Trödel-Show

Bares für Rares: „Hässlicher“ Vogel begeistert die Händler

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Diesen Glasvogel des finnischen Designers Oivva Toikka hat Henriette Jorjan aus Olpe bei "Bares für Rares" versteigert.

Diesen Glasvogel des finnischen Designers Oivva Toikka hat Henriette Jorjan aus Olpe bei "Bares für Rares" versteigert.

Foto: Privat

Olpe.  Bei „Bares für Rares“ hat Henriette Jorjan aus Olpe einen kostbaren Glasvogel versteigert. So viel haben die Händler für die Figur geboten.

Es war ein Geschenk einer Freundin. Aus einer Art Haushaltsauflösung. „Sie wollte den Vogel selbst nicht haben, weil sie ihn hässlich fand. Dann hat sie ihn mir gegeben“, erinnert sich Henriette Jorjan aus Olpe und lacht. Monatelang stand der Glasvogel in einem Regal in der Garage. Verstaubte. Irgendwann holte ihn Henriette Jorjan wieder hervor, stellte ihn auf die Fensterbank. „Als die Sonne darauf gescheint hat und ich das Farbspiel im Glas bemerkte, habe ich mir so gedacht, dass es doch ein ganz hübscher Kerl ist“, meint die 71-Jährige. Weil Vögel aber frei sein sollten, wollte Henriette Jorjan loslassen. Und genau das tat sie, als sie die Trödel-Show „Bares für Rares“ besuchte. Am Freitag um 15.05 Uhr wird die Folge mit ihr und ihrem Glasvogel im ZDF ausgestrahlt.

„Ich bin jetzt in einem Alter, in dem man sich bei der Einrichtung etwas verschlankt. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass der Vogel Fernweh hatte“, erzählt Henriette Jorjan und lacht. Generell lacht sie viel und gerne, auch wenn sie sich an den Drehtag im März zurückerinnert. „Ich mag Horst Lichter und die Show. Da dachte ich mir: ‘Da gehste mal hin’“. Gut vier Stunden waren sie und ihr Mann vor Ort, im alten Walzwerk in Pulheim. Die gleichen Szenen wurden mehrere Male hintereinander aufgenommen – wie sie den Gang entlanggeht, wie sie durch das Tor geht oder wie sie am Tisch steht und sich mit Kunsthistorikerin Dr. Bianca Berding unterhält. „Dann sollte ich mal den Oberkörper nach rechts drehen, dann den Kopf nach oben nehmen, nicht direkt in die Kamera gucken und dann auch noch mit den Händen gestikulieren, damit das alles nicht so steif wirkt. Über sowas macht man sich ja vorher alles keine Gedanken!“, erzählt Jorjan mit aufrichtiger Begeisterung.

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Egal ob Regie, Aufnahmeleitung, Kameramann, die Händlerrunde und natürlich Moderator Horst Lichter – jeder sei sehr entspannt, freundlich und humorvoll gewesen. Alle haben sich am Set geduzt. Zwischendurch kam man auch ins Plaudern. „Als mich Horst gefragt hat, wo ich denn herkomme, habe ich ihm gesagt: ‘Aus Olpe, am wunderschönen Biggesee’. Da meinte Horst, dass er dort Stand-up-Paddling gelernt hätte und ab und zu ins Wasser gefallen sei. Da habe ich nur gesagt: ‘Horst, ich hätte dich gerettet!’“ Bei der Erinnerung muss Henriette Jorjan wieder lachen.

Vom finnischen Designer

Im Vorfeld hatte die 71-Jährige schon etwas Recherchearbeit geleistet. Dank der Fabrikationsnummer und eines Zertifikats fand Henriette Jorjan heraus, dass ihr Glasvogel „Fasaani“ hieß und vom finnischen Designer Oivva Toikka stammte. Er ließ sich auf Anfang der 1980er-Jahre zurückdatieren. 80 bis 100 Euro erhoffte sie sich von dem Verkauf. Kunsthistorikerin Dr. Bianca Berding schätzte den Wert sogar auf 200 Euro. Doch am Ende haben immer die Händler das letzte Wort.

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„Ich war total aufgeregt, als ich schließlich in den Raum zu den Händlern gegangen bin. Ich habe nur gehofft, dass man nicht sieht, wie meine Bluse zittert, weil mein Herz so schnell und heftig geschlagen hat“, verrät Jorjan. Das Lampenfieber legte sich allerdings schnell. Denn die Händler – dieses Mal waren Fabian Kahl, Elke Velten-Tönnies, Wolfgang Pauritsch, Jan Čížek und Walter „Waldi“ Lehnertz dabei – überschlugen sich nur so mit ihren Geboten. Am Ende bekam Henriette Jorjan tatsächlich die von der Expertin geschätzten 200 Euro. Und das ausgerechnet von Waldi, der dafür bekannt ist, Antiquitäten für 80 Euro einzukaufen. „Danach musste ich auf dem Parkplatz erstmal eine Beruhigungszigarette rauchen“, so Jorjan. Und ausgerechnet Waldi war es, der sich kurzerhand dazugesellte und genüsslich eine mitrauchte.

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„Der Tag war ein tolles Erlebnis“, findet Jorjan. Um sich bei dem gesamten Team zu bedanken, hat sie ein kurzes Gedicht verfasst und es an die Aufnahmeleitung geschickt (siehe unten). Aus dem Glasvogel ist eine schöne Erinnerung geworden. Eine Erinnerung, die Henriette Jorjan zum Lachen bringt.

>>> DANKESGEDICHT

„Mein Herz heftig klopfte,
der Schweiß beinah tropfte
mir vom Gesicht,
als ich dort stand im Rampenlicht
bei den Händlern im Raum.
Es war fast wie ein Traum,
dann vernahm ich „alsbald-i“
meinen finnischen Vogel,
den kauft der WALDI.

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