Kein Public Viewing

Olper Schützen verzichten auf WM-Übertragung am Festsonntag

Auf dem Ümmerich geht’s rund: Aber ohne Public Viewing.

Foto: Frank Tischhart

Auf dem Ümmerich geht’s rund: Aber ohne Public Viewing. Foto: Frank Tischhart

Olpe.   Major Peter Liese kann Entscheidung stichhaltig begründen

Millionen von deutschen Fußballfans drücken dem Team von Jogi Löw die Daumen: Wenn der Schiedsrichter am Sonntag, 15. Juli, Punkt 17 Uhr, das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Moskauer Luschniki-Stadion anpfeift, sollen die Löw-Bubis möglichst mit von der Partie sein. Ausgerechnet zum gleichen Zeitpunkt feiert einer der größten Vereine Südwestfalens, der Olper Schützenverein St. Sebastianus, sein Schützenfest auf dem Ümmerich. Und eines steht dabei schon fest, wie der oberste Olper Schütze, Major Peter Liese, auf Anfrage bestätigte, aber auch den Schützen auf der Mitglieder-Versammlung des Vereins (wir berichten noch) mitteilte: Auf dem Ümmerich wird es kein Public Viewing geben. Egal, ob es die Löw-Truppe nun bis ins Finale geschafft hat oder nicht.

Ausführlich diskutiert

Liese: „Das Thema ist im Schützenvorstand ausführlich diskutiert worden. Danach hat es einen einstimmigen Beschluss gegeben, auf eine Übertragung zu verzichten.“

Dass es sich die Schützen nicht leicht gemacht hätten, zeige schon die Tatsache, das der nahezu komplett anwesende 25-köpfige Vorstand eine geschlagene Stunde über das Thema diskutiert habe. Aber: „An dem Schützenfestsonntag gibt es nach dem Festzug Programmpunkte, die wir zeitlich unmöglich nach vorne oder hinten schieben können“, macht Liese deutlich.

Rund 3000 Festbesucher

Los geht das Programm an dem fraglichen WM-Finalsonntag wie üblich um 15 Uhr mit dem Antreten auf dem Marktplatz, anschließend stehen das Abholen von Fahne und König auf dem Programm, das Ständchen am Krankenhaus, der Festzug und das anschließende Programm auf dem Ümmerich. Und das, so Liese, lasse keine Übertragung des Finales zu, das ja mit einer möglichen Verlängerung bis etwa 19.30 Uhr dauern könne.

Das Programm am späten Nachmittag auf dem Ümmerich sieht wie folgt aus:

17.15 Uhr Kinderbelustigung, 17.30 Uhr Eintreffen der Schützenkönigin und des Hofstaates, 18 Uhr Konzert der Festmusik, 18.15 Uhr Kinderpolonaise, 19.15 Uhr Königspolonaise, 20.20 Uhr Musik und Tanz. Liese: „Was sollen wir da wegfallen lassen? Wir können ja schlecht auf die Polonaisen verzichten.“

Ein weiteres Problem sei es, eine geeignete Übertragungsfläche herzurichten und dann wieder abzubauen: „Der Musikpavillon, wo das vielleicht möglich wäre, muss je nach Wetterlage für das Konzert vorgehalten werden sowie für die spätere Tanzmusik.“

Des Weiteren sei nicht auszuschließen, dass ein solches Public Viewing auch erhitzte Fußballgemüter anlocke, die ein erhöhtes Sicherheits-Risiko mit sich brächten. Zum Zeitpunkt des Finales, so schätzt Liese, seien immerhin gut 3000 Menschen vor Ort.

FIFA fordert hohe Abgaben

Ein finanzielles Argument gegen die Final-Übertragung liefere zudem die FIFA selbst: „Wer ein solches Spiel öffentlich überträgt, auf den kommen hohe Forderungen des Verbandes zu.“

Ein Argument, das auch den Betreiber des Sonderner Campingplatzes, Dietmar Harsveldt, von einer WM-Übertragung am Strandbad und der Badeinsel abhält, wie er auf Anfrage versicherte: „Wir werden hier kein Public Viewing anbieten. Die von der FIFA geforderten Abgaben sind zu hoch.“

Andere Schützenvereine entscheiden anders

Vier weitere Schützenvereine im Kreis Olpe feiern am WM-Final-Wochenende ebenfalls ihr Schützenfest: Nur in Heinsberg ist die Entscheidung noch nicht gefallen, in Helden, Ennest und Saalhausen soll das Finale für alle Festbesucher übertragen werden, sofern die Deutsche Nationalmannschaft ins Finale einzieht.

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