Planungswerkstatt

Olper diskutieren über die Zukunft ihrer Stadt

Sie sitzen zusammen um einen Tisch und unterhalten über die städtebauliche Zukunft der Kreisstadt: Mehr als 60 Teilnehmer sind zur Akteurs- und Planungswerkstatt gekommen.

Sie sitzen zusammen um einen Tisch und unterhalten über die städtebauliche Zukunft der Kreisstadt: Mehr als 60 Teilnehmer sind zur Akteurs- und Planungswerkstatt gekommen.

Foto: Birgit Engel

Olpe.   60 Olper nahmen die Stadtplanung der Kreisstadt selbst in die Hand. Bei der Akteurs- und Planungswerkstatt kamen neue Ideen auf den Tisch.

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Ganz viel Enthusiasmus und viel Hoffnung, dass die große Aufgabe, vor der Olpe in Sachen städtebaulicher Weiterentwicklung steht, auch gelingt, war in der Akteurs- und Planungswerkstatt zu spüren. Rund 30 Bürger hatten sich angemeldet, mehr als 60 waren gekommen, um Stadtplanung einmal selbst in die Hand zu nehmen, eigene Vorschläge zu entwickeln und diese auf Papier zu bringen.

Vorab referierte zum Thema „Bedeutung öffentlicher Räume für die Stadt“ der ehemalige Stadtbaurat der Stadt Siegen, Michael Stojan, bekennender Verfechter eines Bauens, das sich zu den Merkmalen der europäischen historischen Stadtplanung bekennt. Für Stojan heißt das: weg vom gleichförmigen, langweiligen und banalen Städtebau hin zur Wiederentdeckung des individuellen und unverwechselbaren Charakters einer Stadt, zu einem Bauen, das auf regionalen Traditionen basiert und geschlossene Stadträume bildet. Zu einer Architektur, die zwar zeitgenössisch ist, dabei aber an die Vergangenheit anknüpft und in die Zukunft weist. „Sie haben die einmalige Chance, hier etwas neu zu schaffen“, unterstrich Michael Stojan und appellierte, dass sich Politik, Verwaltung und Bürger als ein Bauherr begreifen müsse.

Bigge offen legen

Viele Ideen entwickelten sich an den Planungstischen, die im kleinen Saal der Stadthalle aufgebaut waren, und so mancher nahm sich kaum Zeit für den angebotenen Imbiss im Foyer. Einig waren sich alle darüber, dass die Bigge offenzulegen sei und auch der Biggesee mittels einer Promenade stärker an die Stadt angebunden werden müsse. Um die Fließgeschwindigkeit der „stinkenden“ Bigge zu erhöhen, brauche es neue Ansätze.

Viel Aufmerksamkeit fanden die alten Gebäude der Rheinisch-Westfälischen Kupferwerke. Das Olper Kupfer, das Olpe zum Wohlstand verhalf, einst an der Londoner Börse notiert war und den Berliner Dom deckt, sei ein Gut, das Gefühle transportiere. Die Gebäude müssten erhalten bleiben, einer Nutzung aus Gastronomie und Event zugeführt werden und auch das Museum könne das Thema aufnehmen.

Architektonisch wünschte man sich, die Eisenbahnerhäuser am Bigge-Ufer sowie die das Stadtbild prägenden Giebelhäuser rund um den Marktplatz aufzugreifen, um so das Bild der Innenstadt Richtung Bigge zu transportieren. Ein weiterer Vorschlag befasste sich mit der Franziskanerstraße. Diese könne verengt werden, wenn die Hauptverkehrsströme über die Umgehung gelenkt würden.

Viel Grün, kleine Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität, verbunden mit dem Element Wasser, und insgesamt eine städtebauliche Anordnung nach der von Stojan angeregten historischen Stadtplanung spielten eine große Rolle. Das Gros der Entwürfe betrachtete das neue Rathaus mit Museum am Standort des alten Bahnhofs bei Erhaltung der Fassade als längst gesetzt.

Daneben gab es die Anregung, das neue Rathaus hinter die alten Kupferwerke, also westlich der Stellwerkstraße, zu setzten, um den alten Bahnhofsplatz anderweitig zu nutzen. Eine weitere Idee, die dem Lyzeum Aufmerksamkeit schenkte: am Standort des ehemaligen Mutterhauses ein zentrales Gebäude zum Beispiel für das Museum zu errichten, versehen mit einem hohen Giebel, der den Blick lenkt. Judith Feldner von der Stadt Olpe zeigte sich begeistert von den Ergebnissen der Planungswerkstatt. „Städtebauliche Entwicklung funktioniert nur, wenn alle zusammen arbeiten“, ging sie konform mit Michael Stojan.

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