unterwegs, schon zusammen. Mit dem offenen Atelier haben sie sich derzeit einen Herzenswunsch erfüllt. Und den möchten sie nicht aufgeben. „Es war immer mein Traum, mit Kindern und Jugendlichen so zu arbeiten, wie es in der Organisationsform Schule kaum machbar ist. Mit der Möglichkeit, jeden zu begleiten, ohne in irgendetwas rein zu zwängen“, sagt Birgitt Kühn.

Die eigene künstlerische Tätigkeit auszuüben und darüber hinaus anderen Menschen kreatives Wissen und Arbeiten zu vermitteln und näher zu bringen, das war und ist auch die Motivation von Renate Stoll. „Manche haben konkrete Vorstellungen von dem, was sie möchten, wissen aber nicht, wie sie es umsetzen können. Andere wiederum möchten sich an Kunst herantasten.“ Erwachsene kämen beispielsweise öfter mit einem bestimmten Wunsch. Ein Bild für das eigene Wohnzimmer, ein kreatives Werk für einen besonderen Anlass. Bei Kindern gehe es zumeist um die Ermutigung und die Freude am Malen und Gestalten an sich. „Einige der Kinder, die in den Anfangszeiten von Regitt als Dreijährige bei uns angefangen haben, kommen noch heute. Zu sehen, wie sie sich entwickelt haben, ist einfach nur schön“, erzählt Birgitt Kühn.

Interessante Begegnungen

„Was wir wohl sehr vermissen werden, ist der spontane Besuch in unserem Atelier, um Gespräche zu führen, sich auszutauschen oder sich über die eine oder andere Technik zu unterhalten“, sagt Renate Stoll und erinnert sich an viele interessante Begegnungen. So an ein Künstlerehepaar aus Köln, das eines Tages allein aufgrund des Schaufensters und der dort ausgestellten Werke ins Atelier kam.

Ganz aus dem Stadtbild wird Regitt indes nicht verschwinden. Holger Harnischmacher, Inhaber des gleichnamigen Reisebüros, stellt den beiden Frauen ein Teil seines Schaufensters für ihre Werke zur Verfügung. Und auch in der benachbarten ehemaligen Apotheke werden sie in der Auslage Objekte zeigen können, bis diese wiederbesetzt ist. „Darüber freuen wir uns sehr“, betonen Renate Stoll und Birgitt Kühn und sind zuversichtlich. So hat der neue Standort in Olpe beispielsweise einen Garten, was noch einmal ganz neue Möglichkeiten der Inspiration und Kreativität eröffnet.

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