Selbstkritik

Pizzakarton-Posse: Attendorns Bürgermeister schreitet ein

Liegt außerhalb des Attendorner Stadtzentrums an einem Busparkplatz: der Mülleimer, in dem der Zwölfjährige einen Pizzakarton entsorgt hatte.

Liegt außerhalb des Attendorner Stadtzentrums an einem Busparkplatz: der Mülleimer, in dem der Zwölfjährige einen Pizzakarton entsorgt hatte.

Foto: Martin Droste

Attendorn.   Der Attendorner Bürgermeister hat das von einem städtischen Außendienstmitarbeiter verhängte Verwarnungsgeld gegen einen Zwölfjährigen zurückgenommen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Stadt Attendorn ist im Fall des Stadtwächters, der ein Verwarnungsgeld verhängt hat, weil ein Zwölfjähriger einen Pizzakarton in einem öffentlichen Mülleimer entsorgt hat, um Schadensbegrenzung bemüht: Sie hat das Verwarnungsgeld von zehn Euro zurückgenommen – und es bei einer Verwarnung der Großmutter, die den Jungen begleitet hatte, belassen. Zudem ruft Bürgermeister Christian Pospischil nach der Welle der Empörung dazu auf, „sich auch wieder abzuregen“.

Gespräch mit der Großmutter

Am späten Nachmittag meldete sich Pospischil auf der Internetseite der Stadt Attendorn persönlich zu Wort und versuchte, die Wogen zu glätten. Zuvor hatte er in einem Gespräch mit der Großmutter des Zwölfjährigen das verhängte Verwarnungsgeld zurückgenommen. „Wir haben uns auch sonst freundlich und vernünftig unterhalten und konnten diese Angelegenheit schnell klären“, schreibt der Bürgermeister, der selbstkritisch für die Stadtverwaltung eingesteht: „Einen bitteren Beigeschmack behält die ganze Angelegenheit natürlich, denn das Rechtsempfinden vieler wurde hier verletzt“.

Pospischil stellt aber ebenso klar, dass die Stadt weiterhin darauf achten werde, „dass Müll aus dem Haushalt nicht in öffentlichen Mülleimern (oder daneben) abgeladen wird; Kleinabfälle von in der Öffentlichkeit verzehrtem Fast Food werden wir aber natürlich nicht als Haushaltsmüll werten“. Künftig dürfe jemand, der seinen Müll in einen Mülleimer wirft, „nicht bestraft werden, als ob er seinen Müll einfach in die Landschaft geworfen hätte“, sichert Attendorns Bürgermeister dabei zu.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik