Pächter der Ratsschänke gibt auf

Finnentrop.   Matthias Rickert, Pächter der Finnentroper Ratsschänke, gibt auf. Wie Rickert bestätigte, ist das beliebte Lokal im Finnentroper Zentrum nicht vorübergehend „wegen Urlaub“, sondern „vorübergehend für immer“ wie er mit einer Portion Galgenhumor gesteht, geschlossen.

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Matthias Rickert, Pächter der Finnentroper Ratsschänke, gibt auf. Wie Rickert bestätigte, ist das beliebte Lokal im Finnentroper Zentrum nicht vorübergehend „wegen Urlaub“, sondern „vorübergehend für immer“ wie er mit einer Portion Galgenhumor gesteht, geschlossen.

Im Unfrieden

Pächter (Rickert) und Verpächter (Gemeinde Finnentrop) beenden die knapp dreijährige Zusammenarbeit nicht im Einvernehmen. Nach Darstellung Rickerts hat es von Anfang an Probleme gegeben, weil die Gemeinde wenig Interesse gezeigt habe, technische Mängel abzustellen.

So habe er sich schon 2014 über Gasgeruch in der Küche beklagt, ohne dass es zu einer Reaktion der Verwaltung gekommen wäre. Erst als er sich privat um eine Messung des Gasbelastung in der Küche bemüht und der gemessene Wert mehr als das Zehnfache des zulässigen Grenzwertes betragen habe, habe die Gemeinde reagiert, dann aber schnell: „Ich hatte eine schleichende Kohlenmonoxid-Vergiftung“, so Rickert. Zum Bruch sei es aber durch den Streit um sogenannte Rückvergütungen gekommen, die die Brauerei zahlt, wenn vorher festgelegte Größenordnungen beim Bierverkauf erreicht werden. Diese Rückvergütungen seien immer auf das Konto der Gemeinde geflossen, er selbst wisse nicht einmal, wie hoch sie seien, weil nicht er Vertragspartner der Krombacher sei, sondern die Gemeinde Finnentrop.

Zu Beginn der Pacht seien die Rückvergütungen mit neuem Mobiliar verrechnet worden, in der Folge, so ist Matthias Rickert überzeugt, hätten ihm die Rückvergütungen zugestanden.

Pacht einbehalten

Da die Gemeinde zu keinem Entgegenkommen bereit gewesen sei, habe er die Pacht einbehalten, was dann zur Kündigung des Pachtvertrages geführt habe. Auch als Betreiber des Bistros im Finto ist die Zusammenarbeit zwischen Rickert und der Gemeinde Finnentrop zum Monatsende beendet.

Bürgermeister Dietmar Heß widerspricht der Version Rickerts mit Nachdruck. Die Vorwürfe des ehemaligen Pächters seien „schlicht Blödsinn“. Am Ende seien die Rückstände so gravierend gewesen, dass es für die Gemeinde keine Alternative gegeben habe. Zu der Entscheidung beigetragen habe auch die Tatsache, dass Rickert die Unterstützung seiner Bank verloren habe: „Es sind viele, viele Brücken gebaut worden, die alle nicht begangen worden sind“, so der Bürgermeister, „am Ende blieb nur die Notbremse.“

Dietmar Heß bestätigt, dass die Rückvergütungen der Brauerei auf das Konto der Gemeinde geflossen seien, aber nur deshalb, weil damit ein Kredit, den die Gemeinde für den Pächter aufgenommen habe, zurückzahlen: „Das weiß Herr Rickert auch ganz genau.“

Ausgebucht bis 2019

Finnentrops Bürgermeister bedauert die Entwicklung, da die Ratsschänke in den vergangene Jahren sehr gut gelaufen sei: „Das bestätigt auch die Krombacher. Es gibt wenige Gaststätten im Umkreis, die so gut laufen.“

Für Finnentroper Bürger und auch Vereine bedeutet die Kündigung des Pachtvertrags zunächst einmal große Unsicherheit. Die Finnentroper Ratsschänke war, wie Matthias Rickert bestätigt, bereits bis über das Jahr 2018 hinaus für Familien-, Vereinsfeiern und andere Veranstaltungen gebucht.

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