Herzensangelegenheit

Pferdebesitzerin schenkt kranken Kindern Zeit mit Ponys

Sarah Hörich aus Bilstein schenkt Kindern mit Handicap oder finanziell geschwächten Familien Zeit mit ihren Pferden. 

Sarah Hörich aus Bilstein schenkt Kindern mit Handicap oder finanziell geschwächten Familien Zeit mit ihren Pferden. 

Foto: Nadine Niederschlag-Grebe

Melbecke.   Eine junge Pferdebesitzerin aus Bilstein erfüllt kranken Kindern und Kindern aus finanzschwachen Familien einen Herzenswunsch. Berührender Facebook-Post.

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Das Schönste, was du einem Menschen schenken kannst, ist Zeit. Denn damit schenkst du ein Stück von deinem Leben, heißt es. Sarah Hörich aus Bilstein schenkt Kindern mit Handicap und Kindern aus finanziell geschwächten Familien ihre Zeit. Und nicht nur das.

Die 26-Jährige verzaubert mit einer einfachen Idee diese besonderen Kinder und beschert ihnen mehr als ein Lächeln ins Gesicht. Hörich ist Besitzerin von zwei Isländer Ponys. Isorn und Rispa sind auf dem Quinkenhof in Melbecke zu Hause und dorthin kommen die Kinder mit ihren Eltern, um ein bis zwei schöne Stunden zu erleben.

Pferdebesitzerin berührt mit Facebook-Post

„Die Idee entstand bereits im letzten Jahr. Allerdings war das kurz vor Weihnachten und nicht mehr realisierbar,“ beschreibt Sarah Hörich. Mit einem berührenden Posting bei Facebook wandte sie sich an die Social-Media-Gemeinde und setzte ihr Vorhaben in die Tat um. „Ich verschenke Zeit mit meinen Pferden. Ich bevorzuge Kinder, die es nicht so leicht im Leben haben“, lautete ihr Aufruf.

Der Beitrag wurde mittlerweile fast 500 Mal geteilt und ihr Postfach regelrecht gesprengt. Die Bewerbungen kamen von Eltern, Paten oder Freunden betroffener Kinder, denen aus finanziellen Gründen eine Reitstunde nicht möglich ist oder die mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Handicaps leben müssen.

„Ich bin überwältigt von der Resonanz,“ erzählt die 26-Jährige. Mehr als 25 Anfragen hat sie bereits, die sie bis Weihnachten allein gar nicht stemmen kann. Deshalb helfen nun befreundete Einsteller vom Quinkenhof mit ihren Pferden aus, denn Sarah möchte möglichst allen Kindern diesen kleinen Wunsch erfüllen.

Weil sie endlich reiten darf: Mädchen weint vor Freude

Bei strahlendem Sonnenschein reisten am Wochenende die ersten zwei Kinder mit ihren Familien an. Lisa und Emily Amanda, beide zehn Jahre alt, wurden mit diesem Ausflug überrascht. Emily Amanda ist ganz schüchtern und zurückhaltend.

Das liegt wohl auch an ihrer Erkrankung. Sie hat einen Herzfehler. Das Mädchen nimmt starke Herzblocker und hat durch eine Blutgerinnungsstörung bis zu viermal täglich Nasenbluten. „Der Puls von Emily Amanda schlägt schneller als üblich. Dies beeinträchtigt sie natürlich sehr im Alltag und in der Schule,“ beschreibt ihre Mutter Antje, die alle drei Monate mit ihrer Tochter in die Uniklinik nach Münster fährt.

„Ich liebe Pferde,“ freut sich Lisa aus Kirchveischede, die ebenfalls zum ersten Reittermin gekommen ist. Das Mädchen ist an Diabetes Mellitus Typ 1 erkrankt und auf eine Insulinpumpe angewiesen. Ihre Mutter ist alleinerziehend und kann ihrer Tochter keine Reitstunden ermöglichen. „Lisa hat vor Freude geweint, als ich ihr erzählt habe, dass sie reiten darf“, berichtet Mama Patricia freudestrahlend.

Kinder schöpfen aus dem Erlebnis Kraft

Zwei Stunden vergessen die beiden Mädchen ihre Krankheit. Gemeinsam mit Pferdebesitzerin Sarah Hörich holen sie die beiden Isländer vom Padock. Selbstständig striegeln und putzen sie die Ponys. Ganz entspannt stehen die beiden Isländer am Anbinder und stupsen das ein oder andere Mal die Mädchen an und bringen sie zum Lachen. Ohne Sattel geht es dann auf dem Rücken der Pferde ins Gelände. Stolz trohnen Lisa und Emily Amanda auf den Ponys und genießen die Sonne, die frische Luft, den Gang der Pferde. Als Sarah Hörich anbietet auf den Ponys im Trab im Zirkel zu reiten, strahlen die Augen der Pferdemädchen noch heller.

Ein bisschen aufgedreht, aber glücklich sind die beiden Zehnjährigen, nachdem sie den Ponys noch einen Apfel als Dankeschön gegeben haben und auch die Eltern sind gerührt: „Eine tolle Aktion, für die wir uns herzlich bedanken. Unsere Kinder schöpfen daraus soviel Kraft.“

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