Bewährungsstrafe

Olper Gericht verurteilt zwei Männer wegen schweren Raubes

Justitia: Das Schöffengericht in Olpe verurteilte zwei Männer wegen schweren Raubes zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung.

Justitia: Das Schöffengericht in Olpe verurteilte zwei Männer wegen schweren Raubes zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung.

Foto: Britta Pedersen

Olpe/Wenden.   Zwei Männer hatten vor drei Jahren einen Siegener mit einem Messer bedroht und 450 Euro erbeutet. Der Geschädigte sollte Drogen beschaffen.

Vor dem Schöffengericht in Olpe sind am Freitag ein Mescheder (36) und ein Mann aus Maumke (33) wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes in einem minderschweren Fall in Tateneinheit mit Körperverletzung zu einem Jahr und drei Monate auf Bewährung verurteilt worden. Zudem müssen sie jeweils 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Sie hatten vor mehr als drei Jahren einen 37-jährigen Siegener, der damals genauso wie der Maumker in einer Asylunterkunft in Wenden lebte, mit einem Messer bedroht und ihn um 450 Euro erleichtert.

Auslöser waren 30 Euro

Auslöser des Konfliktes war, dass die beiden Angeklagten, damals beide arbeitslos, dem Geschädigten Ende August 2015 30 Euro gaben, damit dieser für sie Drogen beschafft. Am selben Tag, allerdings zu später Stunde und bereits unter starkem Drogen- und Alkoholeinfluss, machte sich das Duo auf den Weg zur Unterkunft, um die zuvor bestellte Ware abzuholen. Doch die Drogen waren noch nicht da. Zunächst habe man den Siegener nur zur Rede stellen wollen und sei wieder von dannen gezogen. Doch dann überlegten es sich die beiden Angeklagten anders und kehrten noch einmal zur Asylunterkunft zurück. Dieses Mal mit dem festen Vorsatz, sich die 30 Euro zurückzuholen.

„Ich habe ihm eine Backpfeife gegeben und das Handy aus der Hand geschlagen“, gab der 36-Jährige, ein gebürtiger Olper, zu. Doch dabei blieb es nicht: Er packte sich den 37-jährigen Siegener und drückte ihn gegen eine Wand.

In dieser Zeit hatte sein Komplize bereits aus seinem Zimmer in der Unterkunft ein Messer geholt. Vermutlich zwecks Einschüchterung, denn zum Einsatz kam die Waffe nach Aussage aller Beteiligten nicht. Während der gebürtige Olper den Geschädigten also im Würgegriff hatte, durchsuchte der Maumker die Tasche seines Opfers und fand dabei nicht nur die 30 Euro, sondern das komplette Hartz-IV-Gehalt (rund 400 Euro) des Siegeners.

Mit dem gesamten Geld verließen die beiden schließlich den Ort des Geschehens und setzen sich in ein Taxi nach Siegen, wo sie in der selben Nacht noch verhaftet wurden.

Teil des Geldes zurückgegeben

Der gebürtige Olper räumte die Tat ein. Laut eigener Aussage spielten zudem private Dinge zwischen ihm und seinem Opfer noch eine Rolle. Der Mann aus Maumke konnte sich hingegen kaum noch an den Tattag erinnern: „Ich war damals ziemlich betrunken und habe nicht alles mitbekommen.“ Den Vorwürfen widersprechen konnte er aber auch nicht.

Weniger Glauben schenkten Richter Richard Sondermann und Staatsanwalt Philipp Scharfenbaum bei der Verhandlung den Ausführungen des Geschädigten, der sich weder an die Backpfeife noch an den Drogendeal erinnern konnte oder wollte.

Einen Teil des Geldes hatten die beiden dem Geschädigten übrigens unmittelbar nach der Tat zurückgegeben, den Rest müssen sie nun zurückzahlen.

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