Bürgerinitiative

Plakatwände gegen die Windkraft im Repe- und Bremgetal

Dieses Plakat mit der Aufschrift "Unsere Gesundheit ... Durch Windkraft gefährdet" steht am Ortseingang von Niederhelden. 

Dieses Plakat mit der Aufschrift "Unsere Gesundheit ... Durch Windkraft gefährdet" steht am Ortseingang von Niederhelden. 

Foto: Privat

Repetal.  Bürgerinitiative „Lebenswertes Repetal“ startet neue Protestaktion. Gerd Pulte sieht keine Grundlagen für Windräder auf Attendorner Stadtgebiet.

Am Ortseingang von Niederhelden, bei Hof Droege in Helden und in Hofkühl stehen die neuen Plakatwände bereits gut sichtbar am Straßenrand. In Mecklinghausen, bei Hotel Platte und in Helden werden weitere folgen. „Stoppt den Windwahn in Attendorn“ oder auch „Unsere Gesundheit … durch Windräder gefährdet“ steht auf den Plakaten der Bürgerinitiative „Lebenswertes Repetal“, die sich massiv gegen Windkraftanlagen im Repe- und Bremgetal einsetzt.

Die Mitglieder der Initiative wollen mit ihrer neuesten Protestaktion einmal mehr Sorgen und Befürchtungen kundtun. „Attendorn ist aufgrund des Funkfeuers Germinghausen in Hülschotten, der Artenvielfalt von Flora und Fauna, des Landschaftsbildes sowie der dichten Besiedelung ungeeignet für Windrädern“, macht Gerd Pulte, Sprecher der Initiative, seinen Standpunkt klar. Er könne nicht verstehen, warum die Stadt vor diesem Hintergrund viel Geld in die Planung des eigenen Bürgerwindparks stecke.

Der eigene Windpark

Bekanntlich hat die Verwaltung bereits vor Jahren eine Projektentwicklungsgesellschaft gemeinsam mit der Bigge Energie und der Volksbank Bigge-Lenne gegründet. Denn: Würde man in Eigenregie die Anlagen bauen, so das Kalkül der Stadt, könne man eben auch auf Faktoren wie Größe und Qualität Einfluss nehmen. Und schließlich könnten die Bürger durch den Ankauf von Anteilen profitieren. „Es ist unser Wind. Wir wollen daran verdienen und ausdrücklich unsere Bürger mit ins Boot nehmen“, hatte Kämmerer Klaus Hesener bereits vor einigen Monaten im Gespräch mit dieser Redaktion betont.

Ob dieser Windpark tatsächlich kommt, das steht allerdings weiterhin in den Sternen. „Wir treten auf der Stelle“, erklärt Hesener auf Nachfrage dieser Redaktion und weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses derzeitige Stehenbleiben mit den schwierigen Rahmenbedingungen für die Kommunen zusammenhänge. Denn so lange Bund und Länder bei Fragen wie den Abstandsregelungen zu keiner endgültigen gesetzlichen Lösung kommen, hängen die Städte und Gemeinden sprichwörtlich in der Luft.

Hinzu kommt, dass die Stadt sich zwar Optionsflächen für mögliche Windräder gesichert hat, allerdings ein externes Büro den gültigen Flächennutzungsplan, der zwei Vorranggebiete in Attendorn vorsieht, auf den Prüfstand stellt – und nach geeigneten Windkraft-Standorten sucht. „Wir sind dabei, die Auswertungen des Büros zu sichten“, kann Bauamtsleiter Carsten Graumann keinen neuen Wasserstand vermelden. Auch vor diesem Hintergrund, erklärt Hesener, könnten die Planungen für den eigenen Windpark nicht vorangetrieben werden – man müsse erstmal abwarten, wie die Ergebnisse des externen Büros ausfallen und wo ein solcher Park überhaupt sinnvoll sei.

Die Kritik

Grundsätzliche Kritik kommt von Gerd Pulte, der die Wirtschaftlichkeit des Bürgerwindparks in Frage stellt: „Bisher wurde die Wirtschaftlichkeitsberechnung, die sicherlich Grundlage für die Gründung der Attendorner Projektgesellschaft war, nicht an die neuesten Entwicklungen in Sachen Einspeisevergütung, gesetzliche Auflagen etc. angepasst. Diesbezüglich bezweifeln wir vor allem, dass die Risiken aus den strengeren Rückbauverpflichtungen berücksichtigt worden sind.“

Allein durch die Anforderungen an den Rückbau von Anlagen und den damit verbundenen Kosten seien Windkraftanlagen im Stadtgebiet unattraktiv, so Pulte. „Anstatt mit eigenen Windrädern die Verspargelung der Landschaft verhindern zu wollen, wäre es zur Vermeidung der ungeliebten Windräder zielführender, den fremden Windkraftprojektierern die Schwierigkeiten zur Installation von Windrädern in Attendorn aufzuzeigen“, ärgert sich Pulte.

Die Projektierer

Bislang sind allerdings noch Projektierer mit Bauvoranfragen auf den Kreis Olpe (und somit auch auf die Stadt Attendorn) zugekommen. „Es gab allerdings vereinzelten Kontakt“, gesteht Graumann, der den eingeschlagenen Weg der Verwaltung verteidigt: Auf der einen Seite wolle man weiter planen, um eine Verspargelung der Landschaft zu verhindern und sich zudem die Möglichkeit eines eigenen Windparks offen halten. Denn aufgrund der Privilegierung der Windkraft würden die Anlagen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch kommen. Daran werden wohl auch die neuen Plakatwände der Bürgerinitiative nichts ändern.

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