Architektenwettbewerb

Olpe: Wer hat die besten Rathaus-Ideen ?

Die Fläche rund um das alte Bahnhofsgebäude soll komplett überplant werden, inklusive einem Rathaus-Neubau. Der Architektenwettbewerb nimmt jetzt Fahrt auf.

Die Fläche rund um das alte Bahnhofsgebäude soll komplett überplant werden, inklusive einem Rathaus-Neubau. Der Architektenwettbewerb nimmt jetzt Fahrt auf.

Foto: Foto: Josef Schmidt

Olpe.  Der Architektenwettbewerb für das „neue Olpe“ inklusive einem Rathausneubau nimmt die nächsten Hürden. Drei Olper Büros sind gesetzt.

„Auf die Plätze, fertig, los“ heißt es nach dem 19. Februar für interessierte Architekturbüros, die sich einer planerischen Herkulesaufgabe stellen wollen: Ein Rathaus für Olpe planen sowie das gesamte Bahnhofsumfeld, ohne den historisch gewachsenen Ortskern vom dann „neuen Olpe“ abzuschneiden.

Die Stadtbauverwaltung unter Leitung von Baudezernentin Judith Feldner legt für den Bauausschuss am Donnerstag Abend und für den Stadtrat am 19. Februar ein fast 20-seitiges Informationspapier des den Wettbewerb leitenden Bielefelder Büros Drees und Huesmann (DHP) vor – mit zahlreichen Fakten, Daten und Namen, dem die Politiker Grünes Licht geben sollen. Danach können sich interessierte Ingenieurbüros bewerben.

Und im positivsten Fall eine Menge Geld gewinnen: Für den ersten Preis im Wettbewerb „Neubau Bürgerhaus“ (Rathaus mit Museum) winken 54.000 Euro, der Zweite bekommt 42.000 Euro, für den 3. Platz gibt es immerhin noch 37.000 Euro, für den 4. 26.000 Euro, die gleiche Summe für Anerkennungspreise.

Wer die Verbindung des neuen Bürgerhauses mit der Innenstadt am besten hinbekommt, darf sich über Geldpreise von 2750 Euro bis 1500 Euro freuen. Alles in allem werden Preisgelder in Höhe von 195.000 Euro ausgelobt. Die Gesamtkosten des Architektenwettbewerbs belaufen sich auf rund 340.000 Euro.

16 Bewerber werden ausgelost

Insgesamt sollen sich 16 Architekturbüros bewerben, neun sind bereits vorher gesetzt. Drei davon kommen aus Olpe: Das Büro Ohm & Ohm Architekten, das Büro Ehrengruber Architekten und das Büro Christoph Stinn Architekten. Ohm und Ohm bewerben sich in Gemeinschaft mit dem Düsseldorfer Büro Konrath und Wennemar. Weitere gesetzte Büros kommen aus Stuttgart, Lübbecke, Aachen, München, und Herford.

Baudezernentin Judith Feldner klärte auf Nachfrage darüber auf, warum neun der 25 Bewerber vorausgewählt worden seien und wer: „Das war eine gemeinsame Entscheidung des Arbeitskreises „Rathaus“, der zweimal in dieser Angelegenheit getagt hat sowie der Verwaltung und des den Wettbewerb leitenden Büros DHP.“

Voraussetzung für eine Teilnahme am Wettbewerb, so Feldner, sei die zwingende Einbindung von Landschaftsarchitekten.

Hintergrund, so die Stadt im Wettbewerbstext: „Die Stadt soll (...) entlang der voraussichtlich freigelegten Bigge bis zum in ca. 500 Meter beginnenden Biggesee neu gestaltet werden. Daher beinhaltet die Wettbewerbsaufgabe neben dem (...) Neubau des Bürgerhauses (...) auch einen Ideenwettbewerb für die Vernetzung Bürgerhaus - Bigge - Innenstadt.“ Die Neugestaltung des alten Busbahnhofes spiele dabei eine wichtige Rolle.

Beachten sollen die Planer, dass das neue Rathaus keine „Rückseite“ bekomme, also aus allen vier Himmelsrichtungen ansehnlich sein müsse. Es müsse flexibler Arbeitsraum für etwa 100 Mitarbeiter an etwa 80 Arbeitsplätzen entstehen.

Bahnhofsgebäude Knackpunkt

Ein Knackpunkt der Planung ist bekanntlich das alte Bahnhofsgebäude, das nicht wenige heimat- und geschichtsbewusste Olper erhalten wollen, das aber genauso wenig unter Denkmalschutz steht wie das kleine Stellwerk in der Nachbarschaft. Nach Informationen dieser Zeitung bemühen sich derzeit einige Olper, auch das Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz stellen zu lassen, um einen Abriss unmöglich zu machen. Ausgang ungewiss.

Ausdrückliche Bedingung für einen Planentwurf ist der Erhalt der Bahnhofsgebäude nicht, er ist lediglich erwünscht. Um eine eindeutige Formulierung drückt sich der Wettbewerbstext herum.

Wörtlich heißt es: „Bedeutend ist auch der Umgang mit dem (...) ehemaligen Bahnhofsgebäude und dem Stellwerkgebäude, welche nicht unter Denkmalschutz stehen. Ob Teilrückbau bzw. -erhalt oder vollständiger Erhalt bzw. Rückbau beider Baukörper mit jeweiliger Integration des Neubaus bleibt dem Wettbewerb überlassen.“ Und weiter: „Der Bahnhof soll als identifikationsstiftender Ort ablesbar sein.“

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