Partnerschaft

Olper Schüler und Lehrer fliegen nach Südafrika

Auf nach Südafrika: (von links) Holger Köster, Britta Inden, Lina Meier, Kerstin Paul-Meier, Marcel Westmeier, Laurenz Becker, Pia Weber, Dr. Gerd Reichenbach und Michael Lauer.

Auf nach Südafrika: (von links) Holger Köster, Britta Inden, Lina Meier, Kerstin Paul-Meier, Marcel Westmeier, Laurenz Becker, Pia Weber, Dr. Gerd Reichenbach und Michael Lauer.

Foto: Roland Vossel / WP

Olpe.  Seit 2002 besteht die Partnerschaft zwischen SGO und Bongaschule. Erstmals fliegen jetzt Lehrer, Schüler und Dr. Gerd Reichenbach ins Zululand.

Direkt nach dem Ende des Schuljahres muss Holger Köster die Koffer packen. Und der Leiter des Städtischen Gymnasiums Olpe (SGO) macht dies außerordentlich gerne. Am zweiten Ferientag, 16. Juli, geht der Flieger nach Südafrika. „Es steht eine ganz besondere Reise an. Das Interesse und der Wunsch, unsere Partnerschule zu besuchen, besteht schon länger. Jetzt müssen wir wirklich mal hin“, sagt Holger Köster.

Neben dem Rektor sitzen noch die stellvertretende Schulleiterin Britta Inden, die Lehrer Kerstin Paul-Meier, Pia Weber, Marcel Westmeier und Michael Lauer sowie die Schüler Lina Meier, Yasper Ehrengruber und Laurenz Becker mit im Flieger. Und „unser Ehemaliger“, wie Köster betont: Dr. Gerd Reichenbach, der vor 51 Jahren sein ABI am SGO machte und sich schon seit Jahrzehnten unermüdlich für den Aufbau der Bongaschule im armen Zululand einsetzt. Er ist praktisch der Reiseführer der zehnköpfigen Gruppe.

Aus Baracke entstanden

Im Jahr 2002 initiierte der Olper Arzt die Schulpartnerschaft zwischen dem SGO und der Bongaschule. Seitdem gab es viele Aktionen für die Schule in Südafrika, wie Schulfeste oder Sponsorenläufe. „Wir haben immer Kontakt dorthin über unseren guten Freund Gerd gehabt“, betont Holger Köster. Auch ehemalige Schülerinnen und Schüler haben die Schule in Südafrika bereits besucht. Doch es ist eine Premiere, dass aktuelle Olper Pennäler mit ihren Lehrern zur Bongaschule fliegen.

Seit 1999 unterstützt Dr. Reichenbach mit seinem Studienfreund Prof. Dr. Reinhard Andreesen den Aufbau der Schule in Südafrika. Aus einer Baracke ist ein imposantes Schulzentrum entstanden. „Vor neun Jahren haben wir dort auch eine Schreinerwerkstatt errichtet. Es gibt Kurse über mehrere Monate. Wir wollen auch den schwächeren Schülern eine praktische Ausbildung anbieten. Viele haben sich mittlerweile selbstständig gemacht und zimmern Schränke oder Särge“, so Reichenbach. In der Grundschule sei jetzt mit Schachkursen begonnen worden. „Das Entscheidende für die Entwicklung Afrikas ist die Förderung von Mädchen“, betont der Arzt aus Olpe.

13-Tage-Trip

Im Februar hat Dr. Gerd Reichenbach vor Ort die Unterkünfte für den 13-Tage-Trip gebucht. Einige Tage werden sich die Olper die Bongaschule ansehen, zudem gibt es Besuche im Nationalpark und der deutschen Schule in Kapstadt. „Wir werden auch in die Township gehen und wollen da die Lebenssituationen der Schwarzen kennenlernen. Auf einem Gebiet wie dem Olper Imberg leben dort 20.000 Menschen aus acht Nationen“, berichtet Reichenbach.

Keine Frage: Es wird eine spannende Reise. „Wir werden völlig unterschiedliche Welten sehen. Wenn wir nach Kapstadt kommen, sind wir in Europa gelandet. Ganz im Gegensatz zur ländlichen Region. Das Zululand ist die ärmste Region in Südafrika“, sagt Dr. Reichenbach. Für Schulleiter Köster hat die Reise Pilotcharakter: „Wir wollen sehen, wie die Welten zusammenpassen. Deshalb wollten wir auch nicht mit einer großen Schülertruppe dort auftauchen. Wir möchten erst mal sehen, wie ein Austausch möglich ist.“

Brieffreundin kennenlernen

Eine des Schülertrios ist Lina Meier. Sie besucht am SGO auch den Wahlpflichtkurs Politik, Geschichte, Südafrika der 8. und 9. Klasse. „Ich möchte jetzt einmal kennenlernen, wie es dort wirklich ist“, freut sich die Schülerin auf die Reise. Eine Brieffreundin an der Bongaschule hat sie bereits. Nun ist sie gespannt, wenn sie sie in der kommenden Woche trifft.

„Sie freuen sich an der Bongaschule sehr, dass wir kommen. Es wäre schön, wenn Kontakte zwischen einzelnen Schülern und Lehrern entstehen“, unterstreicht Dr. Gerd Reichenbach. 80 Prozent der Schulgebäude seien mit Spenden aus dem heimischen Raum errichtet worden. Allen voran hätten das Städtische Gymnasium Olpe und der Rotary Club Olpe das Projekt in Südafrika unterstützt. „Ohne den Kreis Olpe würde es die Bongaschule nicht geben“, betont Dr. Gerd Reichenbach.

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